Wenn du ermattest

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Prediger

Thomas Sardi

Datum
3. November 2024

Transkription

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[0:00] Ja, wir haben gerade dieses schöne Lied gesungen. Es steht im Psalm 139 und das hat David geschrieben. Und David wusste offenbar, dass Gott überall ist.

[0:15] Nämlich Flügel der Morgenröte, bliebe ich am äußersten Meer, so würde auch dort deine Hand mich führen und deine Rechte mich halten. Auch wenn die Finsternis mich bedecken würde, auch dort wärst du bei mir. Sogar wenn ich in den Tod gehe, bist du bei mir.

[0:28] Das war, als David gute Zeiten hatte, hat er das geschrieben. Doch heute werden wir eine Geschichte anschauen, wo es nicht ganz so ging. Aber lasst uns zuvor noch beten.

[0:41] Vater im Himmel, wir danken dir vielmals, dass du gütig und gnädig bist gegenüber uns. Danke, dass du gegenwärtig bist, dass du immer da bist. Wir danken dir, dass du auch da bist in unseren schlechten Tagen, auch dort, wo wir Fehlentscheidungen treffen.

[0:54] Ich danke dir, dass du uns heute Morgen hilfst, dass wir zuhören können. Und dass, wenn wir auf Abwege sind, dass wir umkehren können. Und wenn wir auf dem rechten Weg sind, dass wir sehen können und aus Davids Fällen lernen können.

[1:11] Amen. Jeder von uns hat schon einmal erlebt, dass er ermattet war. Müde wurde.

[1:23] Dass er einfach nicht mehr Energie und die Kraft aufbringen konnte oder die nötige Motivation weiterzumachen. Zum Beispiel war ich einmal an einer Arbeitsstelle. Da war nach einigen Jahren einfach, wenn man so sagt, der Pustus.

[1:40] Ich sah, dass sich nie etwas ändern würde. Ich hatte keine Perspektive. Es würde immer so weiterlaufen, wie es dort war. Und ich habe gesehen, da habe ich nichts mehr verloren.

[1:52] Ich habe gekündigt und bin gegangen. Nun, bei einer Arbeitsstelle kann man das machen. Aber zum Beispiel in einer Ehe ist das keine Option. Aber auch im geistlichen Leben kommst du immer wieder mal an diesen Punkt.

[2:09] Du kämpfst gegen Versuchungen oder gegen Sünden. Und doch gehen sie nicht weg. Du mühst dich ab und doch wird die Situation nicht besser.

[2:23] Und allmählich kannst du den Mut verlieren. Und die Hoffnung und die Kraft schwindet dahin. Doch damit bist du nicht allein.

[2:37] In der Schriftlesung von 1. Samuel 27 haben wir gelesen von einem David, der die Hoffnung aufgegeben hat, dass Saul ihn endlich in Ruhe lassen würde. Von einem David, der müde wurde, den Kampf um die Hoffnung zu kämpfen.

[2:52] Einem David, der nicht mehr konnte und auch nicht mehr wollte. Und deswegen habe ich die heutige Predigt überschrieben mit dem Titel Wenn du ermattest.

[3:05] Wenn du ermattest. Ermatten heisst zu ermüden. Man kann auch sagen, der Fuß ist dus. Der Glanz ist weg.

[3:15] Die Kraft ist nicht mehr da. Es bleibt keine Kraft mehr übrig. Die Bibel kennt diesen Zustand. Und nicht nur alte Leute sind ermattet und haben keine Kraft mehr.

[3:28] Sondern Jesaja 40, Vers 30 sagt uns, Jünglinge ermüden und ermatten. Und junge Männer fallen hin. Auch junge Frauen. Aber die auf den Herrn harren, die auf ihn warten, die gewinnen neue Kraft.

[3:46] Sie heben die Schwingen empor wie die Adler. Sie laufen und ermatten nicht. Sie gehen und ermüden nicht. Ich möchte dir heute Morgen anhand der Begebenheiten mit David aufzeigen, woher dieses Ermatten kommt und wohin es führt.

[4:04] Zu welchen Resultaten. Mein Ziel ist es, dass du aus dieser Geschichte Davids erkennen kannst, welche Fehler er beginnt, damit du daraus lernen kannst.

[4:15] Aber noch mehr wünsche ich mir, dass du erkennst, wie gnädig unser Gott ist, der solche Diener für seine Arbeit benutzen kann. Und ich habe die Predigt in drei Punkte geteilt.

[4:32] Der Titel heisst ja, Wenn du ermattest. Das erste sind Gründe. Das zweite, das sind Auswirkungen, wenn man ermattet. Und das dritte sind Lektionen von einem ermatteten Mann.

[4:46] So fangen wir direkt mit dem ersten Punkt an. Die Gründe, weshalb Menschen ermatten. Ermatten. Dazu möchte ich euch den ganzen Kontext dieses Kapitel 27 ein bisschen erläutern.

[5:04] Und dazu müssen wir zurück ins Kapitel 26. David ist schon lange auf der Flucht. Vermutlich schon einige Jahre. Wir wissen es nicht ganz genau. Aber immer wieder muss er flüchten.

[5:16] Er muss sich aus einem Fenster abseilen. Er muss sich wahnsinnig stellen. Er muss Notlügen erfinden. Er muss sich in Höhlen verkriechen, Wachen aufstellen, Spione aussenden, überlebenswichtige Entscheidungen treffen am Laufmeter.

[5:33] Und dazu muss er sich in Acht nehmen vor der Bevölkerung. Denn die einen, die melden dem König direkt, wo sich David zur Zeit befindet, damit er Saul kommt und ihn tötet.

[5:44] Und viele Male schon ist David knapp. Und mit der Hilfe des Herrn dem sicheren Tod entkommen. Und den hinterlistigen Nachstellungen Sauls entkommen.

[5:58] Dieses Wort, das kommt in der Bibel am häufigsten im ersten Buch Samuel vor und in Jeremia, nämlich ganze 13 Mal. Und in 1. Samuel bezieht es sich meistens auf David, dass er entkommen konnte.

[6:12] Wir sehen also, es ist ein Buch oder ein Mann, der viel entkommen musste, der viel flüchten musste. Was sich jetzt sehr spannend anhört für einen Actionfilm, das ist in der Realität für den betroffenen Mann ziemlich ermüdend und kräftezehrend.

[6:32] Die ständige Anspannung, die Sorge darum, wir haben es von Andi in der letzten Predigt gehört, in Kapitel 25, Wie finde ich Essen für meine Männer, für 600 Männer, die bei mir sind?

[6:45] Die Verantwortung für diese Kampftruppe ist eines, aber dafür zu sorgen, dass sie nicht mührisch und mutlos werden, ist noch etwas anderes. Ständig muss David als Vorbild vorangehen.

[6:58] Er muss ihnen zeigen, dass er Gott vertraut. Und auch in den brenzligsten Situationen muss er ihnen das zeigen, dass er nicht den Mut verliert, dass er die Hoffnung auf seinen Gott setzt.

[7:10] Und Gott erstellt sich zu David. Er ist bei ihm. Er hilft ihm. Er gibt ihm immer wieder neuen Mut. Er gibt ihm Kraft. Er tröstet ihn.

[7:20] Er gibt ihm Zusicherungen. Ich bin bei dir. Du wirst König werden. Doch David Und wir lesen auch davon in den Psalmen, dass David diese Zusicherung hat und diesen Mut hat immer wieder.

[7:36] Doch David ist auch nur ein Mensch. Er ist kein Übermensch. All das zehrt an einem Menschen. All das zehrt. Und David ermüdet, jeden Morgen mit denselben Gedanken oder Sorgen aufzustehen.

[7:52] Jeden Tag dieselben Kämpfe auszufechten. Ich denke, ihr könnt David begreifen. Jeder von uns hat solche Situationen. und in Kapitel 24 hatte Gott David eine einmalige Chance gegeben.

[8:08] David hatte die Chance, Saul zu beweisen. Als dieser in die Höhle ging, hätte er ihn töten können. Und er bewies ihm, ich habe nichts Böses gegen dich. Ich habe nichts Böses getan und werde auch nie etwas Böses tun.

[8:21] Ich meine es gut mit dir. Und es gibt keinen Grund, dass du mich hasst und dass du mich verfolgst. Doch geändert hat sich in der Zeit danach rein gar nichts.

[8:35] Trotz aller Liebe. Im Gegenteil, in 1. Samuel 25, 44 lesen wir, ich könnte das mal aufschlagen, lesen wir sogar, dass Saul seine Tochter Michael, Davids Ehefrau, einfach einem anderen Mann gab.

[8:53] Davids Liebe und die Barmherzigkeit gegenüber seinem Schwiegervater, gegen Saul, hatte offensichtlich gar nichts bewirkt. 1. Samuel 26 berichtet uns dann davon, dass die Sifiter, die schon in Kapitel 23 David verraten hatten, erneut Davids Position an Saul verraten.

[9:16] Und dieser macht sich mit seinen 3000 erlesenen Männern sofort auf. Saul kommt, um David Danke zu sagen. zu töten, um ihn wieder einmal mehr zu töten, zu versuchen.

[9:32] Und David, er ist nicht passiv. Er lässt sich das nicht ein zweites Mal bieten. Er wird jetzt aktiv. Und wir gehen durch Kapitel 26 nicht durch, indem wir alle Verse lesen, sondern ich erzähle euch die Geschichte.

[9:47] Ihr könnt die dann später daheim lesen. Aber David wird aktiv. Er will sich nicht überraschen lassen. Es muss doch einen Weg geben, endlich Ruhe und Frieden zu bekommen.

[10:04] David ist so entschlossen, dieser Situation endlich ein Ende zu verschaffen, dass er sich einen tollkühnen Plan aushäckt. Und im wahrsten Sinne des Wortes ist er toll und kühn.

[10:16] Wirklich wagemutig und eigentlich sogar ganz verrückt. In 1. Samuel 26, 3-7 lesen wir davon, dass er sich nachts zusammen mit Abisai mitten ins Herrlager Sauls hineinschleicht.

[10:33] Mitten in die Höhle des Löwen, wo Saul schläft. Und für Abisai, für den ist klar, was jetzt zu tun ist. Lesen wir Vers 8, Kapitel 26 von 1. Samuel.

[10:49] Sagt Abisai, und Abisai sprach zu David, heute hat Gott deinen Feind in deine Hand geliefert und nun lass mich ihn doch mit dem Speer an die Erde spiessen, ein einziges Mal und ich werde es nicht zweimal tun.

[11:06] Aber David sprach zu Abisai, töte ihn nicht, denn wer streckte seine Hand gegen den Gesalbten des Herrn aus und bliebe schuldlos. Es stellt euch die Situation einmal vor, die zwei diskutieren mitten in der Nacht, mitten unter diesen 3000 Männern, unter diesen 3000 Elite-Soldaten, was sie jetzt mit Saul tun sollen.

[11:31] Wahrscheinlich haben sie gar nicht gedacht, dass sie so weit kommen. Aber niemand wacht auf und David hält fest an seinem Prinzip, der Gesalbte des Herrn wird nicht angetastet.

[11:46] Lesen wir Vers 10 und David sprach, so war der Herr lebt. Wenn nicht der Herr ihn schlagen wird, sei es, dass sein Tag kommt, dass er stirbt oder dass er in den Kampf hinabzieht und weggerafft wird.

[12:00] Der Herr lasse es fern von mir sein, dass ich meine Hand gegen den Gesalbten des Herrn ausstrecke und nun nimm doch den Speer, der an seinem Kopfende ist und den Wasserkrug und lass uns gehen.

[12:16] David, er hat eine lebhafte Fantasie hier. Er hat gesagt, wir müssen ihn nicht umbringen. Gott, er hat tausend Wege. Gott kann irgendetwas tun, um ihn zu beseitigen.

[12:31] Und wir sehen Davids Vertrauen in diesem Moment. Er hat ja auch gerade erlebt in Kapitel 25, wie er eigentlich fälschlicherweise Nabal umbringen wollte.

[12:42] Aber Gott hat es anders gelenkt. Gott hat andere Wege und Nabal wurde anders entsorgt. Und wir dürfen auch ruhig unsere Fantasie walten lassen, wenn es darum geht, uns zu überlegen, was Gott in unserer Situation tun kann.

[13:05] Gott ist nicht beschränkt. Er braucht nicht unsere Hilfe. Schon gar nicht, wenn sie falsch wäre. Gott hat viele Wege und viele Möglichkeiten. Wir dürfen das uns ruhig ausmalen, nur dürfen wir Gott nicht vorschreiben, wie er es machen will und wann er es tun soll.

[13:23] Das dürfen wir nicht. Aber das hat David nicht gemacht. Vers 12 lesen wir dann, und David nahm den Speer und den Wasserkrug vom Kopf des Hauses weg. Habt ihr gemerkt, er hat eigentlich Abissai den Befehl gegeben, nimm du das.

[13:36] Abissai gemacht. Und hier sehen wir jetzt die göttliche Perspektive, der Kommentar des Autors.

[13:48] Und niemand sah es und niemand merkte es und niemand erwachte. Weshalb? Denn sie schliefen allesamt, denn ein tiefer Schlaf von dem Herrn war auf sie gefallen.

[14:04] Das war dem Abissai und dem David nicht verborgen geblieben. Was für ein Erlebnis, was für ein Sieg, als David sich in Sicherheit befindet, als er großen Abstand hat zum Heer, ruft er zuerst Abner, den Heerführer Sauls auf und verurteilt ihn und seine Männer, dass sie nicht über den Gesalbten des Herrn gewacht haben.

[14:26] Dann alle geschlafen, offensichtlich haben sie auch keine Wachen aufgestellt. Und dann bringt er den Beweis, den Speer und den Wasserkrug in seiner Liebe Saul eigentlich mehr als ihr alle.

[14:45] Und dann schaltet sich Saul ins Gespräch ein, der mittlerweile auch aufgewacht ist. Und David bringt noch einmal sein Anliegen hervor. Und das ist der Moment, für den David diese ganze riskante Aktion gewagt hat.

[15:01] Erkennt ihr die Dringlichkeit? Erkennt ihr das Flehen, das er in seiner Stimme hat, wenn wir Vers 18 und 19 lesen. Und er sprach, warum doch verfolgt mein Herr seinen Knecht?

[15:17] Denn was habe ich getan und was für Böses ist in meiner Hand? Und nun höre doch mein Herr, der König, auf die Worte seines Knechtes. Wenn der Herr dich gegen mich aufgereizt hat, so möge er ein Speisopfer riechen.

[15:29] Wenn es aber Menschen Kinder sind, so seien sie verflucht vor dem Herrn, denn ich habe nichts Böses getan. Und hier erhalten wir einen tiefen Einblick in Davids innerste Wünsche, was ihn am meisten plagt und was am meisten an seiner Kraft nagt in dieser Situation.

[15:47] Er sagt weiter, weil sie mich heute vertrieben haben, dass ich mich dem Erbteil des Herrn nicht anschliessen darf, indem sie sprechen, geh hin und diene anderen Göttern.

[16:03] David sagt also, das Schlimmste ist, an dieser ganzen Situation, dass ich aus Israel, aus dem Erbteil des Herrn vertrieben werde, aus dem von Gott verheißenen Land, aus dem Land, wo die Heiligtümer stehen, wo der Gottesdienst stattfindet, wo ich zusammen mit der Gemeinde Gott loben und anbeten kann.

[16:26] Das ist das, was ihn am meisten stört. Ja, durch die ständige Verfolgung werde ich fast gezwungen, ins Ausland zu gehen und die bösen Menschen sagen schon jetzt über mich, geh, geh und diene deinen Götzen dort.

[16:42] Und doch fragen wir uns, David, du hast ja Psalm 139 geschrieben, wir haben es vorher gesungen, du weisst doch, dass Gott überall ist, du weisst doch, dass Gott auch hier ist, in dieser Wüste, auch wenn du ganz alleine bist, in deiner Höhle, mit deinen 600 Männern, ist es denn so schlimm, dass du weg vom Gottesdienst bist, vom Erbteil der Heiligen?

[17:05] Ja, klar weiss es David, dass Gott da ist, doch seine Sehnsucht und sein Wunsch, endlich wieder daheim zu sein, endlich wieder Gott so anbeten zu können, wie er es wollte, in der Gemeinschaft der Heiligen, das sehen wir insbesondere in Psalm 63.

[17:22] Diesen Psalm hat er geschrieben, in dieser Zeit, als er in dieser Wüste Juda war. Ich lese euch die Verse 2 und 3 vor, dann könnt ihr nachvollziehen, wie sich David dort gefühlt hat.

[17:33] Er sagt, Gott, du bist mein Gott, früh suche ich dich, es dürstet nach dir meine Seele, nach dir schmachtet, es schmachtet mein Fleisch und jetzt seht ihr das Bild in einem dürren und lächzenden Land ohne Wasser.

[17:52] Wie ich dich angeschaut habe im Heiligtum damals, als ich in die Gemeinde, mit der Gemeinde, die ich anbeten konnte, um deine Macht und deine Herrlichkeit zu sehen. Seht ihr den Hunger?

[18:06] Seht ihr den Durst, den er hatte nach Gott? Seht ihr den Wunsch, die Intensität dieses Wunsches? Sogar sein Fleisch, sagt er, sogar sein Körper leidet. Ja, er sehnt sich danach, wie ein ausgetrockneter Boden sich nach Wasser sehnt und nach Wasser dürstet.

[18:26] Seht ihr, wie David darunter litt, nicht im Heiligtum sein zu können? Hier nur eine kleine Frage, wie ist es mit uns? Wenn wir einmal in den Ferien sind, planen wir es so, dass wir extra am Sonntagmorgen abfahren und Sonntagabends die nächste Woche zurückkommen, dass wir gerade zwei Sonntage verpassen oder haben wir auch dieses Verlangen?

[18:49] Das ist nur ein kleines Beispiel. Das ist ein gutes Sehnen, das David hier hat. Und doch zeigt es etwas über Davids Seelenleben. David ist am Anschlag.

[19:03] Er fühlt sich wie eine ausgetörte Wüste. Und wenn wir in 1. Samuel 26, Vers 20 lesen, sehen wir, dass er schon mit dem Gedanken spielt, ins Exil zu gehen.

[19:14] Er sagt, so möge nun mein Blut nicht zur Erde fallen, fern vom Angesicht des Herrn. Denn der König von Israel ist ausgezogen, einen Floh zu suchen, wie man einem Rebhuhn nachjagt, auf den Bergen.

[19:30] Das ist noch keine Feststellung. Er hat nicht gesagt, ich bin schon dort. Aber es ist eine Bitte. Er sagt, möge nun mein Blut nicht zur Erde fallen, fern vom Angesicht des Herrn.

[19:44] Es ist eine Bitte an Gott, lass mich doch nicht sterben, fern von dir, fern von deinem Heiligtum. Erkennt ihr die Not, in der dieser Mann ist?

[19:56] Wieso erzähle ich das alles? Es heisst in Sprüche 13, Vers 12, und dort lehrt es uns treffend, ich lese hier aus der Schlachter 2000, hingehaltene, also hinausgezögerte Hoffnung, macht das Herz krank.

[20:16] Ein erfüllter Wunsch aber ist ein Baum des Lebens. David, ein Glaubensheld, ein Riesenbezwinger, ein gewandter Krieger, der Psalndichter Israels, ein Mann nach dem Herzen Gottes, ein Mann voller Glauben, er verliert langsam, aber sicher seine Hoffnung.

[20:42] Schlachter übersetzt es, wie ich gelesen habe, hingehaltene Hoffnung, macht das Herz krank. Dann nützen auch Saals Bekenntnisse im Anschluss an dieses Erlebnis, Saals Bekenntnisse auch nicht viel und seine Beteuerungen, dass er David nicht mehr jagen will, sein Angebot, David, komm zurück zu mir.

[21:06] Er hat David schon einmal getäuscht und ein zweites Mal will sich David nicht mehr täuschen lassen. Und kühl antwortet David dem Saal, dass er seinen Speer und Becher abholen soll und er appelliert ein letztes Mal an Gottes Gerechtigkeit in dieser Sache.

[21:21] Und dann trennen sich die Wege dieser beiden zum letzten Mal. Sie werden sich nie mehr sehen lebendig. Ja, der Grund, weshalb wir müde werden, der Grund, weshalb wir aufgeben wollen, der Grund, weshalb wir keine Kraft mehr haben, weiterzugehen, liegt oft darin, dass die Hoffnung schwindet.

[21:45] Und sehr interessant, gestern Morgen hatte ich so ein Feed von einer Nachricht und dort kam, die Forscher haben herausgefunden, was der Grund für Resilienz ist, es ist, wenn man die Hoffnung nicht aufgibt.

[21:59] Das wusste die Bibel schon lange. Für das braucht es keine Forscher. Aber der Grund daran, dass wir aufgeben, liegt darin, dass die Hoffnung schwindet.

[22:11] Gott gab David hier, in diesem Erlebnis, eine wunderbare Ermutigung, doch wir sehen in Kapitel 27, dass David trotzdem eingeknickt ist. Das Leben ist eben kein Sprint, sondern das Leben ist wie eine lange Pilgerreise, eine lange Wanderung.

[22:33] Und unsere Probleme, die ziehen sich hin, speziell der Kampf mit der Sünde. Wenn es lange dauert, wenn sich die Hoffnung nicht erfüllt, wenn die Wünsche sich nicht erfüllen, das macht das Herz krank.

[22:49] Und die Frage ist natürlich, welche Wünsche hast du? Welche Wünsche haben wir? Welche Wünsche hast du, die du schon so lange mit dir herum schleppst und die nicht erfüllt werden?

[23:01] Vielleicht sind es Wünsche, die nicht berechtigt sind in Gottes Augen. Hingehaltene Hoffnung, unerfüllte Wünsche, sie machen das Herz krank. Und unter Punkt 3 werden wir uns noch kurz anschauen, wie wir damit umgehen können.

[23:18] Nun, wir haben jetzt festgestellt, dass ein Grund für Davids Ermatten in seinem Wunsch lag, endlich, endlich Ruhe zu haben und Frieden zu finden. Ein weiterer ist, dass er zwar Gottes Hilfe sah, aber irgendwie scheint es, dass es nicht ganz bei ihm ankam.

[23:36] Sein Glaube schwächelte. Wir können es auch vergleichen mit der letzten Predigten von Martin, als er uns gezeigt hat, dass Johannes der Täufer im Gefängnis war und sein Glaube anfing zu schwächeln.

[23:50] Erzweifelte. Ich habe doch gedacht, du wärst so und so, aber du, der Messias, du befreist mich nicht aus dem Gefängnis, du erfüllst meine Wünsche nicht.

[24:01] Es ist dieselbe Situation. Im Kapitel 27 werden wir jetzt sehen, wohin es David führte, dass seine Hoffnung allmählich schwand, dass seine Kraft ermattete.

[24:13] So kommen wir zum zweiten Punkt, die Auswirkungen, wenn Menschen ermatten. 1. Samuel 26 schliesst ab mit dem Vers und David ging seines Weges, Saul aber kehrte zurück an seinen Ort.

[24:31] Ja, wirklich, David ging seines Weges. Er ging seines eigenen Weges. Kapitel 27 ist ein düsteres Kapitel in Davids Leben. Es ist aber auch nicht ganz einfach zu interpretieren.

[24:46] Nirgends kommt Gott vor in diesem Kapitel. Nirgends lesen wir davon, dass David nach Gott fragte, dass er fragte, was ist dein Wille? Weder hinterlässt uns der menschliche Schreiber einen klaren Kommentar zu den Geschehnissen in Kapitel 27, noch lesen wir von einem Psalm, der in dieser Zeit geschrieben worden wäre.

[25:09] Wahrscheinlich war es David auch nicht zumute, einen Psalm zu schreiben. Und die Situation wird auch nirgendwo sonst in der Bibel aufgegriffen, soviel ich gesehen habe, und moralisch bewertet, wie wir das einordnen sollen.

[25:23] Was machen wir nun mit einem so gottlosen Text, einem Text, der ohne Gott daherkommt? Zuerst müssen wir wissen, dass Gott deswegen nicht abwesend war.

[25:37] Er war da. Gott ist immer gegenwärtig. Gott ist nicht es gibt sogar ein ganzes Buch, nämlich das Buch Esther, wo der Name Gottes nie erwähnt wird.

[25:48] Und trotzdem sehen wir, wie Gott durch seine Macht und sein Handeln und seine gütige Vorsehung und seine liebende Barmherzigkeit alles führte in dieser Situation.

[26:01] Wir haben den Text Kapitel 27 bereits verlesen bekommen, doch möchte ich nachfolgend einige Punkte davon aufgreifen. In den Versen 1-4 sehen wir Davids Plan.

[26:15] Davids Plan. Wenn verwundert es, David hat in Kapitel 26 in den Versen 19 und 20 schon angekündigt, dass er womöglich ins Exil muss.

[26:26] Er wusste schon damals, ich halte es nicht mehr lange aus. Und hier, hier tut er es. In den ersten Versen von 27. Er flüchtet zu Achisch, dem König der Philister in Gott.

[26:39] Ist das nicht fast Ironie? Zu dem Mann, vor dem er vor einiger Zeit sich verrückt stellen musste, weil er Angst hatte, er würde sonst getötet. Dorthin flieht er jetzt.

[26:51] Das zweite Mal. In Vers 1 erhalten wir einen Einblick in Davids Gedanken. Lesen wir Vers 1 von Kapitel 27.

[27:03] Und David sprach in seinem Herzen, Nun werde ich eines Tages durch die Hand Sauls umkommen. Mir ist nichts besser, als dass ich schnell in das Land der Philister entkomme.

[27:17] Hier schon wieder das Wort entkommen. Und Saul, das ist das, was er sich verspricht, und Saul wird von mir ablassen, mich weiterhin im ganzen Gebiet Israels zu suchen, und ich werde aus seiner Hand entkommen.

[27:30] Das sind Davids Gedanken. Wir haben vorhin gesehen, wie David müde wurde, wie er ermattete, wie seine Hoffnung allmählich schwand.

[27:44] Und hier sehen wir die Auswirkung davon, seine unerfüllten Wünsche, nach Sicherheit, nach Ruhe. Sie könnten gestillt werden, wenn er ins Exil geht.

[27:54] Das ist das, was er denkt. Und ihm ist es jetzt, wie es scheint, egal, dass Gott ihm durch Gott gesagt hat, in Kapitel 22, Vers 5, er solle in Israel bleiben, das sei sein Platz.

[28:08] David war müde, er knickt ein. Ihm ist es, auch sehen wir, dass David nicht nach Gottes Willen gefragt hatte, weder durch den Priester Abiathar, der ja bei ihm war, noch durch Gott, den Propheten, noch hat er selbst gebetet zu Gott, um Gott nach Weisung zu fragen.

[28:29] Auch Abigail, seine gottesfürchtige Frau, die ihn vor Schlimmem bewahrt hatte, hätte ihm eine gute Stütze sein können. Und seht ihr, wohin uns langes Leiden und unerfüllte Wünsche bringen können?

[28:43] Hingehaltene Hoffnung, wenn wir die Kraft verlieren, wir wollen nur noch eins, wir wollen Befreiung, wir wollen endlich Ruhe, endlich heraus aus diesem Schmelzofen und wir geben nach, wir knicken ein.

[29:02] Auch die von Gott gegebenen Hilfen und Ratgeber wollen wir nicht nutzen und befragen. Und unter Umständen wollen wir nicht einmal zuhören, wenn uns jemand etwas sagt.

[29:13] Denn was weiss der schon, wie ich mich fühle? Der hat ja keine Ahnung. So denken wir uns das manchmal. Und ich möchte jetzt wirklich nicht den Eindruck erwecken, leichtfertig über David zu urteilen.

[29:28] Ich denke, jeder von uns, der in seiner Situation gewesen wäre, hätte schon viel früher den Bettel hingeschmissen. Doch wir dürfen nicht verschweigen, was wir hier beobachten.

[29:41] Und so lesen wir, dass David mit seinen 600 Mann jeder mit seinem ganzen Haus, also Kind und Kegel nach Gath flohen und sein Plan ging auf. Er hatte endlich Ruhe.

[29:55] Vers 4 lesen wir. Und es wurde Saul berichtet, dass David nach Gath geflohen wäre und er suchte ihn fortan nicht mehr. Was darauf hindeutet, dass Saul ihn wieder gesucht hatte, ein Versprechen schon wieder vergessen.

[30:14] Ja, das ist Davids Plan, den er durchführt. In den Versen 5 bis 7 sehen wir jetzt Davids Stadt, Davids Residenz im Philisterland bei seinen Feinden.

[30:28] David war es nicht so wohl in der Königsstadt Achis oder in der Königsstadt Gath bei Achis. Es mag sein, dass er Angst hatte, dass die Stimmung gegen ihn auf einmal umkippt und dass er dann wieder flüchten muss.

[30:44] Es ist aber auch gut möglich, dass David nicht wollte, dass seine Leute von dem Götzendienst dieser Menschen beeinflusst wurden. David war ein gottesfürchtiger Mann, auch in dieser Situation.

[30:56] Und so bat er Achisch um Asil in einer eigenen Stadt, im Land, im Feld draussen. Und Achisch, entweder war er total naiv oder er oder er oder er versprach sich eine militärische Verstärkung mit diesen 600 Mann.

[31:14] Er gewährt David diese Residenz in Ziklag. Das ist ungefähr 20 Kilometer weit weg von Gath, also eine gute Distanz. Und dies gab David jetzt die nötige Ellbogen Freiheit, um zu tun, was er wollte.

[31:29] In den Versen 8 bis 12 lesen wir von Davids Verhalten in diesen ganzen 16 Monaten, die er dort in Ziklag verbrachte. David bekam sein Stück Kuchen und er aß es auch in dieser Zeit.

[31:44] Bildlich gesprochen. Er und seine 600 Männer wurden zu Wüstenräubern, welche andere Wüstenräuber ausnahmen. Und damit verfolgte er drei Zwecke, soweit ich beurteilen kann.

[31:57] Der erste Zweck ist, er schwächte die Feinde Israels. Das waren die Gesuriter, die Girsiter und die Amalekiter und verschaffte sich so mit Sympathie bei den Juden.

[32:10] Das war der erste Zweck, den er damit verfolgte. Der zweite Zweck, den er damit verfolgte, indem er diese Wüstenräuber angriff, war, er beschaffte sich Nahrung.

[32:22] Wir lesen davon, dass er Kleinfieh, Schafe, Rinder, Esel, Kamele, alles mögliche mitnahm, Nahrung und Kleidung und alles, was sonst zum Leben nötig war. Verschaffte er sich von diesen Menschen.

[32:34] Das lesen wir in Vers 9. Und der dritte Zweck, weshalb David diese räuberischen Touren unternahm, war, er stellte Achisch zufrieden, indem er ihm einen Teil der Beute abgab.

[32:49] Lesen wir auch in Vers 9. Und bei all dem machte er Achisch Glauben, er habe die Stämme Judas oder zumindest die Verbündeten Israels angegriffen.

[33:02] Von dort habe er seine Beute mitgenommen. Und dies gelang ihm sogar so gut, dass Achisch völliges Vertrauen in David fasste. Wir lesen in Vers 12 von Kapitel 27.

[33:14] Und Achisch glaubte David und sprach, er hat sich bei seinem Volk, bei Israel ganz stinkend gemacht und er wird mir zum Knecht sein in Ewigkeit. natürlich gab es einen Haken.

[33:30] Zweimal erwähnt der Autor dieses Kapitels hier, dass David keine Überlebenden übrig liess. Keine Zeugen, weder Mann noch Frau, damit er nicht von ihnen verraten wurde.

[33:44] Es steht in Vers 9 und Vers 11. Er musste mit allen Mitteln, mit allen Mitteln musste er seine falsche Maske vor Achisch bewahren. und deshalb tötete er alle.

[34:00] Die Schwierigkeit ist nun darin, wie bewerten wir das? Ich denke, wir finden eine Antwort im Wort Gottes. Seit der Zeit der Richter hatte Gott gesagt, dass er diese Völker nicht mehr vor Israel vertreiben würde.

[34:15] Ursprünglich war das so. Richter 2 Vers 3 sagt das. Und Saul hatte von Gott einen klaren Befehl erhalten in Kapitel 15, dass er die Amalekiter an ihnen den Bann vollstrecken sollte.

[34:27] Aber ansonsten war kein allgemeiner Befehl mehr da, solche Grausamkeiten zu tun. Deshalb gehe ich davon aus, dass Davids Verhalten falsch war.

[34:39] Jedenfalls war David so gut darin, Achisch zu einem Narren zu halten, dass Achisch im Begriff war, ihn unwissentlich zu einem Verräter zu machen. Das führt uns zu den Versen Kapitel 28, Vers 1 bis 2.

[34:56] Die lesen wir jetzt. Und es geschah in jenen Tagen, da versammelten die Philister ihre Heere zum Krieg, um gegen Israel zu kämpfen. Und Achisch sprach zu David, wisse bestimmt, dass du mit mir ins Lager ausziehen sollst, du und deine Männer.

[35:17] Du wirst ganz bestimmt mit mir mitkommen, um gegen die Israeliten zu kämpfen. Stell dir jetzt vor, du wärst an Davids Stelle. Was machst du jetzt?

[35:31] Suchst du Ausreden und lässt du durchblicken, dass du doch lieber nicht teilnehmen möchtest an diesem Krieg gegen die Israeliten? Dann kann es gut sein, dass die Freundschaft mit Achisch ziemlich schnell vorbei ist.

[35:47] Und schliesslich hat er dir ja wohl auch Asyl deswegen gegeben, damit du mit ihm kämpfst. Ja, David ist in der Zwickmühle.

[36:00] Ausserdem willst du doch Achisch auch dich erkenntlich zeigen, dass er so freundlich zu dir war und dir Asyl gewährt hat. Doch auf der anderen Seite, wenn du mitgehst, wenn du mitgehst in den Kampf gegen die Israeliten, dann könnte es sein, dass du gegen dein eigenes Volk kämpfen musst.

[36:18] Gegen dein eigenes Volk, gegen das Volk, worüber Gott dich zum König gesalbt hat. Wäre es so ein König würdig, König zu sein? Nein, er wäre ein Verräter und müsste umgebracht werden.

[36:33] Das ist das Kriegsgesetz. Niemals wäre er würdig, König Israels zu werden. Und David, ein redegewandter Mann, wir lesen in Kapitel 16, dass er gut umgehen kann mit Worten, was entgegnet er dem Achisch?

[36:54] Vers 2 Und David sprach zu Achisch, so sollst du denn auch erfahren, was dein Knecht tun wird. Und Achisch sprach zu David, so will ich dich denn zum Hüter meines Hauptes setzen, alle Tage.

[37:08] Achisch sagt, ich will dich zum Leibwächter machen. Und David erblüfft und sagt ganz zweideutig, ja, ich werde dir dann schon zeigen, zu was ich imstande bin.

[37:19] Was er genau vorhat, weiss er wohl selber nicht. Muss er zurück und überlegen, was mache ich jetzt? Ich sitze in der Zwickmühle. Nun, David muss sich überlegen, was tue ich?

[37:31] Ich bin in einem Dilemma. Und der Autor, er beendet hier die Geschichte einfach. Wenn wir Vers 3 lesen und die weiteren, dann geht es wieder um Saul. Um Saul, der zu einer Toten Beschwörerin geht.

[37:44] Das werden wir in einigen Wochen von Andi hören. Doch wir sehen klar, wohin es führt, was die Auswirkungen sind, wenn man müde wird, wenn man ermattet, wenn man die Hoffnung verliert.

[37:56] In solch einer Situation neigen wir dazu, uns selbst Befreiung zu schaffen. Und wir gehen eigene Wege. Wir verstricken wir uns immer tiefer, immer tiefer in die Sünde und lügen und wir stecken auf einmal fest im Morast und wissen weder Aus noch Ein.

[38:18] David hat sich selbst in ein echtes Dilemma geritten und genau so geht es jedem, der eigene Wege geht und nicht nach Gott fragt. Außerdem können wir uns berechtigt fragen, wenn wir uns so verhalten wie David und wir eigene Wege gehen, wenn wir nicht nach Gott fragen, wo bleibt unser Zeugnis?

[38:40] Wo bleibt das Zeugnis unseres Vertrauens in den Herrn? Wo bleibt das Zeugnis, dass Gott unsere Befreiung ist, unsere Friede, unsere Freude, unsere Zuversicht, unsere Hoffnung?

[38:53] Dieses Zeugnis hatte David in dieser Zeit wohl nicht. Und deshalb wollen wir uns jetzt damit beschäftigen, welche Lektionen wir lernen können aus dieser Geschichte und dies sind nur einige Gedanken Anstöße.

[39:05] Und notiert euch die Bibelstellen und studiert sie zu Hause noch einmal, weil wir können diese Themen niemals umfassend behandeln. Es sollen nur Gedankenanstöße sein.

[39:18] Das führt uns jetzt zum dritten Punkt, Lektionen. Lektionen von einem ermatteten Mann. Was lernen wir von einer gottlosen Geschichte?

[39:30] Von einer Geschichte, wo Gott überhaupt nicht vorkommt? Zuerst möchte ich sagen, wir lernen etwas über Zufriedenheit. Zufriedenheit.

[39:42] Wir könnten sehr viele Lektionen aus dieser Geschichte lernen. Da wäre zum einen die Lektion, dass wir lernen sollten, zufrieden zu sein, in jeder Lage, in der wir uns befinden.

[39:55] Sodass wir Gott ganz ergeben sind. Psalm 131 heisst es, dass wir wie ein entwöhntes Kind sind, still bei seiner Mutter. Nicht eines, das ständig sucht, sondern es ist still, es ist entwöhnt, es ist zufrieden, wenn es nur bei seiner Mutter ist.

[40:13] Das ist das Bild von Zufriedenheit. Paulus spricht auch davon in Philippe 4, 10 bis 13. Notiert euch diese Stelle und schlagt sie daheim auf und schaut, wie Paulus zufrieden wurde, welche Schule er durchlaufen musste, was Gott mit ihm vorhatte.

[40:34] Das wäre ein Thema mindestens einer weiteren Predigt. Aber es ist wichtig und es ist nötig, dass wir Zufriedenheit lernen und wir haben nie ausgelernt in diesem Thema.

[40:47] Aber wir könnten auch lange darüber nachsinnen, wie man weise Entscheidungen trifft. Wie man weise Entscheidungen trifft. Ein weiteres sehr wichtiges und grundlegendes Thema.

[40:57] Davids Wege schienen ihm selber wohl. Er dachte mit seinem Verstand und seiner Logik, ich mache das, was mir richtig erscheint.

[41:09] Sein Plan schien sogar gut aufzugehen. Ein Meisterstreich würden einige denken. Aber wir müssen verstehen, dass der Weg des Menschen, wenn er geplant ist, ohne Gott, ein Weg ist, der zum Tod führt.

[41:24] Der immer zum Tod führt. Im Endeffekt wäre der Schaden, der von Saul ausging, wenn er in Israel geblieben wäre, wohl kleiner gewesen als der Schaden, wenn David wirklich ein Verräter geworden wäre.

[41:38] Er hat sich selber in einen Riesenschlamassel geritten. Sprüche 14, 12 sagt uns, da ist ein Weg, der einem Menschen gerade erscheint, aber sein Ende sind Wege des Todes.

[41:51] Wir können noch lange denken, unsere Wege seien gerade, unsere Wege seien gut, aber am Ende ist es nur Tod und Elend. So geht es jedem, der seine eigenen Wege geht.

[42:06] Aber wie schwierig ist es, wirklich richtig zu erkennen, richtig zu beurteilen, wenn man selber mitten in diesem Sumpf sitzt. Das kennt ihr wohl alle auch. Wir können jetzt nicht uns über David erheben und sagen, du hättest so und so handeln müssen.

[42:22] Wenn wir selber in dieser Situation sind, erkennen wir es selber manchmal nicht. Und es gibt keine magische Formel, wie wir richtig handeln sollen. Und deshalb brauchen wir die göttlichen Prinzipien, die uns führen, Grundlagen echter Weisheit.

[42:38] Wir müssen wissen, wie wir weise Entscheidungen treffen, wie sie zum Beispiel in Sprüche 3, 5 bis 6 gegeben werden. Schreibt auch diese Stelle auf und sind darüber nach daheim.

[42:51] Lernt sie auswendig, diese Stelle. Ich lese sie vor, Sprüche 3, 5 bis 6. Vertraue auf den Herrn mit deinem ganzen Herzen und stütze dich nicht auf deinen Verstand.

[43:05] Das heißt nicht, gebrauche deinen Verstand nicht. Das heißt, stütze dich auf den Herrn und gebrauche deinen Verstand dabei.

[43:19] Und auch nicht umgekehrt, dass wir uns auf den Verstand stützen und den Herrn gebrauchen dabei. Das ist auch nicht die Meinung. Aber wir sollen mit unserem ganzen Herzen auf den Herrn vertrauen und uns aber unseres Verstandes bedienen.

[43:37] Erkenne ihn auf allen deinen Wegen und er wird gerade machen deine Pfade. Davids Pfade waren nicht mehr gerade. Die waren so verschlungen, wie sie nur sein können. Und das ist jedes Mal der Fall, wenn wir eigene Wege gehen.

[43:52] Ja, was könnten wir auch noch lernen? Ich möchte etwas über Selbstgespräche reden. Martin hat es in seinem Gebet schon erwähnt.

[44:04] Wir könnten über das äusserst wichtige Thema reden, welche Selbstgespräche führst du? Wie und was redest du zu deinem Herzen? Was meine ich damit?

[44:19] Nun, in Vers 1 von Kapitel 27 sehen wir, wie David in seinem Herzen spricht. Es heisst dort, nun werde ich eines Tages durch die Hans Sauls umkommen.

[44:32] Es heisst dort, und David sprach in seinem Herzen, nun werde ich eines Tages durch die Hans Sauls umkommen. Diese Selbstgespräche in seinem Herzen, die führten dazu, dass er seiner Angst Raum gab, seinen Sorgen, und dass er schliesslich Israel verliess und seine Wünsche nach Ruhe und Sicherheit auf eigene Faust erfüllte.

[44:53] Dabei hatte ihm doch Gott viele Male und auf verschiedene Weise mitgeteilt, dass er ihn am Leben halten würde, egal was passiert. Er hatte durch Samuel mitgeteilt, dass er König wird.

[45:04] Jonathan hatte David gesagt, dass er König werden würde, in Kapitel 23. In Kapitel 24 und 26 hatte Saul zweimal bestätigt, ich weiss, dass du König werden wirst.

[45:15] Und in Kapitel 25 hat sogar Abigail gesagt, ich weiss, du wirst König und dass Gott dich ins Bündel der Lebendigen eingeschlossen hat. Er wird dich am Leben halten, du wirst nicht sterben.

[45:28] David wusste also um die Verheißungen. Er wusste all das, doch sie waren keine Realität für ihn. Sie waren nicht real. Anstatt sein Herz an Gottes Verheißungen zu erinnern und sich daran zu klammern, gab er der Angst nach.

[45:45] Was lernen wir daraus? Es ist sehr entscheidend, was wir in unserem Herzen zu uns selber reden. Wir müssen zu unserem Herzen reden, aber nicht irgendetwas, nicht unsere Logik, sondern die Wahrheit, die Wahrheit Gottes.

[46:03] Wie es der Dichter in Psalm 42 macht, als seine Seele in ihm unruhig ist, als er voller Angst und voller Sorgen ist. Ich lese euch Psalm 42 Vers 6.

[46:14] Da sagt er, was beugst du dich nieder, meine Seele, und bist unruhig in mir? Er stellt seine Gedanken in Frage. Er sagt, Seele, was hast du eigentlich vor?

[46:27] Und dann erinnert er seine Seele, sein Herz daran, harre auf Gott, hoffe auf Gott, gib die Hoffnung nicht auf, er hat dir viele Verheißungen gegeben, warte auf Gott.

[46:39] Und das Resultat, denn ich werde ihn noch preisen für die Rettung seines Angesichts. So müssen wir umgehen mit unserem Herzen, so müssen wir zu unserem Herzen reden.

[46:51] Erinnert ihr euch noch an den Vers aus Jesaja 40, den ich zu Beginn gelesen habe? Wer ist es, der neue Kraft gewinnt, wenn er ermattet ist? Ich lese es noch einmal.

[47:03] Jünglinge ermüden und ermatten und junge Männer fallen hin, aber die auf den Herrn harren gewinnen neue Kraft, die, die auf ihn warten, die sich an seine Verheißungen erinnern und nicht selber mit ihrer eigenen Logik alles bestimmen.

[47:23] Sie heben die Schwingen empor wie die Adler, sie laufen und ermatten nicht und sie gehen und ermüden nicht. Dieses zu dir reden, das beginnt in dem Moment, wo du am Morgen aufstehst oder vielleicht schon in der Nacht, wenn du aus lauter Sorgen nicht schlafen kannst.

[47:42] Wie gut, wenn du dann Gottes Wort zu dir reden lässt in diesen Momenten und nicht mit deinem eigenen Gedankengeflüster dich beschäftigst. Pass auf, was du zu deinem Herzen redest.

[47:55] Es beeinflusst dein ganzes Leben. All diese Lektionen und weitere Lektionen könnten wir aus dieser Geschichte lernen und lernen wir auch. Doch eine möchte ich dir nicht vorenthalten.

[48:09] Begreife Gottes Gnade und Gottes Barmherzigkeit. Vielleicht sind einige von euch jetzt ein bisschen verärgert über David. Enttäuscht.

[48:22] Über die letzten Kapitel haben wir in 1. Samuel gelernt David zu bewundern für seinen großen Glauben. Vielleicht hast du Mitgefühl mit seinem traurigen Los, dass er ständig vor Saul flüchten muss, der ihn unbedingt vernichten will.

[48:37] Und David hat deine Sympathie gewonnen. Ja, da bin ich bei dir. Doch jetzt hat David dich enttäuscht. Übrigens wie die meisten Diener Gottes, wenn du sie lange genug kennst.

[48:53] David der Wüstenräuber ist eine Sache, aber David der kaltblütig kalkulierende Abschlachter ist eine ganz andere. Vielleicht stört es dich, dass die Bibel so offen und so schonungslos über diese Seiten, über diese Fehler spricht und es nicht verheimlicht, dass David so ein Mann war, dass er solche Seiten hatte.

[49:14] Vielleicht hast du sogar ein Problem mit Gott, dass er David ein Mann nach seinem Herzen nennt. Du begreifst zwar, dass Gott Saul absetzen musste, denn der hat ja wirklich viel Mist gebaut.

[49:29] Doch dass er Saul mit einem David ersetzt und ihn trotz seiner ganz offensichtlichen Fehler einen Mann nach dem Herzen Gottes nennt, ein Schwindler und Mörder, das verstehen wir nicht so einfach.

[49:45] Aber hast du auch schon darüber nachgedacht, dass Gott dir vielleicht genau damit etwas lehren will? Dass er einen Fehler bei dir korrigieren will, in deinem Denken?

[49:59] Bist du vielleicht in die Falle von Heldenverehrung getappt? Dass du auf deine Lieblings Bibelcharakteren schaust und sie zu hoch hinauf erhebst?

[50:11] Es gibt keine großen Männer Gottes, es gibt sie nicht. Es gibt nur Sünden behaftete errettete Sünder mit einem großen Gott. Das ist alles.

[50:25] Ein Gott, der mit krummen Stöcke gerade Linien malen kann. Ein Gott, der mit fehlbaren Menschen seine Ziele, seine guten Ziele erreichen kann.

[50:38] Und anstatt schockiert zu sein, müssen wir anfangen, Gottes Gnade zu begreifen in einer ganz anderen Weise. Die Bibel schwindelt nicht perfekte Diener Gottes vor. Nein, Gott arbeitet mit Menschen, die immer noch sündigen.

[50:52] So wie mit mir und mit dir. Und solange wir immer noch denken, dass der Mensch an und für sich etwas Würdiges an sich hat, etwas, das vor Gott bestehen könnte, solange werden wir die Bibel und auch Gottes Gedanken nie verstehen.

[51:07] gehen. Wir denken auch, wir werden auch nie zittern vor diesem allmächtigen und heiligen Gott. Wir werden uns auch nie verwundern über seine unaussprechliche Gnade, die er mit solchen Sünden hat, wie wir es sind.

[51:25] Aber wir müssen lernen zu staunen über Gottes Gnade für Sünder wie du und ich es sind. Und diese gottlose Geschichte soll uns eine Warnung sein, aber auch eine Ermutigung, wie es in 1.

[51:38] Johannes 2, 1-2 ausgedrückt wird, meine Kinder, ich schreibe euch dies, damit ihr nicht sündigt. Das ist das Ziel. Wir sollen nicht sündigen.

[51:49] Wir sollen diese Geschichte nicht als Anlass nehmen und sagen, ja, David war auch so, da kann ich auch ein bisschen machen, was ich will und Gott wird mir wieder vergeben. Meine Kinder, ich schreibe euch dies, damit ihr nicht sündigt.

[52:01] Aber Gott weiss, dass es vorkommt. Darum schreibt Johannes weiter, und wenn jemand gesündigt hat, wir haben einen Sachwalter bei dem Vater, Jesus Christus, den Gerechten.

[52:15] Und er ist die Sündung für unsere Sünden. Erinnert ihr euch, David hat gesagt in Kapitel 26, Vers 19, wenn etwas ist zwischen mir und Gott, dann soll er es mir kund machen, ich will ein Opfer bringen.

[52:30] Aber wir haben es nicht nötig, ein weiteres Opfer zu bringen. Wir haben diesen, dieses Opfer, Jesus Christus, den Gerechten. Ein Opfer, das für alle Sünden, für allen Unglauben, für alle Verfehlungen, für alle Zeiten gezahlt hat.

[52:47] Jesus Christus. Und wir haben einen Fürsprecher, Jesus Christus, der vor uns, vor dem Vater uns vertritt. Uns fehlbare Menschen, die immer wieder sündigen.

[53:01] Er steht dort. Und wenn der Satan kommt und uns anklagt, siehst du, was Thomas wieder gemacht hat, sagt Jesus, schau, ich habe gezahlt. Er hat an mich geglaubt. Er wird nicht gerichtet.

[53:15] Welche Gnade, welche Barmherzigkeit. Wir wollen noch beten. Gott Deinen Plan für die Errettung dieser Welt.

[53:46] Dass wir sogar Zeugen sein dürfen an deiner Stelle. Wir sind kein Stück besser als David. Wir haben alle gesündigt. Jeder von uns ist fehlgegangen und ermangelt des Ruhmes, den wir bei Gott haben sollen.

[53:59] Und doch hast du dich über uns erbannt. Und wir dürfen als Gerechte dastehen, weil dein Kleid uns bekleidet. Deine Gerechtigkeit ist unsere Gerechtigkeit geworden.

[54:09] Und wir danken dir, dass wir auch im Anschluss daran das Abendmahl feiern dürfen und daran denken dürfen, wie du dich für uns dahin gegeben hast.

[54:21] Freiwillig. Du hast dein Leben gelassen, um uns zu retten von unserer scheußlichen Sünde, die uns zum Tod führt. Bitte, Herr, hilf, dass die, die es noch nicht begriffen haben, die, die deine Errettung noch nicht ergriffen haben, zu dir wenden können.

[54:37] Und errette du sie. Und hilf uns, die wir immer wieder Fehler machen, dass wir immer wieder zu dir kommen, um Vergebung zu empfangen, zur rechten Zeit. Amen.

[54:48] Gott, für发ite fast zum nächsten Mal. Amen. Aber gut lang wird dir in den letzten�zessor listen.