[0:00] Und wir wollen zusammen beten. Ja, Vater, wir danken dir für die schönen Lieder, die wir singen durften. Vielen Dank für all die Leute, die dies komponiert haben.
[0:12] Für all den wunderbaren Inhalt, den wir hören durften. Und ich bitte dich auch, dass wir das von Herzen gesungen haben und auch so in unserem Leben tagtäglich leben. Wir danken dir aber jetzt auch, dass wir uns zu deinem Wort wenden dürfen.
[0:26] Denn alles, was zuvor geschrieben worden ist im Alten und im Neuen Testament, das ist alles zu unserer Belehrung geschrieben, damit wir ausharren. Und durch das Ausharren und durch die Ermunterung der Schriften die Hoffnung haben, so wie es in deinem Wort geschrieben ist.
[0:41] Hilf du uns, Herr. Hilf du mir, in klaren Worten zu reden. Hilf du den Zuhörern, dass sie hören können. Und ich danke dir, dass du mit deinem Geist auch anwesend bist und hilfst. Amen.
[0:56] Abkürzungen sind doch etwas Tolles. Oder nicht? Einige von euch arbeiten jeden Tag mit dem PC.
[1:09] Und ich denke, einige von euch, vor allem wenn ich jetzt Hermian anschaue, der kennt sicher viele Tastaturkürzel. Nicht nur Ctrl-C und Ctrl-V, sondern noch viele mehr.
[1:19] Und wenn ich einigen von diesen Profis zugeschaut habe, dann musste ich einfach denken, wow, die haben es drauf. Und da sind wir doch froh, gibt es solche Abkürzungen. Auch die, die daheim kochen müssen.
[1:30] Ich denke mal hier an Markus, der professioneller Koch war. Der hat sicher einige Abkürzungen gekannt, wie man das Essen schneller zubereiten konnte. Heute gibt es ja auch Maschinen, habe ich gehört, wo man all das Zeugs reinschmeißen kann und dann schält es und kocht es alles in einem.
[1:46] Ich kann das fast nicht glauben, aber das ist ja auch eine Abkürzung, die hilft. Und es hilft manchmal, Zeit zu sparen und Energie zu sparen. Doch manchmal können Abkürzungen sehr viel Zeit kosten.
[1:59] Und sie können auch richtig gefährlich werden. Ich erinnere mich einmal, als ich auf einer Bergtour war und dachte, ich könne eine Abkürzung nehmen über ein unbekanntes Gelände.
[2:12] Zum Glück habe ich noch auf die Karte geschaut, denn das Gelände wurde immer abschüssiger und zuletzt war eine Wand da. Stellt euch vor, wenn man auf so einer Abkürzung ausrutscht. Es kann gefährlich werden.
[2:26] Ruhm und Ansehen, das kann man über Nacht gewinnen. Aber wenn es um die wichtigen Dinge im Leben geht, zum Beispiel Charakterbildung oder der Dienst für Gott, sollten wir uns vor Abkürzungen und Kunstgriffen hüten.
[2:43] Denn dies braucht oft Jahre. Und Gott nimmt sich auch die Zeit dazu. Der Grund für unsere Abkürzungen ist ja oft unsere Ungeduld. Oder dass wir schneller irgendwo hinkommen wollen.
[2:54] Wir können nicht warten. Wir wollen uns die Sachen selbst nehmen. Und wir wollen endlich vorwärts kommen. Doch unserem Gott ist es viel wichtiger, uns zu formen, als dass er unseren Dienst möglichst bald in Anspruch nimmt.
[3:12] Als dass er uns möglichst bald in eine Position bringt, wo wir viel bewirken können. Und so ließ Gott zum Beispiel Mose 40 Jahre in der Schule der Demut nachsitzen, nachdem Mose mit 40 Jahren eine Abkürzung gesucht hatte.
[3:32] Danach, erst, war der 80-jährige Mose bereit und so weit, dass er das Volk Israel wirklich so führen konnte, wie es Gott wollte. Der junge Teenager David aus der Bibel kam zu Ruhm und Ehre praktisch über Nacht, als er Goliath den Riesen umlegte.
[3:54] Doch Gott nahm ihn dann viele Jahre in seine Charakterschule, ehe er dann wirklich König werden sollte. Und heute wollen wir eine Geschichte aus 1. Samuel 24 betrachten, wie David eine sehr gelegene Abkürzung angeboten wird.
[4:13] Interessant ist, wie dieser Mann nach dem Herzen Gottes darauf reagiert hat und welche Lektionen wir heute daraus lernen können. Das Thema ist die Angelegenheit in Gottes Hand lassen.
[4:27] Die Angelegenheit in Gottes Hand lassen. Und nur vorweg, ihr werdet sehen, das ist nicht gleichbedeutend wie Let go and let God. Ich mache nichts mehr.
[4:38] Sondern es ist ein bewusstes Übergeben von gewissen Sachen in Gottes Hand. Und ich möchte, dass du heute verstehst, weshalb und wie David diese Prüfung bestand und weshalb er die gefährliche Abkürzung nicht nahm, die sich ihm auf dem Silbertablett tatsächlich präsentierte.
[4:57] Ich hoffe, dass du dadurch ermutigt wirst, wie David auf Gottes Wege zu wandeln und deine Gesinnung erneut und immer wieder zu überprüfen. Anstatt Dinge einfach schnell vorwegzunehmen und euch selber die Dinge zu nehmen.
[5:19] Ja, die Gliederung, ich habe die Predigt in drei Punkte gegliedert. Der erste ist, Gott testet seinen Knecht. Gott testet seinen Knecht. Und zu diesem wollen wir jetzt gerade kommen.
[5:34] Gott testet seinen Knecht, das sind die Verse 1 bis 8. Und hier, wenn wir 1. Samuel 24 anschauen, dann haben wir in den ersten acht Versen, da findet die Action statt, da findet die Handlung statt.
[5:48] Und dann Vers 9 bis 22 ist Dialog, wo David mit Saul redet und Saul mit David. und wir wollen jetzt einmal die Verse 1 bis 3 zusammenlesen, als 1. Samuel 24.
[6:07] Und David zog von dort hinauf und blieb auf den Bergfestungen von Engedi. Und es geschah, als Saul von der Verfolgung der Philister zurückgekehrt war, da berichtete man ihm und sprach, siehe, David ist in der Wüste Engedi.
[6:21] Und Saul nahm 3000 ausserlesene Männer aus ganz Israel und zog ihn, um David und seine Männer auf den Steinbockfelsen zu suchen.
[6:32] Wie wir wissen, ist David immer noch auf der Flucht. Saul jagt ihn. David hat nichts verbrochen. Nichts getan, was rebellisch wäre.
[6:43] Nichts getan, was wert wäre, ihn zu verfolgen. Er hat nicht einmal böse geredet über Saul. Im Gegenteil, er hat Saul nur geholfen. Er hat Sauls Kriege geführt.
[6:53] Sogar als er selbst in grosser Gefahr war, haben wir gesehen, in Kapitel 23 hat David sein Leben eingesetzt, um Kehila, eine Stadt in Israel, zu retten.
[7:05] Weil Saul nicht gekommen ist und das getan hat. Und anstatt Dank zu erhalten, wurde er in Kapitel 23 auch noch verraten von den Sifitern, die ihn an Saul ausliefern wollten.
[7:18] Und er entging haarscharf einer Schlacht oder einer Konfrontation mit Saul, wenn er das lest, Vers 28 von Kapitel 23. Und das war an dem Ort, an dem Felsen Sela Hamachlekot.
[7:32] Das heisst der Trennungsfelsen oder Fels des Entschlüpfens. Jetzt die nächste Szene, die wir jetzt gerade gelesen haben, spielt an einem neuen Felsen, am Steinbockfelsen.
[7:48] Tatsächlich hat es dort Steinböcke. Ich habe mir ein paar Kommentare dazu durchgelesen und auch noch ein Video geschaut von Engedi. Und das ist eine Oase, mitten in der Wüste, die sitzt am westlichen Rand des Totenmeeres.
[8:05] Und darum herum ist die Wildnis Judah. Alles ist braun und trocken. Und dass David hierhin flüchtet, ist nicht von ungefähr. Er braucht mit seinen Männern irgendeinmal Ruhe.
[8:19] Er weiss, dass es dort Wasser gibt. Es gibt dort Datteln. Dort wurde Parfüm hergestellt. Es hatte viele Schafherden und Ziegenherden dort. Man konnte dort gut leben.
[8:31] Es war grün. Es hatte frisches, lebendiges Wasser und nicht so abgestandenes, wie man vielleicht in einem Tümpel oder irgendwo unterirdisch noch finden könnte in der Wüste. Und David kommt hierhin mit seinen 600 Männern und ganz wichtig, dort hat es viele Höhlen, kleinere und grössere, wo er sich gut verstecken kann.
[8:53] Und er ist ein bisschen auf der Höhe, wo er hinunterschauen kann und Feinde schon früh erkennt. Es ist also ein idealer Ort, wo sich David auch später dann wieder zurückgezogen hat.
[9:04] Was wir gesehen haben, ist, dass Saul umkehren musste, letztes Mal in Kapitel 23, weil Gott die Philister geschickt hatte.
[9:15] Und hier haben wir gelesen, was haben wir gelesen? Irgendein Bericht von Sauls Erfolg mit den Philistern? Nein, nichts. Saul ist so verbissen, dass der Schreiber dieses Kapitel 24 uns gerade wieder mit hinein nimmt, als Saul zurück von der Verfolgung der Philister zurückkehrt.
[9:37] Da berichtet man ihm schon wieder etwas über David und gerade nimmt er die Verfolgung wieder auf. Sauls Hauptanliegen war es, David zu zerstören.
[9:49] Sein Fokus war dieser Mann. Der war ihm ein Dorn im Auge. Der bereitete ihm schlaflose Nächte. Und für ihn war David wie ein Floh, ein kleiner Mann.
[10:01] Er stört Saul unheimlich, aber er kriegt ihn nicht zu fassen. Und dieser David, der muss verschwinden, und zwar sofort. Darum sucht er ihn ganz verbissen. Und Saul hat überall seine Informanten.
[10:13] Die helfen ihm gerne. Denn sie wissen ja, was passiert, wenn man bei Saul nicht die Steine im Brett hat. oder wenn man bei ihm in Ungnade fällt.
[10:25] Erinnert euch zurück an Nob, an die Priester, die er alle umgebracht hat. Und Saul ist natürlich nicht alleine. Sein Spezialkommando von 3000 Männern nimmt er mit sich. Das sind außerlesene Krieger, erfahrene Leute, die Treuesten, die er hat.
[10:40] Spurenleser, Späher, Bogenschützen, Schwertkämpfer, allesamt erprobte Männer. 3000 gegen die 600 lumpigen Männer von David.
[10:53] Eine murrende Truppe, demoralisiert. Eine Übermacht von wie viel? 3000 zu 600 ist 5 zu 1.
[11:05] 5 zu 1. Was zeigt das? Zeigt es Sauls Angst vor David? Oder zeigt es einfach seinen Willen, ihn unbedingt zu kriegen? Nun, Saul ist sich sehr sicher, dass er David jetzt endlich kriegt.
[11:22] Doch wie schnell kann sich die Situation ändern und der Jäger wird zum Gejagten. Darum wollen wir Vers 4 lesen. Saul ist also jetzt unterwegs auf diesem Steinbockfelsen und Vers 4 geht so weiter.
[11:38] Und er kam zu den Kleinviehhürden am Weg, wo eine Höhle war. Und Saul ging hinein, um seine Füsse zu bedecken. Das heisst, er ging auf die Toilette.
[11:52] Und vielleicht hat er noch ein bisschen geschlafen dort in der kühlen Höhle. Und David aber und seine Männer saßen am hinteren Ende der Höhle. Was für ein glücklicher Zufall.
[12:06] Stellt euch das einmal vor. Stellt euch David und seine Männer vor. Die haben wohl die Truppe von 3000 Männern schon länger kommen gesehen, haben sich in die Höhlen verkrochen.
[12:17] Und dann haben sie gedacht, was passiert, wenn Saul jetzt hier eine Woche lang lagert und wir nicht raus können? Haben wir genug zu essen? Wird er nach uns suchen? Was passiert, wenn er uns findet?
[12:28] Bringt er uns am Ende alle um? Und jetzt stellt euch diese Männer einmal bildlich vor. Die sitzen hinten in der Höhle. Auf einmal sagt einer, du, ich sehe einen, der kommt da zum Eingang.
[12:41] Und der andere sagt, siehst du ihn, wer ist das? Kennst du ihn? Er sagt, ja. Ich glaube, das ist Saul. Der ist ein Kopf grösser als alle anderen. Und er hat so ein Obergewand an.
[12:53] Das kann nur Saul sein. Stell dir vor, jetzt kommt er in unsere Höhle und macht sein Geschäft hier. Geht es dem noch? Ja.
[13:06] Und dann haben einige gesagt, dies ist der Tag. Ihr kennt das Lied, this is the day, this is the day, that the Lord has made. Vielleicht hat jemand so gesungen, dies ist der Tag, dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat.
[13:19] Ja, jetzt kriegen wir ihn. Endlich ist es vorbei. Und das haben sie zu David gesagt, Vers 5. Da sprachen die Männer Davids zu ihm, siehe, das ist der Tag, von dem der Herr zu dir gesagt hat.
[13:34] Siehe, ich werde deinen Feind in deine Hand geben und tu ihm, wie es gut ist in deinen Augen. Wenn wir später lesen, haben sie nicht nur so geredet, sondern sie haben gesagt, bring ihn um.
[13:50] Bring ihn um auf der Stelle. Für sie ist Gottes Vorsehung sonnenklar. Keine Frage. Das wird David sofort berichtet.
[14:00] Dies ist der Tag. Jetzt ist deine Chance. Bring ihn um. Dann können wir endlich wieder zurück zu unseren Familien gehen. Dann müssen wir uns nicht mehr verstecken. Dann müssen wir nicht ständig in Angst leben und flüchten.
[14:15] Unser Essen mühsam zusammen betteln oder suchen. Nein. Du wirst dann endlich König. Und dann geht es uns allen gut.
[14:27] Dies ist deine Chance. Schließlich hat ja auch Jonathan dir im Kapitel 23, Vers 17, hat dir Jonathan gesagt, mein Vater weiss, dass du König wirst.
[14:38] Schließlich hat Jonathan sogar gesagt, dass du König wirst. Dann endlich können wir in Frieden leben und alles wird endlich gut. Woher sie diese falsche Prophezeiung in Vers 5 haben, wissen wir nicht.
[14:55] Ich habe es nicht herausgefunden. Aber wir wollen hier kurz innehalten. Wie schnell sind nicht nur diese Männer, sondern auch wir geneigt, Gottes Versprechen umzudeuten oder misszuverstehen.
[15:12] Gott hatte David das Königtum versprochen. Ja. Das Endresultat ist klar. Er wird König werden. Aber er hatte ihm keinen Freipass gegeben, es selber zu nehmen und auf die Art und Weise, wie er selber es wollte.
[15:26] Gott hatte ihm gesagt, was er vorhatte, aber das Wie und das Wann wusste David nicht. Gottes Vorsehung kann uns manchmal in eine Position, auch in eine Position von Macht stellen.
[15:44] Das heisst aber nicht, dass wir dann tun dürfen, was wir gerade wollen. Wisst ihr, wie es so schön heisst, wenn man jemandem Macht gibt, dann erkennt man seinen wahren Charakter.
[15:56] Das war schon oft der Fall. Und David hat hier die einzigartige und erste Möglichkeit, eine Abkürzung zu nehmen, den Königsthron sofort zu besteigen und seinem Warten und seinem Leiden sofort ein Ende zu bereiten.
[16:17] Und die Prüfung für ihn ist massiv. Das dürfen wir nicht unterschätzen. Und dann lesen wir weiter in Vers 5b. Und David stand auf und er schlug Saul den Kopf ab.
[16:33] Das ist nicht lustig, aber es stimmt auch nicht. Es heisst, und David stand auf und schnitt heimlich einen Zipfel vom Oberkleid Sauls ab.
[16:47] Aber es geschah danach, da schlug David das Herz, weil er den Zipfel vom Oberkleid Sauls abgeschnitten hatte. Und er sprach zu seinen Männern, der Herr, lasse es fern von mir sein, dass ich so etwas an meinem Herrn, dem Gesalbten des Herrn, tun sollte, meine Hand gegen ihn auszustrecken.
[17:05] Denn er ist der Gesalbte des Herrn. Und David wehrte seinen Männern. Und das Wort hier, wehren, ist ein bisschen zu, ein bisschen zu milde übersetzt.
[17:21] Wenn man das hebräische Wort nimmt, heisst es, er zerriss sie in Stücke. Er schallte sie. Er zerstreute sie. Er lockerte sie auf. Er trennte sie. Er musste seine Männer herunterschneiden.
[17:33] Das ist das, was das Wort bedeutet. Könnt ihr euch vorstellen, als er nur diesen Zipfel abgeschnitten hat, mit diesem zurückgekommen ist. Die Männer haben gesagt, David, jetzt bist du übergeschnappt. Ich gehe jetzt. Und er musste diese Männer mit Gewalt vielleicht zurückhalten.
[17:48] Er musste sie herunterschneiden. Mit diesen Worten und ließ ihnen nicht zu, sich gegen Saul zu erheben.
[18:01] Und Saul, ahnungslos, dass er gerade dem Tod entgangen war, stand auf aus der Höhle und zog seines Weges. David hatte ihn nicht umgebracht.
[18:14] David hatte nicht die Abkürzung genommen. Und trotzdem lesen wir, dass sein Herz ihm schlug, dass sein Gewissen ihn plagte. Nur weil er den Zipfel seines Gewandes abgeschnitten hatte?
[18:29] Komm schon, das ist doch nicht so schlimm. Weshalb schlug ihm das Herz? Und das Obergewand des Königs oder das Obergewand eines Menschen damals war zu jener Zeit ein Gewand, welches Würdenträger anhatten.
[18:47] So trugen zum Beispiel die Priester ein Obergewand. Und wenn dieses beschädigt war, dann war es nicht mehr konform. Auch Samuel hatte ein Obergewand als Prophet und Priester.
[19:01] Und davon hatte Saul ja in Kapitel 15, 27 einen Teil abgerissen, worauf ihm Samuel prophezeit hatte, dass der Herr dem Saul das Königreich an diesem Tag genau so abgerissen hat, wie Saul dem David diesen Zipfel von seinem Rock.
[19:20] Und erinnert euch daran, dass Jonathan sein Oberkleid, sein Prinzenoberkleid ausgezogen hatte und es David gegeben hatte, um ihm zu zeigen, du wirst König.
[19:34] Du wirst König. Seht ihr die Symbolik hinter diesem Obergewand? Das Oberkleid also, das war ein Zeichen von Sauls Königswürde und von seinem Amt.
[19:51] Und dadurch, dass David einen Zipfel davon abgeschnitten hat, proklamierte er seinen Anspruch auf das Königreich. Er steckte einen Pfosten ein. Er sagt, mir wird das Ganze einmal gehören.
[20:05] In dem Moment, als er das tat, wurde David bewusst, dass er zu weit gegangen war. Er hatte rebelliert gegen Saul. Und deshalb schlug ihm das Herz.
[20:18] Und du denkst vielleicht jetzt, ja, gegen Saul, einen so komischen Meister, das ist ja nichts. Er hätte mir den Kopf abnehmen können. Dann hätte er sich vielleicht ein Gewissen machen müssen.
[20:31] Und doch, wir lesen davon, in Römer 2,15, dass Gott jedem ein Gewissen gegeben hat, um uns zu warnen. Und David, er hatte ein feines Gewissen.
[20:42] Die Frage ist manchmal, wie steht es mit deinem und meinem Gewissen? Merkst du es, wenn du Dinge tust, wenn du Dinge sagst, oder sogar, wenn du Dinge denkst, die nicht übereinstimmen, nicht in Ordnung sind vor Gott?
[21:00] Merken wir das noch? David hatte ein feines Gewissen. Saul, ein gebrannt marktes. Davids Gewissen war durch Gottes Wort geeicht.
[21:12] Er erkannte sofort, dass er nicht nur gegen Saul rebelliert hatte, sondern in Wahrheit hatte er gegen Gott rebelliert. Denn Saul ist ja der Gesalbte des Herrn.
[21:24] Gott hatte ihn eingesetzt. Gott hatte ihn befähigt. Gott hatte ihn im Amt gehalten bis zu diesem Tag. Und der König steht als Gesalbter Gottes unter Gottes persönlichem Schutz.
[21:38] Und David als Untertan ist verpflichtet, ihm treu zu dienen, solange es nicht gegen Gottes Wort geht. Das war also die Sache, weshalb ihm sein Herz schlug.
[21:55] Dort in der Höhle hatte David nicht lange Zeit, um zu überlegen, was er machen sollte. Er konnte nicht die Bibel aufschlagen, das alte Testament und nachlesen, wie soll ich jetzt mit dieser Situation umgehen.
[22:06] Er konnte nicht darüber meditieren und nachsinnen, Tag und Nacht und dann darüber beten und Gott bitten, ihm die Entscheidung zu geben. Seine Entscheidung fiel in wenigen Augenblicken und Gottes Wort musste bereits in seinem Herzen fest verankert gewesen sein.
[22:26] Er hat ja diese Woche für den 2G Joshua 1, Vers 8 gelernt. Genau um das geht es dort, dass wir richtig handeln, wenn Gottes Wort in unserem Herzen, in unseren Gedanken verankert sind und wir darüber nachsinnen, Tag und Nacht.
[22:51] David hatte feste Überzeugungen aus Gottes Wort, aus denen er seine Entscheidung fiel. Und das wird uns auch in Psalm 119, 9, wieder einmal mehr erklärt. Wodurch wird ein Jüngling seinen Pfad in Reinheit wandern?
[23:04] David war ein Jüngling. Die Antwort ist, indem er sich bewahrt nach deinem Wort. Und in Vers 11 lesen wir dann, in meinem Herzen habe ich dein Wort verwahrt, damit ich nicht gegen dich sündige.
[23:19] Der Herr testet seinen Knecht und David er besteht. Er nimmt nicht die Abkürzung. Weshalb konnte David warten und musste das Königreich nicht selbst mit Gewalt an sich reisen und diese Abkürzung nehmen?
[23:35] Wie wusste David, dass es nicht Gottes Vorsehung war, wie seine Männer dachten, sondern dass es eine Prüfung war, eine Versuchung, der er widerstehen musste? Das kam allein durch Unterscheidungsvermögen.
[23:50] David hatte Unterscheidungsvermögen, weil er Gott und sein Wort kannte, weil er Überzeugungen hatte, nicht nur eine Meinung, tiefe Überzeugungen, die aus Gottes Wort kamen.
[24:04] Zum Beispiel kannte er sicher 2. Mose 22, 27, wo es heisst, die Richter sollst du nicht lästern und einem Fürsten deines Volkes sollst du nicht fluchen.
[24:19] Deshalb musste er nicht lange überlegen, deshalb war auch sein Gewissen belastet, als er diesen Zipfel von diesem Rock abschnitt. Und ganz sicher kannte David die Geschichten aus 4. Mose 12, wo Miriam und Aaron sich gegen Mose auflehnten.
[24:41] Und was war die Reaktion Gottes darauf? Gottes Zorn entbrannte über diese Rebellion und er schlug Miriam mit Aussatz. Und Gott testet seine Knechte oft und immer wieder und sogar Jesus wurde 40 Tage lang in der Wüste versucht.
[25:03] Und auch hier ging es um die Versuchung der Abkürzung. Ich gebe dir sofort alle Reiche der Welt, wenn du niederkniesst und mich anbetest, hat Satan zu Jesus gesagt.
[25:16] aber Jesus wusste, dass der Vater ihm alle Reiche übergeben wird. Das Endziel war klar. Und Jesus wusste auch, wie er dorthin kommen sollte.
[25:27] Nicht durch Anbetung des Satans, sondern übers Kreuz. Dadurch, dass er litt. Dadurch, dass er unten durchging. Und auch du, nicht nur Jesus und David und andere sind getestet worden, sondern auch du wirst getestet werden.
[25:48] Gibt es nicht einen schnelleren, einfacheren Weg, zum Beispiel in der Heiligung zu wachsen? Gibt es nicht einen schnelleren Weg, kann ich nicht einfach zum Beispiel viele Predigten hören und mir all das Zeugs reinsaugen?
[26:04] Nicht, dass ich etwas dagegen habe, wenn man das macht, aber es ist kein Weg, um in der Heiligung schneller zu wachsen.
[26:15] Heiligung braucht Zeit. Heiligung geht oft durch Tiefen, durch Schwierigkeiten. Die möchten wir gerne meiden. Wo bist du geneigt?
[26:33] Abkürzungen zu suchen. Nicht umsonst schreibt Paulus, dass er für die Philippe betet, in Philippe 1, 9 bis 10, betet er, dass eure Liebe noch mehr und mehr überströme in Erkenntnis und aller Einsicht, damit ihr prüfen mögt, was das Vorzüglichere ist, damit ihr Unterscheidungsvermögen habt, damit ihr lauter und ohne Anstoß seid auf den Tag Christi.
[27:00] Und so lasst uns bereit sein, nicht nur das Ziel, sondern auch die Art und Weise von Gottes Wegen bereitwillig anzunehmen und keine Abkürzungen einzuschlagen.
[27:12] Das bringt uns zum zweiten Punkt. Und wir gehen jetzt zu diesem Teil der Geschichte, wo wir den Dialog haben zwischen Saul und David.
[27:23] Und den zweiten Punkt habe ich überschrieben mit einem Appell an Gottes Gerechtigkeit. die Verse 9 bis 16. Wir lesen Vers 9. Und danach machte David sich auf und er ging aus der Höhle hinaus und rief hinter Saul her und sprach, Mein Herr, der König!
[27:48] Und Saul blickte hinter sich und David neigte sein Gesicht zur Erde und beugte sich nieder. Wir können uns lebhaft vorstellen, was für ein Schrecken in Saul gefahren ist.
[28:00] Ihm ist das Herz wohl in die Hose gerutscht. Als er hinter sich im Eingang der Höhle, wo er soeben sein Geschäft erledigt hatte, gehört hatte, dass da ein Mann stand und als er die Stimme gehört hat, die ihm so viele Mal Psalmen vorsang und ihn beschwichtigte, als er rasend war, er hat sie sicher sofort erkannt.
[28:22] Und Davids Haltung hier ist nicht geheuchelt. Tatsächlich erzeigt er seinem König alle Ehre, die er nur kann, indem er sich tief verbeugt und er handelt damit zutiefst biblisch, wie es in 1. Petrus 2,18 heisst, ihr Hausknechte, ordnet euch den Herren in aller Furcht unter.
[28:42] Aber nur den Guten, oder? Nein, nicht allein den Guten und Milden, sondern auch den Verkehrten. Saul war so einer. In den Versen 10 bis 12 in Kapitel 24 von 1. Samuel sehen wir nun Davids Unschuldsbeteuerung und seine Liebe zu seinem Feind.
[29:08] Wir lesen Vers 10. Und David sprach zu Saul, warum hörst du auf die Worte der Menschen, die sagen, siehe, David sucht ein Unglück.
[29:19] David geht hier sehr weise vor. Er legt die Schuld für Saul Zorn nicht direkt auf ihn, sondern er sagt, du hast schlechte Ratgeber.
[29:34] Habt ihr das auch schon erlebt, wenn ihr jemanden konfrontiert und ihn beschuldigt, dann geht der Laden zu, der ist dicht, der wird nie mehr, meistens, nicht mehr zugeben, dass er etwas falsch gemacht hat.
[29:47] David macht das nicht. Und wir lesen in Vers 11 und weiter, siehe, an diesem Tag haben deine Augen gesehen, dass der Herr dich heute in der Höhle in meine Hand gegeben hat und man sagte mir, ich solle dich töten, aber mein Auge verschonte dich und ich sprach, ich will meine Hand nicht gegen meinen Herrn ausstrecken, denn er ist der Gesalbte des Herrn.
[30:13] David liefert Saul jetzt nun genügend Beweise, weshalb er nicht böse gesinnt ist und dass er nicht böse gesinnt ist gegen Saul und ihm nichts zu Leide getan hat noch jemals wird.
[30:28] Er sagt ihm zuerst, Gottes Vorsehung hat mir eine hervorragende Gelegenheit gegeben, dich zu beseitigen. Und wenn wir daran denken, was Saul gemacht hat, in Kapitel 23 Vers 7 hat er gehört, dass David in Keila ist und er hat gesagt, Gott hat ihn in meine Hand gegeben.
[30:46] Aber das war so eine kleine Chance für ihn, diesen David zu kriegen und er dachte schon, Gott hat es für mich getan. David hat so eine Riesenchance und er greift sie nicht. Das ist der erste Beweis.
[30:59] Dann sagt er, meine Berater haben mir sogar geraten, dass ich dich töten solle und ich musste sie mit aller Macht zurückhalten. Doch ich habe nicht darauf gehört.
[31:11] Ganz im Gegenteil zu Saul, der auf seine Berater hört und David verfolgt, ohne Schuld. Und dann sagt er ihm, ich habe aus Prinzip, aus Prinzip habe ich nicht so gehandelt, dass ich dich getötet habe, weil du der Gesalbte des Herrn bist.
[31:33] Und das zeugt von grosser Selbstbeherrschung, die David in diesem Moment hatte. Und dann sagte er weiter, David sagt, mein Auge verschonte dich.
[31:43] Ich habe das ein bisschen nachgeschaut, auch im Hebräischen, das Wort kann übersetzt werden, ich habe dich mit Erbarmen angeschaut. Oder ich war bekümmert um dich, es tat mir Leid um dich.
[32:00] David hatte also sogar Mitleid und Erbarmen mit seinem König. Er hat diesen Zustand gesehen von diesem Mann und hatte Mitleid mit ihm.
[32:12] Nichts von Bitterkeit. Was für ein Zeugnis. Welcher Mensch kann seinen Feind mit Erbarmen und Mitleid anschauen?
[32:26] Das geht doch nur, wenn er selber Gottes Erbarmen erfahren hat in seinem Leben. Wenn er Gottes Gnade erfahren hat. Lukas 6, 27 bis 28 sagt uns, aber euch sage ich, die ihr hört.
[32:43] Das spricht Jesus aus. Liebt eure Feinde, tut wohl denen, die euch hassen, segnet, die euch fluchen und betet für die, die euch beleidigen. Habt ihr das schon einmal versucht, ohne Gottes Hilfe?
[33:00] Es geht nicht. Das kann nur einer tun, der von Gottes Liebe wirklich ergriffen worden ist, der erlebt hat, wie Gott ihn angenommen hat, als Rebellen, wie Gott ihm gnädig gewesen ist.
[33:13] Und jeder andere hätte ein bitteres Herz bekommen. In Davids Situation gegen solch einem Feind. Und deshalb erstaunt es uns auch nicht, dass David dann weiterfährt in Vers 12.
[33:27] Und sieh, mein Vater, ja sieh, den Zipfel deines Oberkleides in meiner Hand, denn dass ich einen Zipfel deines Oberkleides abgeschnitten und dich nicht getötet habe, daran erkenne und sieh, dass nichts Böses in meiner Hand ist, noch ein Vergehen und dass ich nicht an dir gesündigt habe, du aber stellst meinem Leben nach, um es zu nehmen.
[33:56] Falls Saul bis jetzt noch Zweifel gehabt hätte an Davids Treue oder dass David wirklich ihn hätte umbringen können.
[34:07] Spätestens als er diesen Rockzipfel in die Luft hält, ist der letzte Zweifel weggeblasen. Er muss erkennen, ich war geliefert, völlig der Gnade Davids ausgeliefert.
[34:21] David ist total unschuldig gegenüber Saul. Aber er sagt ihm, du aber stellst meinem Leben nach, um es zu nehmen.
[34:32] Und David verwendet hier eine Sprache, Wörter aus 2. Mose 21, 12 bis 13, wo es heisst, wer einen Menschen schlägt, dass er stirbt, soll gewiss getötet werden, hat er ihm aber nicht nachgestellt und Gott hat es seiner Hand begegnen lassen, so werde ich dir einen Ort bestimmen, wo er hinfliehen soll.
[34:55] Aber er sagt, Saul, du hast mir nachgestellt und ich war unschuldig und Gott wird dir keinen Ort geben, wo du hinfliehen kannst. Gott wird dich bestrafen, wenn du mich umbringst.
[35:10] Mit anderen Worten, Saul, du machst dich dieses Gebotes schuldig, indem du mir nachstellst, ohne Grund, um mich zu töten. Das Problem ist nur, Saul ist der König und David ist ein kleiner Mann mit 600 lumpigen Männern, die ihm nachfolgen.
[35:30] Er hat nichts zu sagen. An wen soll er sich jetzt wenden? Es gibt keinen Richter, der diese Sache richten könnte. Saul ist selbst der höchste Richter.
[35:41] Er wird sich wohl nicht selber schuldig sprechen. Und deshalb ist es wichtig zu sehen, David sucht seine Sicherheit nicht darin, dass Saul sein Herz verändert oder dass Saul ihm jetzt irgendeine neue Zusicherung gibt.
[35:56] Nein, anstelle dessen wendet er sich jetzt an den Herrn für diesen Gerichtsfall. Das ist der Vers 13. Er sagt zu ihm, der Herr richte zwischen mir und dir und der Herr räche mich an dir, aber meine Hand soll nicht gegen dich sein.
[36:17] In den folgenden Versen beteuert David dreimal, dass seine Hand nicht gegen Saul sein soll. David ist gebunden durch sein Gewissen, gebunden an Gottes Wort.
[36:29] Er will nicht und er kann nicht Saul Böses tun. Es geht keine, absolut keine Gefahr von ihm aus. Und deshalb fügt er nun an. Vers 14.
[36:44] Widerspruch der Vorväter sagt, von den Gottlosen kommt Gottlosigkeit, aber meine Hand soll nicht gegen dich sein. Hinter wem zieht der König von Israel her? Wem jagst du eigentlich nach?
[36:58] Einem toten Hund, einem Floh, einem einzigen Floh. Es ist wirklich wert, Saul, dass der König von Israel einen Hund jagt, dazu noch einen Toten, der nicht einmal mehr beißen kann?
[37:15] Welche Ehre reicht es denn einem Löwen, wenn er einen Floh jagt und ihn dann tötet? Bringt es ihm irgendwie Ehre ein? David sagt ihm, schau, ich bin viel zu gering, ich habe ja keine Kraft militärisch, und du bist auf einem total anderen Level, warum verfolgst du mich immer noch?
[37:40] Warum kümmerst du dich überhaupt, dass ich noch lebe? Und er eben deshalb, weil Saul König ist und David viel zu gering ist, appelliert er abschliessend noch einmal an Gottes Gerechtigkeit.
[37:53] Vers 16 sagt er hier, so sei denn der Herr Richter und der Herr richte zwischen mir und zwischen dir und er besehe es und er führe meine Rechtssache und er schaffe mir Recht aus deiner Hand.
[38:13] Hier liegt ein weiteres Geheimnis, weshalb David warten konnte, weshalb er diese Abkürzung nicht nehmen musste, weshalb er sich nicht rächen musste, für all das Böse, das Saul ihm angetan hatte, er hat Vertrauen in Gottes Gerechtigkeit.
[38:31] Es wird Rache geben für alles Böse, was jemals getan wird, was jemals ihm angetan wurde, was jemals dir angetan wurde. Ihr könnt die Offenbarung lesen, dann werdet ihr das entdecken.
[38:49] Aber Gott wird diese Rache herbeiführen, nicht David. David will lieber auf Gott warten, als sich Gottes Geschenk selber frühzeitig zu nehmen.
[39:00] Und er handelt damit nach Römer 12, was damals zwar noch nicht geschrieben war, aber Römer 12 ist ja ein Zitat von 5. Mose 32. Und das kannte David.
[39:14] Römer 12, 19 heisst es, reicht euch nicht selbst Geliebte, sondern gebt Raum dem Zorn Gottes. Denn es steht geschrieben und das sagt Gott, mein ist die Rache, ich will verkelten, spricht der Herr.
[39:30] Wenn wir dieses Prinzip sehen, möchte ich, dass ihr euch fragt, was würde sich in deinem Leben ändern, wenn du Beleidigungen und Unrecht und Ungerechtigkeit, die dir angetan werden, tatsächlich Gott anvertrauen würdest, so wie es David getan hat.
[39:58] Dass du nicht selber daran nachsinnst, wie könnte ich es heimzahlen, wie könnte ich das so machen, dass es gerecht ist.
[40:12] Wenn du zutiefst überzeugt wärst, dass Gott tatsächlich Gerechtigkeit herbeiführen wird und du es nicht selber in die Hand nehmen musst.
[40:25] Das ist der Grundtenor. Ich sage damit nicht, dass man nicht gegen Ungerechtigkeit vorgehen soll. Aber wenn das einmal grundsätzlich unsere Haltung ist, wären wir nicht bitter.
[40:37] Wir werden sehen, dass auch David hat Saul mit seinen Vergehen konfrontiert. Er hat ihn nicht einfach gewähren lassen. Wir sollen Unrecht konfrontieren.
[40:49] Aber die Rache, die müssen wir Gott überlassen. Wenn wir so denken würden, hätten wir nicht vielmehr Erbarmen mit diesen Menschen, so wie es David gehabt hat mit Saul.
[41:04] Er zeigt Saul seine Ehrerbietung und wirkliche, echte, innige Liebe und macht ihn auf sein Vergehen aufmerksam. Genauso wie es im Gesetz Moses steht, dass man es tun soll.
[41:14] Es steht nämlich in 3. Mose 19, 17-18 Du sollst deinen Bruder nicht hassen in deinem Herzen. Aber was soll man machen? Du sollst deinen Nächsten ernstlich zurechtweisen, damit du nicht seinetwegen Schuld trägst.
[41:30] Das hat David gemacht. Du sollst dich nicht rächen und den Kindern deines Volkes sondern sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.
[41:41] Ich bin der Herr. Wenn wir doch mehr von dieser Sanftmut hätten, von diesem Gott übergeben der Ungerechtigkeit, Gott übergeben der Rache, diese Demut, wie David sie gehabt hat, wie auch Jesus sie gehabt hat, so heisst es von Jesus und auch von uns, 1.
[42:02] Petrus 2, 21-23 Denn hierzu seid ihr berufen worden, denn auch Christus hat für euch gelitten, euch ein Beispiel hinterlassen, damit ihr seinen Fußstapfen nachfolgt.
[42:17] Und jetzt kommt, was Jesus erleiden musste, der keine Sünde tat, noch wurde Trug in seinem Mund gefunden, der Gescholten nicht widerschallt, leidend nicht drohte, sondern sich dem übergab, der gerecht richtet.
[42:34] genau dasselbe getan wie David. Vielleicht, wenn wir mehr so leben würden, wären Menschen mehr interessiert, unseren Gott kennenzulernen.
[42:47] vielleicht wollten unsere Kinder, wenn wir sie so behandeln würden, mehr wissen, wer dieser Jesus denn ist, würden mehr zuhören.
[43:00] deshalb lasst uns betrachten, was Davids Feindesliebe in seinem Gegner bewirkte und das bringt uns zum dritten Punkt.
[43:12] Ich habe diesen dritten Punkt überschrieben mit einer Bestätigung von Gottes Treue. Eine Bestätigung von Gottes Treue. Und hier lesen wir die Verse 17 bis 22.
[43:27] Und es geschah, als er zu Saul ausgeredet hatte, da sprach Saul, ist das deine Stimme, mein Sohn David? Und Saul erhob seine Stimme und weinte.
[43:43] Saul ist überwältigt. Wir haben es letzte Woche von Martin gehört, Römer 2, 4. Es ist nicht Gottes Güte, die uns zur Busse leitet.
[43:54] Hätte David ihm den Kopf abgehauen, hätte Saul nicht so weinen können. Hätte er ihn gefangen genommen, hätte Saul wohl auch nicht geweint. Aber es war Davids Güte.
[44:06] Saul ist überwältigt, sein hartes Herz voller Angst, voller Zorn, voller Hass, voller Selbsterhaltung ist überführt worden. Saul hätte gerade eben tot sein können, das wird ihm jetzt auf einen Schlag bewusst.
[44:18] Doch die Liebe Davids hat wenigstens für den Moment Sauls hartes Herz durchbohrt. Und viermal bestätigt Saul nun, dass David gut ist und dass er gut handelt.
[44:31] Vers 18 bis 20 lesen wir. Und er sprach zu David, du bist gerechter als ich, denn du hast mir Gutes erwiesen. Ich aber habe dir Böses erwiesen und du hast heute bewiesen, dass du Gutes an mir getan hast, da der Herr mich in deine Hand geliefert und du mich nicht getötet hast.
[44:51] Denn wenn jemand seinen Feind findet, wird er ihn auf gutem Weg ziehen lassen, so möge der Herr dir Gutes vergelten für das, was du an diesem Tag an mir getan hast.
[45:05] Bemerkt ihr, wie Saul in diesem Moment gar nicht anders kann, als gut zu reden von David. Er hatte ihn vorher schon angesprochen, mein Sohn David.
[45:17] Erinnert ihr euch? Vorher hatte immer nur dieser Sohn des Isai. So geredet. Das ist das erste Mal, wo er ihn so anspricht. Wo gibt es Menschen, wo gibt es einen Menschen, der seinen Feind einfach ziehen lässt, wenn er ihn in der Hand hat?
[45:36] Das gibt es einfach nicht. Endlich spricht Saul aus, was ihm immer mehr gedämmert hatte und was ihm immer Bauchweh gemacht hatte, nämlich in Vers 21 Und nun siehe, ich weiss, dass du gewiss König werden wirst und dass in deiner Hand das Königtum Israels bestehen wird.
[45:57] Diese Worte, wenn auch aus dem Mund eines Feindes sind eine große, eine Riesenermutigung, eine Bestätigung für David, dass er auf dem richtigen Weg ist.
[46:08] Er hat Saul verschont, er hat die Abkürzung gehen lassen, er hat nicht die Gelegenheit ergriffen, sofort auf den Thron zu steigen und trotzdem bekommt er von Gottes Bestätigung, du wirst König sein, du wirst das Königtum erlangen.
[46:25] Es hat sich gelohnt, sich nicht zu rächen und Gott wird zu seiner Zeit auf seine Weise sein Versprechen erfüllen. Was braucht David noch mehr als dieses Versprechen?
[46:38] Was brauchst du noch mehr als die Verheissung Gottes, dass er dich zum Ziel bringen wird? Und wir sehen auch die Priester und sogar Christus die haben sich nicht selbst die Ehre genommen diese Ämter zu haben.
[46:58] Hebräer 5 Vers 4 sagt uns und niemand nimmt sich selbst die Ehre sondern er wird von Gott berufen wie auch Aaron So hat auch der Christus sich nicht selbst verherrlicht um hoher Priester zu werden sondern der der zu ihm gesagt hat du bist mein Sohn heute habe ich dich gezeugt der hat ihn verherrlicht nicht einmal Jesus hat sich selber etwas genommen so wie es Johannes auch sagt niemand kann sich etwas nehmen außer es sei ihm von oben gegeben zurück zu Saul du fragst dich vielleicht sind Sauls Tränen echt kann man diesem Schurken trauen ja ich denke sie sind echt meint er seine Worte ernst in diesem Moment wohl schon doch habt ihr bemerkt er ist zwar überführt von seiner Sünde aber er ist nicht zerbrochen wie so ein Grashalm der so sich beugt aber nicht zerknickt ist der wird sich gerade wieder aufstellen wenn man ihn loslässt und ich will euch zeigen wieso ich auf diese
[48:08] Aussage komme er ist nicht total zerbrochen über seiner eigenen Sündhaftigkeit der Sünder er kann Tränen haben der Sünder kann Emotionen haben Ängste haben er kann sogar seine Sünden bekennen und der Sünder kann wie Saul schnell eingestehen du bist gerechter als ich steht in Vers 18 doch wenn er nicht vor Gott zerbrochen ist wird er niemals sagen du bist gerecht und ich nicht er wird seine totale Verdorbenheit nicht anerkennen er wird seinen totalen Bankrott nicht deklarieren nein niemals das hat Saul nicht getan und weiter sehen wir auch es ist schön dass er David wünscht dass Gott ihm Gutes vergelte für das was David Gutes getan hat doch denkt daran wie echte Busse bei Zacchaeus aussah Zacchaeus hat alles wiedererstattet was er gestohlen hatte zum Teil sogar viermal viermal mehr nun
[49:23] Saul hat eigentlich alles alles steht in seiner Macht er könnte vieles wieder gut machen aber er ist nicht bereit so weit zu gehen wisst ihr was Saul eigentlich auf der Stelle tun sollte er hat ja so eben anerkannt dass David der Gesalbte des Herrn ist dass David das Königtum erreichen wird Saul sollte auf der Stelle seine Krone ablegen sein Obergewand ausziehen und es David anziehen und sagen ich will dir mein Leben lang treu dienen das müsste er tun das wäre echte Busse aber er tut es nicht viele Jahre später ist der Davids Sohn gekommen Jesus Christus der Messias der Gesalbte Gottes und er kam auf die Erde und er tat allen Gutes er hat Gottes Güte gezeigt Gottes Liebe er hat Menschen geheilt er hat gepredigt er hat er hat sich über sie erbarmt und er predigte überall die Zeit ist nun erfüllt und das
[50:29] Reich Gottes das heißt das Reich der Herrschaft des Davids Sohnes des Messias ist jetzt nahe gekommen tut Busse er sagt den Menschen was sie tun müssen tut Busse das heißt kehrt um von euren Wegen wo ihr selber König sein wollt kehrt um und glaubt an das Evangelium er tat den Menschen nur Gutes und ließ sie wie David Gottes Güte spüren und anstatt dass die Menschen ihre Krone vor ihm ablegten und ihn als Herrn und König anerkannten was haben sie getan sie haben ihn ans Kreuz genagelt denken wir nicht wir wären besser gewesen genauso wie Saul war ihnen nur eins wichtig sich einen Namen zu machen wir lesen nämlich im letzten Vers von Kapitel 24 was im zweitletzten Vers Vers 22 was Sauls wirkliches Anliegen ist so schwöre mir nun bei dem Herrn dass du meine Nachkommen nach mir nicht ausrotten und meinen
[51:32] Namen nicht vertilgen willst aus dem Haus meines Vaters Saul war nicht bereit seinen Namen seine Ehre seine Krone sein Eigenleben an David zu verlieren und das ist es aber genau was wir im Reich des David Sohnes müssen damit wir zu diesem Jesus gehören damit wir an diesem Reich zu Christi teilhaben damit wir ewiges Leben haben Jesus selber sagt in Matthäus 16 dann sprach Jesus zu seinen Jüngern wenn jemand mir nachkommen will so verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf und folge mir nach denn wer irgend sein Leben erretten will so wie es Saul gerade tut der wird es verlieren wer wer aber irgend sein Leben verliert und meinet willen der wird es finden wenn du deine Krone ablegst und dann erkennst dass Jesus
[52:32] Christus Herr und König ist wirst du es finden denn was wird es einem Menschen nützen wenn er die ganze Welt gewinnt aber seine Seele einbüßt oder was wird ein Mensch als Lösegeld geben für seine Seele was nützt es dir wenn du noch 40 50 oder sieben Jahre länger König bist und dann gehst du für ewig verloren wenige sind bereit diesen Preis zu zahlen den eigenen Königsthron aufzugeben und Jesus König sein zu lassen hast du dies getan oder willst du dein ewiges Leben wirklich so leichtsinnig aufs Spiel setzen Vers 23 sehen wir dass David Saul diese Bitte gewährt und David schwor Saul und Saul ging in sein Haus David und seine Männer aber stiegen auf die Bergfestung David er hat ihm gesagt ja ich werde dich verschonen und er hat es eingehalten aber
[53:35] David traut Saul nicht jemand mit Liebe zu begegnen heißt nicht dass man unweise sein soll dass man naiv sein soll und David hat recht schon im Kapitel 26 geschieht eine ähnliche Situation wo Saul ihn wieder umbringen will Saul ist nur für den Moment abgezogen doch eigentlich wurmt es ihn ganz gewaltig dass er David jetzt nicht einen Kopf kürzer gemacht hat David aber er hat die Angelegenheit in Gottes Hand gelegt und um das ging es in dieser Predigt er ist jetzt immer noch in Gottes Charakterschule er ist immer noch nicht König aber er hat das Gute erwählt und du auch wenn du zu Gott gehörst bist du auch immer noch in Gottes Charakterschule Gott wird dir Prüfungen senden auch solche wo du Abkürzungen nehmen kannst bete aber um Unterscheidungsvermögen sättige dich mit Gottes Wort vertraue auf Gottes
[54:35] Gerechtigkeit räche dich nicht selbst und lasse dich von Gottes Treue überraschen schliess noch mit Gebet Vater im Himmel wir danken dir dass du uns diese Geschichte gegeben hast wo wir sehen wie wie David sein Vertrauen auf dich gesetzt hat und wir danken dir dass du ein so grosser Gott bist dass du es schaffst Menschen so zu verändern dass sie in dich vertrauen es ist nicht Davids Verdienst dass er so war es ist auch nicht unser Verdienst wenn wir dir glauben wenn wir dir nachfolgen können wenn wir richtig handeln sondern allein du bist der dem alle Ehre gebührt so bitten wir dich dass du uns hilfst in unseren alltäglichen Situationen diese Prinzipien zu beherzigen die wir jetzt gesehen haben und dir treu nachzufolgen und nicht Abkürzungen zu nehmen die gegen dein
[55:36] Willen sind