Zuflucht in einer Welt voller Not

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Prediger

Thomas Sardi

Datum
16. Juni 2024

Transkription

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[0:00] Wir wollen noch zusammen beten. Ja, Vater im Himmel, wir danken dir für die schönen Lieder, die wir heute singen dürfen. Du bist unsere Zuversicht, du bist unsere Stärke, du bist unsere Hoffnung.

[0:16] Wenn wir dich nicht hätten, dann würden wir nicht wissen, wo wir hingehen sollen, was wir machen sollen, wo wir unsere Schulden abladen können. Und so danke ich dir vielmals, dass wir auch heute Morgen uns mit diesem Thema beschäftigen dürfen, dass du unsere Zuflucht bist.

[0:36] Hilf uns zuzuhören und hilf mir zu reden und ich danke dir, dass du durch deinen Heiligen Geist hier bist. Amen. Letzten Sommer waren wir als Familie in den Bergen unterwegs, zusammen mit Andi und Noemi.

[0:52] Und er schmunzelt schon, er mag sich daran erinnern, als uns plötzlich unterwegs ein Gewitter, und zwar ein sehr heftiges, überraschte.

[1:05] Wir wagten uns kaum noch weiter zu bewegen, als der Regen in Strömen niederprasselte und es anfing zu hageln. Und der Wind uns die Kälte in die Kleider trieb und unter die Kleider.

[1:19] Ich war so dumm und hatte nicht einmal Regenjagd eingepackt. Und dann war noch das unaufhörliche Blitzen und das Donnern, welches ganz nahe war.

[1:30] Wir konnten nicht abschätzen, ob wir im nächsten Augenblick getroffen werden oder nicht. Und das machte uns Angst. Wie froh waren wir, dass wir schon nur einen kleinen Felsen, der war nicht höher als so, einen kleinen Felsen fanden, wo wir uns hindrücken konnten und ein wenig aus dem Regen und irgendwie Schutz finden konnten.

[1:53] In der Hoffnung, vom Schlimmsten verschont zu werden. Dieser Felsen war unsere Zuflucht im Sturm geworden. Doch mitten im Sturm war nicht nur dieser Felsen, wir beteten auch.

[2:06] Meine Kinder bestätigten mir, sie hatten auch gebetet und erlebt, wie Gott unsere Zuflucht gewesen war. Auch David, der von Gott auserwählte Mann, welcher König Israels werden sollte, er erlebte manche Stürme und große Not.

[2:24] Und ich möchte dir heute Morgen konkret darlegen, aus 1. Samuel 22, wie dieser David in grosser Not Zuflucht bei Gott gefunden hat und welche Auswirkungen es in seinem Leben hatte.

[2:42] Aus mindestens drei Gründen solltet ihr sehr gut aufpassen. Nämlich der erste ist, damit du die gleiche Zuflucht und Hilfe für dein Leben erfahren darfst wie David.

[2:56] Der zweite Grund, warum du zuhören musst, ist, damit du Gott wie David danach noch mehr preisen kannst, wenn du Zuflucht bei ihm gefunden hast. Und der dritte Grund, warum du zuhören musst, ist, damit nicht nur du selbst Hilfe empfängst, sondern auch anderen ein Wegweiser zu Gott sein kannst.

[3:21] Das Thema ist also Zuflucht in einer Welt voller Not. Zuflucht in einer Welt voller Not. Ich habe es in drei Teile gegliedert.

[3:37] Der erste ist Zuflucht. Wie und wo findest du sie? Der zweite Teil sind die Auswirkungen, wenn du Zuflucht gefunden hast. Und der dritte Teil ist, was, wenn du nicht Zuflucht bei Gott suchst?

[3:52] Was ist dann? Fangen wir mit dem ersten Teil an. Zuflucht, wie und wo findest du sie? Wir lesen 1. Samuel 22, Vers 1.

[4:06] Und David ging von dort weg und entkam in die Höhle Adulam. Entkam. Er brachte sich in Sicherheit.

[4:17] Er flüchtete. Was war passiert? Letztes Mal hat er es uns Andi erklärt. Nachdem David als Krieger viel Erfolg gehabt hatte und Gott ihm Gelingen gegeben hatte, wurde Saul, der amtierende König, neidisch auf David.

[4:36] Denn Saul war ja von Gott verworfen worden. Und er konnte nicht mit ansehen, wie jemand anderes den Thron besteigen würde. Und er selber war verworfen. Deshalb fing er an, David, der ihm eigentlich nie etwas zu Leide getan hatte, sondern immer nur zugedient hatte, ihn zu verfolgen.

[4:56] Und als der Druck zunimmt, sehen wir, wie David anfänglich Gott vertraut und zuversichtlich ist. Wir haben das gesehen in Psalm 59, wo er geschrieben hat, wie er Gott vertraute auf der Flucht.

[5:09] Doch je länger die Situation andauert, desto schwieriger wird es für ihn, immer noch festzuhalten an diesem Vertrauen. Und das kennst du bestimmt auch.

[5:22] Wenn du nur eine kurze Durchstrecke oder nur eine kurze Prüfung in deinem Leben durchmachst, dann gelingt es dir vielleicht noch gut, auf Gott zu schauen und auf ihn zu vertrauen.

[5:33] Denn du siehst das Ende des Tunnels. Du weißt, es ist Licht am Ende. Doch wenn auf eine Not noch eine weitere kommt, auf einen Schicksalsschlag noch ein weiterer und es nicht besser wird und du keinen Ausweg siehst und kein Ende siehst, was ist dann?

[5:56] Irgendwann kommst auch du an deine Grenzen. Und ihr, die ihr jung seid, denkt vielleicht, ja, das kenne ich nicht. Aber wartet nur, wenn ihr genug alt werdet. Dann fängst du vielleicht an zu zweifeln.

[6:13] Dann fängst du an, vielleicht deine Zuversicht zu verlieren. Was ist mit David passiert in Kapitel 21? Sein Glaube ist eingeknickt. Und wir haben in Kapitel 21 gesehen, wie David Hals über Kopf geflüchtet ist, auf der Durchreise beim Priester Ahimelech Halt gemacht hat, ihm eine Lüge aufgetischt hat, um Brot und Schwert zu bekommen und dann direkt in die Höhle des Löwen gelaufen ist, nämlich in die Philisterstadt Gath.

[6:42] Und dort kam Goliath her, den er einige Zeit vorher getötet hatte und dann als Held gefeiert wurde deswegen. Und die Philister, die erinnerte sich daran, da gibt es doch ein Volkslied, das heisst, Saul hat tausend geschlagen und David hat zehntausend geschlagen.

[6:58] Das ist doch dieser Typ hier. Also haben sie ihn gepackt, haben sie ihn vor den König gebracht. Und David wusste nur eines, er konnte sich nur wie ein Verrückter benehmen, hat in den Bart gesappert, hat an die Flügel der Tore, der Stadt gekritzelt und sich wie ein Verrückter verhalten.

[7:16] Welch eine Schande. Für einen tapferen Krieger, dass er sich so sein Leben retten muss. Welch eine Niederlage.

[7:30] Zum Glück hat der König ihn losgelassen, er hat gesagt, solche verrückte Leute brauche ich nicht, habe ich genug davon. Und David flüchtet in die Höhle Adulam. Das ist etwa 16 Kilometer von Gath.

[7:43] 16 Kilometer. Doch kann die Höhle ihm Zuflucht bieten? Bringt es etwas, wenn er sich in diese Höhle verkriecht?

[7:54] Und wie geht es ihm? Mit einem Wort. Es geht ihm mies. Es geht ihm mies. In Psalm 142 erzählt er uns von seiner Gemütslage in dieser Höhle.

[8:07] Wir werden ihn später aufschlagen, aber für jetzt hört gut zu. All das kommt aus Psalm 142. Und frage dich beim Zuhören, kenne ich das? Kenne ich solche Schwierigkeiten?

[8:19] David klagt über die grosse Not, über die Bedrängnis, in die er gekommen ist. Und er ist deswegen erschüttert. Sein Geist ist ermattet, er verzagt.

[8:31] Er hat keine Zuversicht mehr. So geht es ihm dort. Er hat keinen Plan, was er machen soll, wohin er gehen soll. Er ist ratlos, planlos. Und überall, wohin er gehen will, da gibt es einen Hinterhalt oder Feinde, die ihm auflauern.

[8:49] Und zwar nicht nur, um ihn gefangen zu nehmen, sondern möglichst, um ihn zu töten. Er ist einsam. Er ist ganz alleine dort. Niemand kümmert sich um ihn. Und niemand hilft ihm, die Lasten zu tragen, die er tragen muss.

[9:03] Jede Zuflucht ist ihm abgeschnitten. Er hat keinen Ruheort. Auch nicht in der Hölle Adulam. Und niemand kümmert es, meint er zumindest, niemand kümmert es, ob er tot oder lebendig ist.

[9:17] Er ist sehr schwach, sagte er. Alle Lebenskraft hat mich verlassen. Und er ist deprimiert. Depressiv schon fast. Er fühlt sich hilflos gegenüber der Übermacht seiner Verfolger.

[9:31] Hoffnungslos. Und seine Seele, sagte er, meine Seele ist gefangen in einem dunklen Kerker. Wisst ihr, was das bedeutet? Er ist verzweifelt.

[9:42] Er ist verzweifelt und zwar total. Und er weiss nicht mehr, wie er aus diesem Kerker hinauskommen soll. Darüber hinaus muss ihn auch der Gedanke geplagt haben, was mache ich eigentlich hier?

[9:56] Gott hat mich doch zum König bestimmt und mich gesalbt. Und jetzt sitze ich einsam, verfolgt und völlig verzweifelt in dieser Höhle. Und auch wir fragen uns, ist das nicht eine Verschwendung?

[10:09] Hat Gott ihn jetzt vergessen? Wer von euch kann sich ein Stück weit mit David identifizieren? Vielleicht geht es euch nicht so schlecht wie ihm. Aber ich denke, ein Teilweise könnt ihr euch sicher identifizieren mit ihm.

[10:25] Die letzten Jahre der Weltgeschichte waren nicht gerade beruhigend für unsere Gemüter. Und viele Menschen haben Angst. Sie sehen nicht weiter, machen sich Sorgen um die Zukunft.

[10:35] Sie sind depressiv oder neigen dazu. Und dazu kommen noch die alltäglichen Sorgen. Und es gehört zum Menschsein. Leider gehört es dazu, dass wir Not und Elend erdulden müssen.

[10:55] Dass wir Böses erdulden müssen. Es gehört dazu, dass sogar Glaubenshelden wie David solche Situationen erdulden müssen. Und vielleicht hatte der Hebräerbriefschreiber auch David im Sinn, als er schrieb, Hebräer 11, 38, Sie, deren der Welt nicht wert war, irrten umher in Wüsten und Gebirgen in Höhlen und Löchern der Erde.

[11:22] Es ist vielen Gläubigen schon so ergangen. Was hilft da? Bloßer Optimismus und positives Denken helfen da nicht weiter. Wo willst du Hilfe finden?

[11:34] Wo findest du Zuflucht? Und wie findest du sie? Das ist die Frage. Und David wendet sich an Gott. Und hier in Psalm 142, den ihr aufschlagen könnt jetzt, sehen wir ein Muster.

[11:51] Und merkt euch diesen Psalm, wenn es euch wieder einmal ähnlich geht wie David. Wendet euch an diesen Psalm und betet dieses Gebet nach. Es steht hier, Vers 1 und 2, ein Maskil von David, als er in der Höhle war.

[12:10] Ein Gebet. Ich schreie mit meiner Stimme zum Herrn. Ich flehe mit meiner Stimme zum Herrn. Ich schütte meine Klage vor ihm aus und verkünde meine Not vor ihm.

[12:22] David betet. Er schüttet sein ganzes Herz vor Gott aus. Er weiß, wohin er gehen muss. Zum Herrn. Lasst auch uns, anstatt immer zu jammern, anstatt Trübsal zu blasen, anstatt zu verzweifeln, lasst auch uns beten.

[12:42] Lasst auch uns, unser Herz, wirklich vor Gott ausschütten. David hatte genug Zeit in der Höhle. Er fragt sich, ob wir uns manchmal genug Zeit nehmen, um mit Gott zu reden.

[12:52] Dann geht es weiter in Vers 4. Wenn mein Geist in mir verzagt ist, so kennst du doch meinen Pfad.

[13:03] Auf dem Weg, den ich wandeln soll, haben sie mir heimlich eine Schlinge gelegt. Was macht David hier? Er erinnert sich daran, dass Gott alles weiß. Er erinnert sich an Gottes Wesen.

[13:15] Seht ihr das? Merkt ihr, wie viel Trost und Zuversicht du bekommen kannst, wenn du in einer solchen Situation daran denkst, Gott weiß ja, was mir begegnet.

[13:27] Er kennt ja meinen Weg. Genau das hat David gemacht. Er hat sich an die Allwissenheit Gottes erinnert. Das bringt uns zur Ruhe.

[13:38] Das bringt ihn zur Ruhe. Du kennst keinen Ausweg. Du nicht, aber Gott schon. Das ist doch Trost pur. Vers 5 geht es weiter.

[13:52] Ich schaue zu Rechten. Siehe, da ist keiner, der mich kennt. Jede Zuflucht ist mir abgeschnitten. Niemand fragt nach meiner Seele. Ich schreie, oh Herr, zu dir. Ich sage, du bist meine Zuflucht, mein Land, mein Teil im Land der Lebendigen.

[14:09] Seht ihr, was David hier wieder macht? David findet auch in der Höhle keine Zuflucht. Er sagt, ich habe keine Zuflucht. Er ist alleine. Niemand da, der ihm helfen würde.

[14:19] Niemand, der sich um ihn kümmern würde. Wo finde ich nur Zuflucht? Du, Herr, du bist meine Zuflucht. Zu dir fliehe ich, sagt er. Ob in einer Höhle oder wo auch immer du bist.

[14:34] Und er sagt, du bist mein Teil im Land der Lebendigen. Du bist mein Erbteil. Du bist alles, was ich brauche. Mehr brauche ich nicht. Kannst du dir das vorstellen?

[14:46] Kannst du dir das vorstellen? Denken und mit deinem ganzen Willen und allem, was du bist, so weit kommst, zu sagen, Gott, auch in dieser Situation will ich nichts anderes als nur dich alleine.

[15:01] Und du genügst. Du bist mehr als genug. Hast du das auch schon erlebt? Wenn du an diesen Punkt kommst, wie dann Ruhe einkehrt im Herzen?

[15:15] Ein Frieden, der allen Verstand übersteigt? Dann geht es weiter und er sagt, höre auf mein Weg klagen, denn ich bin sehr schwach. Errette mich von meinen Verfolgern, denn sie sind mir zu mächtig.

[15:28] Führe meine Seele aus dem Kerker, dass ich deinen Namen preise. Die Gerechten werden sich zu mir sammeln, wenn du mir wohlgetan hast. Und in diesen letzten zwei Versen sehen wir eine abschließende Bitte und dann Davids Verlangen.

[15:43] Führe mich wieder aus diesem Kerker hinaus, aus diesem Gefängnis hinaus. Und was ist sein Ziel? Steht hier. Damit ich deinen Namen preise.

[15:54] Das ist sein Ziel. Was denkst du? Wenn dein höchstes Ziel ist, Gott zu preisen und zu verherrlichen, wird Gott dein Gebet erhören?

[16:10] Ganz bestimmt. Denn das ist genau das, was es heißt, in Jesu Namen zu beten. Seine Ehre zu suchen. Das zu bitten, was er will. Nur musst du zuerst dorthin kommen, dass du mit allem, was du hast und mit allem, was du bist, wirklich Gottes Ehre suchen willst.

[16:32] Genau das durfte ich vor einiger Zeit aber auch erleben. Ich wusste bezüglich einer Situation nicht aus und ein. Und es war zum Verzweifeln, menschlich gesprochen. Doch eines Nachts bin ich einfach wach geworden und ich konnte dem Herrn alles hinlegen.

[16:51] Alles. Und es ging ziemlich lange. Und während ich betete, durfte ich erleben, wie der Friede Gottes mein Herz wirklich erfüllt hat. Der Friede Gottes, welcher allen Verstand übersteigt, weil die Situation hatte sich nicht geändert.

[17:07] Und trotzdem durfte ich Zuversicht und Freude spüren und eine Hoffnung, dass Gott eingreifen wird und alles dem Guten wenden wird. Und so ist es, wenn du Zuflucht beim Herrn gefunden hast.

[17:21] So ist es. Wo und wie findest du Zuflucht beim Herrn? Findest du sie? Und wie? Wenn du dein Herz vor ihm ausschüttest, wenn du sein Wesen dir in Erinnerung rufst und wenn du nichts anderes begehrst, als ihn und seine Ehre.

[17:42] Merke dir diesen Psalm 142, wenn auch du wieder einmal in so einer Höhle bist. Und das führt uns zum zweiten Punkt.

[17:53] Was sind die Auswirkungen? Was sind die Auswirkungen, wenn man bei Gott Zuflucht gefunden hat? Wir lesen 1. Samuel 22, Ab Vers 2.

[18:10] Ab Vers 1b, sorry. Und als seine Brüder und das ganze Haus seines Vaters es hörten, kamen sie dorthin zu ihm hinab. Und es versammelten sich zu ihm jeder Bedrängte und jeder, der einen Gläubiger hatte und jeder, der erbitterten Gemüts war.

[18:27] Und er wurde eroberster. Und es waren etwa 400 Mann bei ihm. Gott wusste ja, dass David Hilfe brauchte. Und auch wenn diese Menschen nicht kamen, um David zu helfen, so war er doch bald nicht mehr allein.

[18:46] Seine Brüder und das ganze Haus seines Vaters, sie kamen wohl, um sich selber die Haut zu retten. Denn sie wussten, Saul wird wohl bald auch in unserem Dorf auftauchen und hier ein bisschen aufräumen.

[18:59] Sie hatten ja selber Angst. Und dann war da das Gesindel, das kam. Habt ihr gelesen, was das für Leute waren? Das waren nicht die weisen Ratgeber dieser Welt.

[19:10] Das waren nicht die einflussreichen, die erfahrenen Kämpfer, die David helfen könnten, die mit dem guten Charakter, die eine gute Stimmung bringen würden. Nein, es kamen lauter solche, die Hypotheken mit sich herumschleppten, im wahrsten Sinne des Wortes.

[19:27] Psychische Fracks kamen zu David. Solche, die bedrängt waren, die waren in einer Notlage, weil sie irgendwie ihr Leben nicht auf die Reihe gebracht hatten.

[19:38] Sie hatten Streit vielleicht mit jemandem, vielleicht haben sie sogar jemanden umgebracht und sind jetzt geflüchtet. Dann kamen solche, die einen Gläubiger hatten, das heißt solche, die Schulden hatten, eben Hypotheken, und nicht mehr abzahlen konnten, vielleicht, weil sie faul waren, vielleicht, weil niemand ihnen Arbeit geben wollte und sie nichts verdienen konnten, weil sie einen schlechten Ruf hatten.

[20:02] Vielleicht waren sie einfach schlicht und einfach bankrott und pleite. Auch nicht eine gute Ausgangssituation. Und dann kamen noch solche, die erbitterten Gemüts waren.

[20:15] Verbitterte. Das Leben hatte sie hart mitgenommen. Sie waren enttäuscht von Gott. Sie waren enttäuscht von den Menschen und auch von sich selbst. Mutlos.

[20:27] Sie machten Schicksalsschläge zu verbitterten Menschen, die alles nur noch negativ sahen und sie jammerten und murrten, waren unversöhnlich, konnten niemandem mehr vergeben, waren vielleicht auch depressiv, ohne Hoffnung und aggressiv und wollten es den Leuten heimzahlen.

[20:45] Was für ein Dream Team für David. Ihr würdet sicher gerne solche Leute willkommen heißen, um euch zu helfen. Mit diesen kann man ja wirklich was anfangen, würde ich sagen. Eine topmotivierte Mannschaft, gut ausgebildet, charakterlich, nichts auszusetzen.

[21:01] Nein, so war das nicht. Wie willst du es mit 400 solchen Menschen in einer Höhle aushalten? Stell dir das mal vor, dieses Gejammer den ganzen Tag. Und übrigens, dort in der Gegend von Adulam hat es wirklich Höhlen, wo so Netzwerke sind, wo locker 400 Leute drin Platz haben.

[21:20] Was hatten die wohl Vervorstellungen, als sie zu David kamen? Wieso kamen sie? Die haben vielleicht gedacht, David, ja, der versteht uns, der ist jetzt auch ein Aussenseiter, ein Ausgegrenzter wie wir.

[21:32] Wir wollen zu David kommen und zusammen mit ihm eine Aussteigertruppe bilden. Ja. Wir wollen uns rächen an der Gesellschaft, die uns so ausgestossen hat und uns so an den Rand gedrückt hat.

[21:45] Sehr edle Motive, nicht wahr? Manchmal ist es gar nicht so weit entfernt von dem, was man auch erlebt. Dieses Gejammer und mit Leuten zu tun zu haben, die auch hin und wieder nicht so zufrieden sind.

[22:01] Es kann einfach wirklich der Wurm drin sein und alle sind am Jammern. Kenne ich manchmal auch von zu Hause. Doch, wisst ihr was?

[22:13] Diese 400 und bald darauf waren es schon 600, die werden zu Davids treuen Gefolgsleuten. Unter ihnen sind auch die Helden Davids, von denen wir lesen in 2. Samuel 23 und in 1. Chronik 11.

[22:29] David verstand es, die Herzen dieser Männer zu gewinnen und sie zu motivieren, sie aus dieser Höhle herauszureissen. Er half ihnen, aus ihrem Denken herauszufinden und erlebte ihnen vor, was es heisst, Gott zu fürchten, ihn zu lieben und er erntete als Dank, wisst ihr was er erntete?

[22:49] Ihre völlige Hingabe und ihre Liebe und ihre Treue zu ihm. Und diese Liebe, die Sucht seinesgleichen, hört mal gut zu, 1. Chronik 11, 5 bis 19, 15 bis 19 und 3 von den 30 Häuptern, sind einige von diesen Männern, gingen zum Felsen hinab zu David in die Höhle Adulam und das Heer der Philister lagerte in der Talebene Rephaim, also in der Nähe.

[23:14] David war aber damals auf der Bergfestung, da ist wohl die Höhle Adulam gemeint, und eine Aufstellung der Philister war damals in Bethlehem und David hatte ein Verlangen und sprach, wer wird mir Wasser zu trinken geben aus der Zisterne von Bethlehem, die am Tor ist.

[23:30] Da brachen die drei durch das Lager der Philister und schöpften Wasser aus der Zisterne von Bethlehem, die am Tor ist und trugen und brachten es zu David, nur um ihm einen Schluck Wasser zu geben aus Bethlehem.

[23:44] Aber David wollte es nicht trinken und goss es dem Herrn als Trankopfer aus und er sprach, das lasse mein Gott fern von mir sein, dass ich solches tue. Sollte ich das Blut dieser Männer trinken, die unter Lebensgefahr hingegangen sind?

[23:57] Denn unter Lebensgefahr haben sie es gebracht und er wollte es nicht trinken. Das taten die drei Helden. Seht ihr, wie sie David geliebt haben mussten? Und das waren ausgestossene Leute.

[24:10] Braucht man dann noch etwas zu sagen? Die Frage ist nur, wie schaffte David es, aus solchen Nörglern, Faulen, Motzern, Aussteigern eine zusammengeschweiste Truppe zu machen, die ihn wohl lebenslang treu begleitete?

[24:26] Und Psalm 34 gibt uns zumindest einen Teil der Antwort. Und das sind die Auswirkungen, weil Gott, weil David zu Gott Zuflucht genommen hatte.

[24:40] Darum konnte er auch diesen Männern Zuflucht bieten. Und wir schauen uns jetzt drei Auswirkungen an. Drei Auswirkungen davon, wo David Zuflucht gefunden hat bei Gott.

[24:51] Psalm 34. Schlagt ihn bitte auf. Vers 1 heisst es von David, als er seinen Verstand vor Abimelech verstellte und dieser ihn wegtrieb und er fortging.

[25:04] Ich vermute, dass dieser Psalm wohl nach Psalm 142 geschrieben wurde. Denn da geht es ihm bereits ziemlich viel besser. Er hatte ja in der Höhle Zeit zum Überlegen und konnte da diesen Psalm verfassen.

[25:19] Die erste Lektion, die wir sehen, ist die Verse 2-4. Er hat den Männern gesagt, hört auf zu jammern und lobt lieber Gott mit mir.

[25:31] Wir lesen die Verse 2-4. Er sagt, den Herrn will ich preisen alle Zeit. Beständig soll sein Lob in meinem Mund sein. Wisst ihr, was alle Zeit heisst? Er ist am Morgen von seinem Schlaf aufgestanden und hat angefangen, seine Psalmen zu singen in dieser Höhle.

[25:47] Und am Abend hat er es dasselbe getan. Er hat Gott gepriesen die ganze Zeit. Das haben die Männer mitgekriegt. Bist auch du so ein Vorbild? Das ist eine Auswirkung davon, dass David Zuflucht gefunden hat bei Gott.

[26:05] Dann sagt er, hören werden es die Sanftmütigen und sich freuen. Und er fordert diese Männer dort auf, erhebt den Herrn mit mir und lasst uns miteinander erhöhen seinen Namen.

[26:16] Er fordert sie auf. Hört auf zu jammern, lobt Gott. Das ist die erste Lektion. Die zweite Lektion, die er ihnen gab, ist die Verse 5 bis 9. Ich vertraue dem Herrn und ihr, ihr könnt das auch.

[26:31] Wir lesen Vers 5 bis 9. Er sagt, ich suchte den Herrn und er antwortete mir und aus allen meinen Beängstigungen errettete er mich. Das ist sein Zeugnis.

[26:43] Sie blickten auf ihn und wurden erheitert und ihre Angesichter wurden nicht beschämt. Dieser Elende und hat er wohl auf sich gezeigt, dieser Elende rief und der Herr hörte und aus allen seinen Bedrängnissen rettete er ihn.

[26:57] Der Engel des Herrn lagert sich um die her, die ihn fürchten und er befreit sie. Und jetzt sagt er zu ihnen, schmeckt und seht, dass der Herr gütig ist. Glückselig der Mann, der zu ihm Zuflucht nimmt, der ihm vertraut.

[27:12] Vertraut ihm. Ich habe ihm vertraut und habe Zuflucht gefunden. Vertraut auch ihr ihm. Und die dritte Lektion, die er ihnen gab, ist, fürchtet Gott und nicht Menschen.

[27:26] Ja, ihr habt Angst und ich auch, aber wir wollen Gott mehr fürchten als alle Menschen. Und da lese ich einfach den Vers 10. Fürchtet den Herrn, ihr seine Heiligen, denn keinen Mangel haben, die ihn fürchten.

[27:40] und dann geht es weiter und er erzählt ihnen, was die Furcht Gottes ist. Dass es mit Reden zu tun hat, mit der Einstellung und mit all dem. Aber seht ihr, das war das Vorbild Davids.

[27:53] Das waren also eine der Auswirkungen, wenn wir bei Gott Zuflucht suchen, Zuflucht gefunden haben, ist es, dass wir ihn loben, ihm vertrauen und ihn mehr fürchten als die Menschen.

[28:12] Und wenn wir das selber gelernt haben, dann will uns Gott auch gebrauchen, um das anderen Menschen beizubringen. Zum Beispiel euren Kindern, zum Beispiel euren Wegekollegen, zum Beispiel anderen Christen.

[28:26] Wem könntest du helfen, indem du ihm vorlebst, wie man Gott mitten in der Not lobt, auch wenn du selber noch drin steckst? Wie man ihm vertraut und wie man ihn mehr fürchtet und mehr liebt als alles andere auf dieser Welt?

[28:43] Ich habe es ausprobiert und war sehr positiv überrascht von den Ergebnissen, was es ausgemacht hat, wenn ich so anfing zu leben. Das war die erste Auswirkung, dass er ihnen ein Vorbild war.

[29:01] Eine weitere Auswirkung dessen, dass David bei Gott Zuflucht gefunden hatte, ist folgende. David sorgte sich mehr um die Sicherheit anderer Leute als um seine eigene.

[29:15] Wir lesen in 1. Samuel 22 jetzt wieder die Verse 3 bis 4. Und David ging von dort, also von der Höhle Adulam, ging er nach Mitzbe Moab, zu den Moabitern.

[29:31] Er hatte ja eine moabitische Urgrossmutter, Ruth, und er dachte sich, ja, da werde ich wohl freundlich aufgenommen, denn ich habe noch ein bisschen Blut von denen. Und er sprach zum König von Moab, lasst doch meinen Vater und meine Mutter ausziehen und bei euch sein, bis ich weiß, was Gott mir tun wird.

[29:49] Und er führte sie vor den König von Moab und sie wohnten bei ihm alle Tage, die David auf der Bergfestung war. David, man weiss nicht genau, welche Bergfestung das war.

[30:01] Es könnten mehrere sein, aber es kann gut sein, dass es eine Bergfestung in Moab war, weil er dort am sichersten war. Denn Saul konnte dort mit seiner Truppe nicht hingehen. Aber seht ihr, was er gemacht hat?

[30:14] Er hat sich um seine Eltern gekümmert. Und für uns heisst das, wenn du weisst, dass Gott für dich sorgt, dann bist du frei, anderen zu dienen.

[30:26] Ist das nicht erstaunlich? Oft verkriechen wir uns bei Problemen in unsere Höhlen und wir denken meist zuerst, wir müssen unser Problem zuerst lösen.

[30:39] doch wenn du weisst, dass Gott für dich sorgt, dann kannst du dich auch in grösster Not noch um andere Leute kümmern.

[30:51] Und hier ein Wort an alle, die Eltern haben, die noch leben. Seht, wie sich der Mann nach dem Herzen Gottes um seine Eltern gekümmert hat.

[31:03] Das entspricht 1. Timotheus 5,8. Wenn aber jemand für die Seinen und besonders für die Hausgenossen nicht sorgt, also für die Gläubigen, für die Hausgenossen, die in seinem Haus sind, so hat er den Glauben verleugnet und ist schlechter als ein Ungläubiger.

[31:18] Ist also auch ein Gebot. David hat dementsprechend gehandelt. Er war frei, er war frei, um sich um andere zu kümmern, anstatt nicht nur um sich selbst.

[31:29] Das war die zweite Auswirkung davon, dass er Zuflucht bei Gott gefunden hatte. Eine dritte Auswirkung dessen, dass David bei Gott Zuflucht gefunden hatte, ist folgende.

[31:41] David fühlt sich dort am sichersten, wo Gott ihn haben will und nicht in seiner Höhle. Dort, wo Gott ihn haben will. In Vers 4 bringt er die Eltern nach Moab und bleibt wahrscheinlich dort in Moab auf einer Festung.

[32:00] Doch David wartet auf Gottes Führung, denn er sagt zum König von Moab in Vers 3b, bis ich weiss, was Gott mit mir tun wird. Und in Vers 5 schickt ihm Gott diese Antwort.

[32:16] Er zeigt ihm, was er mit ihm tun will. Und es heisst hier, und Gott, der Prophet, sprach zu David, bleib nicht länger auf der Bergfestung, geh hin und begib dich in das Land Judah. Und David ging hin und kam in den Wald Heret.

[32:31] Gott schickt ihm den Propheten Gott. Wo dieser Mann auftaucht, woher er kommt, lesen wir nicht. Könnte gut sein, dass er aus der Prophetenschule Samuels kommt, von der wir lesen in Kapitel 19, Vers 20.

[32:45] Auf jeden Fall begleitet dieser Gott ihn das Leben lang und weist ihm immer wieder zurecht, so wie Samuel den Saul zurechtgewiesen hat. Auf jeden Fall macht dieser Gott ihn jetzt darauf aufmerksam, dass David gerade eines von Gottes Geboten gebrochen hat, nämlich 5.

[33:02] Mose 23, 2-6. Und dort heisst es, dass das Volk Israel mit den Moabitern keine Freundschaften pflegen soll. Und da David ein König wird, sollte er das möglichst vermeiden.

[33:15] Und es sagt ihm auch, dass Gott ihn nicht in Moab haben will, sondern in Judah, dort wo es gefährlich ist, aber dort, wo er etwas bewirken kann. Dort, wo er seinem Volk dienen kann.

[33:26] Und so geht David. Er geht wieder zurück in die Gefahrenzone. Wo genau Haaret liegt, wissen wir nicht. Aber wir lernen daraus, wenn du Zuflucht bei Gott gefunden hast, dann bist du sicher, egal wo du bist.

[33:41] Du bist sicher, weil nicht die Festung, nicht die Höhle, nicht das Ausland deine Rettung ist, sondern weil Gott deine Zuflucht ist. Und David drückte es am Ende seines Lebens folgendermassen aus in Psalm 18, Vers 3.

[33:54] Der Herr ist mein Fels und meine Burg. Und das Wort für Burg hier heisst Matsud, genau das gleiche wie Bergfestung. Der Herr ist mein Fels und meine Burg und mein Retter.

[34:08] Mein Gott, mein Schutz, zu ihm werde ich Zuflucht nehmen, nicht zu einer Burg, nicht zu einer Bergfestung. Mein Schild und das Horn meines Heils und meine hohe Festung ist der Herr.

[34:22] Wenn der Herr dein Fels und deine Burg und dein Retter und dein Zufluchtsort ist, dann bist du frei, das zu tun, was dort drüben an der Wand steht.

[34:33] Wenn ich mich richtig erinnern habe, heisst es, what he says, we will do, where he sends, we will go. Und genau das hat David getan. Wir haben also die drei Auswirkungen gesehen, die wir in unserem Leben auch erfahren, wenn der Herr wirklich unsere Zuflucht geworden ist.

[34:52] Wir loben ihn und vertrauen ihm und fürchten ihn mehr als alles andere und werden dadurch ein Vorbild für andere. Zweitens, wir sorgen uns nicht nur um uns selbst, sondern wir kümmern uns auch um andere.

[35:07] Und drittens, wir sind frei zu tun und zu gehen, wo immer Gott uns haben will, egal wie gefährlich es aussieht. Das sind drei Auswirkungen. Die Frage steht jetzt im Raum.

[35:20] Hast du wirklich Zuflucht gefunden bei Gott oder versuchst du immer noch deine Probleme selbst zu bewältigen? Das ist die Frage, nicht wahr? Deine Angst, deine Verzweiflung, deine Ratlosigkeit, vielleicht deine Komplexe, deine Diagnosen, die du erhalten hast, deine Krämpfe, deine unzufriedenen Kinder, die dir Mühe machen oder die Sünde, die dir zu schaffen macht.

[35:46] Ist dir was Vergangenheitsbewältigungstherapie, psychologische Betreuung, Selbsthilfegruppen, Blogs, um dich breit und seicht zu informieren?

[35:59] Das hilft alles nicht. All das brauchte David nicht. Wir lesen nirgends in der Bibel von sowas. Er hatte bei Gott Zuflucht gefunden.

[36:10] Wieso nicht auch du? Das führt uns zum dritten Punkt. Was, wenn du deine Zuflucht nicht bei Gott suchst?

[36:22] Was ist dann? Und ich bin mir bewusst, dass wir jetzt einen langen Abschnitt anschauen, die Verse 6 bis 19. Das ist das ganze Blutbad.

[36:34] Schrecklich. Und wir sehen hier, dass die Gefahr von David überhaupt nicht vorbei ist. Im Gegenteil, es brodelt mächtig in Sauls Gemütsküche. Wir werden diesen Teil jetzt eher zügig durchgehen.

[36:47] Doch Folgendes solltet ihr beachten, wenn wir das durchlesen. Während David in grosser Not bei Gott Zuflucht genommen hat und gefunden hat, macht Saul dies nicht.

[36:57] Saul, er hat auch Angst. Er hat auch Angst. Ja, was denn? Er hat Angst, dass ihm das Königreich weggenommen wird.

[37:12] Er hat Angst, dass eine Verschwörung im Gange ist und dass er nicht mehr diese Macht haben kann und dieses Ansehen. Nun gibt es zwei Optionen für Saul.

[37:23] Ich habe einmal gelernt, entweder fight or flight. Angriff oder Flucht. Das sind die zwei Optionen, die er hat.

[37:35] Und Saul macht in einem gewissen Sinne beides. Wo sieht man, dass er flüchtet? Er verkriecht sich in seine Höhle und isoliert sich selbst von allen Menschen.

[37:47] Das werdet ihr sehen, wenn wir durchlesen. Er isoliert sich selbst von den Menschen, die ihm treu dienen und er beschuldigt sie, dass sie sich verschworen haben gegen ihn.

[37:59] Und so isoliert er sich selbst. Das ist die Flucht. Dann auch der Angriff. In seiner Angst und in seiner Verletzlichkeit, die er an den Tag bringt. In seinem nur um sich selbst drehenden Gedanken kommt er immer wieder aus seiner Höhle heraus und feuert einige feurige Pfeile auf die Menschen um ihn herum.

[38:21] Und das Bild, das mir dabei in den Sinn kommt, ist so, als ich am Vorbereiten war, so eine kleine Kampfkrabbe, die so einen Panzer hat, unter der sie sich versteckt und zwischendurch mit ihrer Schere rauskommt und irgendwas zerschnipselt und andere verletzt.

[38:36] So kommt mir Saul vor. Und das ist die Folge und das ist die Auswirkung davon, wenn man nicht bei Gott Zuflucht sucht. Man wird den Problemen nicht mehr meister.

[38:49] Man ist verletzt. Man reagiert hart. Man verletzt andere, weil man selber verletzt ist. Man ist auf sich selbst bezogen und egozentrisch.

[39:02] Und man beurteilt ständig, ob die anderen jetzt einen mögen, ob man hoch im Kurs steht oder nicht. Man wird sehr sensibel darauf, wie die anderen reagieren auf uns. Mit solchen Menschen ist es schwierig, zusammenzuleben.

[39:16] Auch mit Saul war es schwierig, zusammenzuleben. Wir lesen jetzt Vers 6. Und Saul hörte, dass David und die Männer, die bei ihm waren, entdeckt worden seien.

[39:28] Saul aber saß in Gebea unter der Tamariske auf der Anhöhe mit seinem Speer in seiner Hand und alle seine Knechte standen bei ihm. Diese Knechte, die da bei ihm standen, das war seine Leibwache.

[39:41] Seine treuesten Männer. Und David war der Befehlshaber dieser Leibwache gewesen. Vers 7. Da sprach Saul zu seinen Knechten, die bei ihm standen, Hört doch, ihr Benjaminiter.

[39:55] Es waren alles Männer aus seinem Stamm, denen er die besten Posten gegeben hatte. Das war damals so üblich. Sagt ihn, Hört doch, ihr Benjaminiter, wird auch der Sohn Isais euch allen Felder und Weinberge geben, euch alle zu obersten über tausend und zu obersten über hundert machen, dass ihr euch alle gegen mich verschworen habt und keiner es meinem Ohr eröffnet, wenn mein Sohn einen Bund mit dem Sohn Isais geschlossen hat und keiner von euch sich kränkt, also keinem von euch tut es leid, meinetwegen, und es meinem Ohr eröffnet, dass mein Sohn meinen Knecht als Auflauer, als ein Hinterhalt gemacht hat, meinen Knecht David als Auflauer gegen mich aufgewiegelt hat, wie es an diesem Tag ist.

[40:42] Versteht ihr, was er da macht? Was Saul hier macht, ist das bekannte Mitleidsspiel. Im Endeffekt ist es Manipulation, was er hier betreibt.

[40:53] Weil er keine Sicherheit hat, weil er keine Zuflucht hat bei Gott gefunden, versucht er, die treuen Männer oder versucht er, die Treue seiner Männer zu erkaufen mit Gegenständen, mit Positionen, mit Geschenken und dann versucht er, Mitleid zu erregen.

[41:12] Niemand hat mich informiert. Ihr seid alle nicht treu zu mir. Kennt ihr diese Maschen? Und in seinem Hass will er nicht nur David, sondern auch Jonathan, seinen eigenen Sohn, am liebsten umbringen, der ihm noch nie etwas zur Leide getan hat.

[41:32] Und dabei war der Bund, den David mit Jonathan geschlossen hatte, der war nie zum Nachteil Sauls. Nie wollten sie Saul etwas Böses tun. Nun, da es keine Verschwörung gibt, antwortet ihm auch niemand.

[41:49] Es gibt nichts zu sagen. Doch einer, der will sich ein bisschen einschleimen. Und es gibt nichts Einfacheres, als sich bei jemandem einzuschleimen, der so unsicher ist wie Saul.

[42:02] Du musst nämlich nur sagen, was er gerne hören will. Und so kommt Doeg, der Edomiter, in Vers 9. Da antwortete Doeg, der Edomiter, der bei den Knechten Sauls stand und sprach, ich sah den Sohn Isais nach Nob kommen zu Ahimelech, dem Sohn Achitubs.

[42:21] Und er befragte den Herrn für ihn und gab ihm Wegzehrung und das Schwert Goliaths des Philisters gab er ihm. Darauf hat der Saul gewartet.

[42:33] Es war genau das, was er hören wollte. Da sandte der König hin, Ahimelech, den Sohn Achitubs, den Priester zu rufen, so wie das ganze Haus seines Vaters, die Priester, die Nob waren und sie kamen alle zum König.

[42:44] Wieso kamen sie wohl alle? Weil sie nichtsahnend waren. Sie hatten kein schlechtes Gewissen. Sie hatten nichts getan, dass irgendeine Bestrafung verdient hätte.

[43:01] Und jetzt lesen wir Vers 12 und Saul sprach, höre doch, du Sohn Achitubs. Merk dir, Saul spricht niemand mit dem Vornamen an. Er sagt immer, hey Sardi, hey Manton, hey Brito, so richtig abschätzig.

[43:18] Höre doch, du Sohn Achitubs. Und er sprach, hier bin ich mein Herr. Welche Ehrerbietung dieser Priester, diesem verrückten König schenkt. Hier bin ich, mein Herr.

[43:30] Und Saul sprach zu ihm, warum habt ihr euch gegen mich verschworen, du und der Sohn Isais, dass du ihm Brot und ein Schwert gegeben und Gott für ihn befragt hast, damit er als Auflauerer gegen mich aufstehe, wie es an diesem Tag ist.

[43:44] Das ist also die Anklage. Du steckst unter einer Decke mit diesem Rebellen, mit diesem Sohn Isais. Und als Ahimelech das hört und den Ton hört und die Ansprache hört, dann weiss er, es ist um mich nicht gut geschehen.

[44:03] Vers 14 lesen wir, Und Ahimelech antwortete dem König und sprach, und hier liefert er ihm fünf gute, vernünftige Gründe in seiner Verteidigungsrede. Der erste ist, und wer unter allen deinen Knechten ist wie David.

[44:17] Er ist, er ist und war immer dein Knecht. Noch nie hat er sich über dich erhoben. Der zweite Grund ist, treu, David treu, er war immer treu gegenüber dir.

[44:32] Der dritte, und der Schwiegersohn des Königs ist er auch. Er ist sogar in deine Familie eingeheiratet. Er hat deine Tochter geheiratet und er liebt dich.

[44:45] Der vierte Grund, und der Zutritt hat zu deinem geheimen Rat. Das heisst, er ist Befehlshaber deiner Leibwoche, deiner engsten Mitarbeiter. Er hätte dich ja jederzeit töten können, wenn er gewollt hätte.

[44:59] Er hat es nie getan. Und der fünfte Grund, und er ist geehrt in deinem Haus. Alle ehren ihn, weil er wisst, was er für ein Mensch ist.

[45:10] Zusammengefasst, David ist ein Mann von gutem Ruf. Er ist vertrauenswürdig. Und dann sagt er in Vers 15, habe ich heute erst angefangen, Gott für ihn zu befragen?

[45:23] Das sei fern von mir. Es war so, dass ein Priester nie für private Leute Gott befragt hat, was sollen sie tun, sondern nur für offizielle Leute.

[45:35] Aber David war immer in dieser Position zu ihm gekommen und hat um Rat gefragt. Es war für ihn Routine, für Achimelech, dass er für David den Herrn befragte, was er tun sollte.

[45:51] Dann geht es weiter. Nicht lege der König seinem Knecht etwas zur Last, noch dem ganzen Haus meines Vaters, denn dein Knecht hat von all diesem nichts gewusst, weder Kleines noch Großes. Er sagt, ich bin immer noch dein Knecht.

[46:06] Ich bin dir treu ergeben. Ich hatte keine Ahnung, dass David davon lief. Und das hatte er wirklich nicht. Und David hatte ihn ja auch angelogen. Aber beachtet, was für ein guter Charakter dieser Achimelech hatte, er hat nicht einmal erwähnt, dass David ihn angelogen hat.

[46:32] Er hat ihn nicht in den Direkt ziehen wollen. Vers 16, aber der König sprach, du musst sterben, Achimelech, du und das ganze Haus deines Vaters. Was für ein ungerechtes Urteil.

[46:44] Es gab weder genug Zeugen, noch eine Überprüfung der Fakten, noch darf der Ankläger selbst das Richterurteil sprechen. Es gab keinen unparteiischen Richter.

[46:56] Und in Vers 17 heisst es dann, und der König sprach zu den Läufern, die bei ihm standen, wendet euch und tötet die Priester des Herrn, weil auch ihre Hand mit David ist und weil sie wussten, dass er floh und es meinem Ohr nicht eröffnet haben.

[47:09] Und beachtet, wie er bewusst sagt, die Priester des Herrn. Die Priester des Herrn. Weil Gott Saul als König abgesetzt hat, will Saul jetzt Gott absetzen.

[47:27] Und er wendet sich ganz bewusst gegen die Priester des Herrn. Aber die Knechte des Königs wollten ihre Hand nicht ausstrecken, um die Priester des Herrn niederzustoßen.

[47:40] Die Leute wussten, dass es ungerecht war. Und sie hatten zu viel Respekt vor diesen Priestern, um eine solche grausame Barbarei daraus zu machen.

[47:53] Wie konnten sie an den Priester des Herrn Hand anlegen, sie als es erlitten? Und seht ihr, wie sich Saul hier selbst isoliert. Die Leute um ihn herum merken, dieser Mann ist verrückt.

[48:04] Das ist nicht das erste Mal. Das erste Mal war in 1. Samuel 14, als er gesagt hat, Jonathan muss sterben. Da hat auch niemand gehorcht. Und sie verweigern ihren Befehl, obwohl sie das Leben kosten könnte.

[48:20] Noch einer, der war dazu feig. Und darum heisst es auch dreimal in diesem Text, Doeg, der Edomiter. Er war kein Israelit.

[48:31] Er war zwar dort bei Achimelech, beim Priester und so weiter, aber er war nur ein Möchtegern, ein Anbeter von Gott.

[48:42] In seinem Herzen war er immer noch der Alte. Und da sprach der König zu Doeg, Vers 18, wende du dich und stosse die Priester nieder. Und Doeg, der Edomiter, wandte sich und stiess die Priester nieder.

[48:52] Und er tötete an diesem Tag 85 Mann, die das leinende Effod trugen. Es waren dienende Priester zwischen 20 und 50 Jahren alt. Und Nob, die Stadt der Priester, schlug er mit der Schärfe des Schwertes vom Mann bis zur Frau, vom Kind bis zum Säugling und Rind und Esel und Kleinvieh mit der Schärfe des Schwertes.

[49:13] In seinem Wahn richtet Saul ein grausames Blutbad an. Und wir können das nicht schön sprechen. Alle Priester und auch die Stadt der Priester muss aus seiner Sicht niedergeschlachtet werden.

[49:25] Was Saul auf Gottes Befehl nicht ausgeführt hatte an den Amalekitern, Gott hatte ihm befohlen, genau das zu tun an den Amalekitern, das hat er jetzt freiwillig dafür an den Priestern gemacht.

[49:38] Welche Tragödie. Und Saul in seinem Selbsterhaltungswahn, verlassen von Gottes gutem Geist, schaufelt sich sein eigenes Grab. Er trennt sich von allem, was ihm von Gott noch blieb.

[49:52] Nachdem die Bundeslade weg ist, sind nun auch die Priester weg. Und wehe dem Menschen, der so handelt. Und trotzdem hat er genau durch diese schreckliche Tat das Gericht Gottes über das Priesterhaus Elis gebracht.

[50:09] Saul und Doeg müssen diese Barbarei einmal vor Gott selbst verantworten. Sie sind verantwortlich, sie haben das Grausame getan.

[50:22] Und doch waren sie Gottes Werkzeuge, ohne dass es ihre Absicht war, Gott zu dienen. Sie waren in eigenem Antrieb, freiwillig, so hatten sie gehandelt.

[50:33] Und sie erfüllten trotzdem, was in 1. Samuel 3 steht, der selbst. Da sprach der Herr zu Samuel, siehe, ich will eine Sache tun in Israel, dass jedem, der sie hört, seine beiden Ohren gellen.

[50:45] Das ist so, wie wenn jemand dir mit der Tropete direkt ins Ohr bläst, dann fängt es an zu gellen. Wenn du das hörst, dass die ganze Stadt der Priester niedergemacht ist und alle Priester, dann werden alle denken, was ist los?

[50:59] An jedem Tag werde ich gegen Eli alles ausführen, was ich über sein Haus geredet habe. Ich werde beginnen und vollenden. Gott wird es vollenden, denn ich habe ihm kundgetan, dass ich sein Haus richten will in Ewigkeit, um der Ungerechtigkeit willen, die er gewusst hat, dass seine Söhne sich dem Fluch zuzogen und er ihnen nicht gewährt hat.

[51:20] Gottes Wort wird nie auf den Boden fallen. Ihr fragt euch jetzt vielleicht, was ist mit dem, der entkommen ist? Ja, der diente David noch als Priester, solange David lebte und dann wurde er von Salomo abgesetzt, war auch nicht mehr Priester.

[51:41] Und so ist das Gericht am Haus Elis vollendet worden. Und so wird offensichtlich an Saul, wohin der Weg führt, wenn man nicht bei Gott Zuflucht sucht.

[51:53] Bei Saul war es extrem, sagt er jetzt. So wird das doch nie sein bei mir. Doch aufgepasst, die Richtung, in die es geht, ist dieselbe. Immer weiter weg von Gott und schlussendlich in die Verlorenheit.

[52:11] Das ist die Richtung, wenn man nicht bei Gott Zuflucht sucht. Und beachtet noch einmal den Gegensatz, den David dazu bildet, der Mann, der bei Gott Zuflucht gefunden hatte.

[52:22] Und wir lesen die letzten Verse, Vers 20 aus 1. Samuel. Und ein Sohn Achimelich, des Sohnes Achitubs, entkam. Sein Name war Abiathar. Und er floh David nach.

[52:33] Und Abiathar berichtete David, dass Saul die Priester des Herrn ermordet hätte. Stellt euch einmal vor, oder könnt ihr euch vorstellen, was in David vorging an diesem Moment?

[52:44] Was für ein Schmerz es für einen Mann mit einem guten Herzen ist, der das Gute will und nicht das Böse, wenn er hören muss, dass alle Priester abgeschlachtet sind.

[52:56] Und wie viel mehr ist es noch schlimmer, wenn er merkt, ich habe dazu beigetragen, mit meiner Lüge. Vers 22, da sprach David zu Abiathar, ich wusste an jedem Tag, weil Doeg der Edomiter dort war, dass er es Saul sicher berichten würde.

[53:15] Und David kannte ihn offenbar gut genug. Und dann sagte er, ich bin schuldig an allen Seelen des Hauses deines Vaters. Seht ihr, was für eine Demut dieser Mann dort hatte?

[53:28] Könnt ihr euch vorstellen, ihr habt gerade frisch eine Truppe gebildet und zusammengeschweißt und die schauen auf zu euch und jetzt musst du ihnen einen solch dramatischen Fehler zugeben und sie hören es alle.

[53:44] Auf der einen Seite haben wir Saul, der versucht seine Leute zu manipulieren, dass sie ihn lieben und dass sie ihm treu sind. Und hier haben wir David, der mit grosser Trauer zugibt, dass er falsch gehandelt hat.

[53:57] Hat er denn nicht Angst, dass diese 400 Männer einfach davon laufen und sagen, mit so einem wollen wir nichts mehr Vorbild ist. Nun, wer bei Gott Zuflucht gefunden hat, der kann seine Fehler eingestehen.

[54:14] Er muss nichts vertuschen. Er muss Menschen nicht mehr beeindrucken und anschwindeln. Er muss sie auch nicht bestechen, bestechen, manipulieren und versuchen sie zu gewinnen.

[54:26] Er kann ehrlich und aufrichtig sein. Er kann in Gottesfurcht wandeln. Er kann seine Schuld zugeben, weil er weiß, dass die größte Kritik an seiner Person bereits geschehen ist.

[54:37] Für uns ist das am Kreuz. Wer bei Gott Zuflucht gefunden hat, der ist zu Jesus Christus gekommen und hat zugegeben, ich brauche deine Errettung und deine Erlösung.

[54:50] Ich brauche Zuflucht bei dir vor dem Zorn Gottes. Meine Schuld ist zu groß, dass ich sie selber tragen könnte. Und das Kreuz ist der Ort, wo jeder Gläubige sein Stolz ablegen muss.

[55:08] Wenn du weisst, dass die Anklage an dein Leben bedeutete, dass Jesus Christus für dich sterben musste, dann weisst du, wie schlimm dein Leben war, dann hast du gar nichts mehr zu verlieren vor Menschen.

[55:23] Und das ist der Unterschied, wenn jemand Zuflucht gefunden hat bei Gott. Gott. Für diesen Menschen ist es kein Problem, Schuld zuzugeben, denn er weiss, dass er bei Gott in Sicherheit ist, egal, was Menschen von ihm denken.

[55:37] Deshalb kann David auch zu Abiatar ganz am Schluss sagen, Vers 23, bleibe bei mir, fürchte dich nicht, denn wer nach meiner Seele trachtet, der trachtet nach deiner Seele, denn bei mir bist du wohl bewahrt.

[55:52] Möchtest du das auch sagen können? Dann fliehe zum Herrn und suche Zuflucht bei ihm. Wir werden anschließend noch dieses Lied singen, ich fliehe zum Herrn.

[56:07] Zuerst will ich noch beten. Ja, Vater im Himmel, wir danken dir für deine Güte und Treue gegenüber uns. Wir danken dir, dass wir in David ein solches Vorbild und ein Beispiel haben.

[56:22] Du hast ihn durch tiefe Täler geführt, in grosse Angst und Schrecken. Er wusste nicht aus und ein, war einsam, hatte keine Freunde. Aber er wusste, dass er zu dir kommen kann.

[56:38] Und du hast ihm Zuflucht gewährt. Es ist egal, wo wir sind und welche Menschen um uns herum sind und wie die Situation aussieht und wie die Umstände sind.

[56:48] Wir dürfen jederzeit zu dir kommen, unser Herz bei dir Wir dürfen Vertrauen zu dir fassen, uns erinnern, wer du bist. Und wir dürfen erquickt werden, sodass wir loben und preisen können, dass wir dir wieder vertrauen können und dass wir dich fürchten können und für andere ein Vorbild sein können.

[57:12] Ich danke dir vielmals für dieses Beispiel. Hilfe uns dabei, Herr, das zu tun. Amen.