Perlen auf schwarzem Grund

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Prediger

Stefan Moser

Datum
28. April 2024

Transkription

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[0:00] Montagmorgen 0553 in der S26 Richtung Winterthur. Dir kommt dieses qualitativ minderwertige Newspapier in die Hand, welches in Zügen praktisch überall zu finden ist.

[0:15] Und beim Durchblättern merkst du sehr schnell, dass du besser dein neues Testament gezückt hättest, denn du findest Schlagzeilen wie diese. Regierungsbeamter in Sexskandal verwickelt.

[0:27] Familiendrama fordert 69 Tote. Religiöse Führer in okkulte Praktiken verwickelt. Frau graubsam misshandelt und ermordet worden.

[0:38] Reisende nicht mehr sicher. Beinahe Genozid löscht eine halbe Volksgruppe aus. Staatsoberhaupt verstrickt in fragwürdige Schenkungen. Gewalt und Unrecht auf der Überholspur.

[0:50] Was wie 20 Minuten an einem durchschnittlichen Wochentag klingt, ist in Wahrheit ein Auszug aus einer Tageszeitung von vor 3300 Jahren.

[1:03] Einverstanden. NZZ, Blick und Tag, die gab es in der Form noch nicht. Hätte es sie aber gegeben, wären solche Schlagzeilen darin zu finden gewesen. Diese Schlagzeilen, sie stammen aus der Zeit der Richter.

[1:19] Einer Zeit, die mit folgendem Satz immer wieder überschrieben wird. Zu jener Zeit gab es kein König in Israel und jeder tat, was recht war, in seinen Augen. Ist es nicht erstaunlich, dass diese Zitate, die ich allesamt eigentlich dem Buch Richter entnommen habe, eins zu eins in unsere heutigen Zeitungen reinpassen würden?

[1:41] Wir sehen, das Böse, das Gottlose ist eine Konstante durch die Menschheitsgeschichte hindurch. Wie geht es dir inmitten dieser negativen, erdrückenden Nachrichten, die zeigen, wie der Mensch gefallen und sündig ist, wie Gottlosigkeit überhand nimmt?

[2:04] Wie geht es dir, wenn du den moralischen Zerfall in unserem sogenannten christlichen Abendland siehst, einem Land, einer Region, die insbesondere vor ungefähr 500 Jahren von Gott sehr viel Licht erhalten hat, in der Zeit der Reformation, in der Zeit, als man zurück zur Schrift ging?

[2:25] Wenn du um dich herumschaust, siehst du, da gibt es Pornografie auf dem Pausenhof, Alkohol und Drogensucht unter Jugendlichen, die ganzen Themen rund um Gender, LGBTQI+, und so weiter.

[2:40] Kriege, Klima, Biodiversität, Asyl, Finanz- und Identitätskrisen, Krieg in Europa. Die nächste Pandemie soll für 2025 geplant worden sein und die Fußball-Nazi scheinen so gar nicht in EM-Form zu sein.

[2:57] Wer will da noch fröhlich durch die Strassen ziehen? Wer will da noch Kinder in die Welt setzen? Ja, das hört man auch immer wieder. Bist du nicht auch mal ein bisschen niedergeschlagen?

[3:09] Mal ganz ehrlich, machst du dir nicht manchmal wirklich Sorgen, in was für Zeiten leben wir denn nun? Machst du dir nicht Sorgen um deine Familie, um deine Kinder, wenn sie morgen in die Schule müssen?

[3:23] Macht ihr euch Sorgen um die Gemeinde? Was kommt da alles rein durch die Tore? Denkst du nicht manchmal auch, dass alles irgendwie außer Kontrolle geraten ist und alles immer schlimmer wird?

[3:40] Ja, es sind böse Zeiten. Unser Herr Jesus hat es gesagt seinen Jüngern. Die Apostel haben davon gesprochen, auch gerade in Bezug auf die letzten Tage.

[3:50] Doch seid ihr bewusst, das Böse, ich habe es gesagt, ist eine Konstante in der Menschheitsgeschichte. Nehmen wir die Zeit vor der Flut, denken wir an die Zeit von Sodom und Gomorra oder eben die Zitate, diese Schlagzeilen, die allesamt aus dem Buch Richter stammen.

[4:10] Denken wir, wie es der Gemeinde im ersten und zweiten Jahrhundert unter der römischen Herrschaft ging. Denken wir, wie es der Gemeinde zur Zeit des Kommunismus ging und geht.

[4:21] All die Weltkriege und so weiter. Was brauchen wir, um in dieser Zeit den Mut nicht zu verlieren, den Kopf in den Sand zu setzen und einfach aufzugeben?

[4:36] Die Umstände um uns, die können wir ja schlecht ändern. Das, was sich ändern muss, ist unsere Einstellung dazu. Wir brauchen etwas von außen, was uns Mut gibt, was uns einen anderen Blick auf die Dinge um uns herum gibt.

[4:51] Und darum soll es heute Morgen gehen. Es gibt vieles, was uns den Mut rauben kann, aber es gibt etwas, was uns Mut schenken wird. Und das ist das Wort Gottes, was eben auch eine Konstante in der Geschichte ist.

[5:07] Und es ist sehr spannend, gerade in der dunklen Zeit der Richter gibt es eine Geschichte, die wie ein heller Morgenstern aus aller Nacht heraus leuchtet und die uns auch Mut macht für unsere heutige Zeit.

[5:22] Weil wir sehen, dass in Zeiten von Gottlosigkeit, von moralischem Zerfall etwas wie ein Leuchtturm aus allem heraus lag. Und das ist das Licht von Gott, das ist die Gnade von Gott, die durch die Menschheitsgeschichte hindurch immer da ist und da war.

[5:41] Ja, das Buch Ruth inmitten der Geschichte der Richter. Es ist eine Geschichte, die mit der goldenen Tinte von Gottes Gnade geschrieben wurde, auf den dunklen, schwarzen Grund der menschlichen Bosheit, Sünde und Not.

[6:00] Das Buch Ruth, Uwe Seidel, viele kennen ihn, hat das Buch Ruth einmal eine Perle genannt. Ich möchte das Bild weiterzeichnen und sagen, Ruth ist eine Perle auf schwarzem Grund.

[6:16] Der Hintergrund, die Geschichte, die Bühne, auf der Ruth spielt, ist schwarz, dunkel, es ist Nacht. Und in dieser Nacht scheint diese Perle umso schöner.

[6:26] Vom Hörensagen weiss ich, dass ein Juwelier, wenn er ein Schmuckstück inszenieren will, dann legt er es auf einen schwarzen Hintergrund. Weil das Schmuckstück, es hebt sich sehr stark vom schwarzen Hintergrund ab.

[6:39] Es bildet einen wunderbaren Kontrast, was das Schmuckstück, die Perle, umso schöner und heller erstrahlen lässt. Und genau so kommt es mir vor, wenn ich das Buch Ruth lese.

[6:50] Es ist ein Buch, was uns Mut gibt, was uns Hoffnung schenkt, weil wir etwas sehen. Trotz aller Bosheit, trotz aller Verdorbenheit des Menschen ist etwas da, das bleibt bestehen.

[7:03] Es ist die Gnade von Gott, die in diesem dunklen Hintergrund ganz besonders hell aufleuchtet. Und so möchte ich dir heute Morgen anhand des Buches Ruth Mut machen, um morgen in deinem Alltag feststehen zu können.

[7:21] Der Titel der heutigen Predigte lautet Perlen auf schwarzem Grund. Und wir möchten gemeinsam drei Perlen tauchen in diesen vier Kapiteln vom Buch Ruth, damit du Gottes grosse Gnade trotz aller Dunkelheit um dich herum heute Morgen neu erkennst, dass du Mut hast für das Morgen, egal wie die Zeiten auch sein mögen.

[7:47] Darum geht es im Wesentlichen heute Morgen Lektionen über Gottes Gnade anhand der Geschichte von Ruth und Noemi.

[7:59] Und wir machen im Prinzip eigentlich so viel wie Bibelkunde, praktisch angewandt. Wir machen keine Vers für Vers Auslegung von einem Kapitel. Wir drehen nicht jedes Wort um. Wir werden vieles einfach so stehen lassen.

[8:11] Ja, ich glaube, ihr kennt die Geschichte alle einigermassen. Da können wir dieses Experiment wagen. Wir machen einen Drohnenflug über das Buch, werden uns drei Zwischenstops erlauben.

[8:23] Runterstechen, runtertauchen, die Perlen hervorholen, sie einpacken, weiterfliegen, damit wir gerüstet sind für morgen. Ja, die drei Perlen, die wir aus diesen vier Kapiteln rausnehmen möchten.

[8:37] Es gäbe viele mehr, ganz klar. Das ist nicht alles, das ist einfach Auszugsweise. Und jede dieser Perlen wäre ein Thema für eine eigene Predigt. Mir geht es darum, dir aufzuzeigen, wie überwältigend das Thema von Gottes Gnade im Buch Ruth in einer Zeit von Dunkelheit hervorkommt.

[8:58] Die erste Perle, die wir heute Morgen anschauen werden, wir finden sie im Wesentlichen in den Kapiteln 1 und 2, nenne ich echte Umkehr. Wir gehen dann ins Kapitel 2 und 3, da geht es um echte Gnade und schlussendlich in Kapitel 4 echte Erlösung.

[9:17] Ja, das Buch Ruth, ich habe es gesagt, geschrieben in einer Zeit, in der es wahrlich nicht einfach war zu leben, auch nicht für gottesfürchtige Männer und Frauen, Teil am Volk Gottes.

[9:33] Und wir lesen den ersten Vers im Buch Ruth, was uns eigentlich den geografischen und zeitlichen Hintergrund ganz schön aufzeigt.

[9:44] Ruth Kapitel 1, Vers 1, da heißt es, Und es geschah in den Tagen, als die Richter regierten, da entstand eine Hungersnot im Land. Damals zog ein Mann aus Bethlehem in Judah fort, um sich im Gebiet von Moab niederzulassen, samt seiner Frau und seinen beiden Söhnen.

[10:04] Ja, das ist der Hintergrund, in dem diese Geschichte spielt. Die Zeit der Richter, schaut einmal, wie das Buch Richter aufhört. Es geht, wie gesagt, um den Satz, Damals tat jeder, was recht war, in seinen Augen.

[10:19] Es war eine Zeit, in der es auch Hungersnotte gab. Wir lesen es in der Geschichte der Richter, da kamen immer wieder diese feindlichen Stämme, feindlichen Völker und beraubten Israel. Es war eine Zeit, die gekennzeichnet war aus Niedergang, Götzentienst, Gericht, Umkehr und dann das Ganze wieder von vorne.

[10:40] Und wenn wir uns jetzt Gedanken machen über diese erste Perle, echte Umkehr, so bedeutet das zunächst einmal, dass da jemand sich von A nach B bewegen muss, damit er dann wieder umkehren kann.

[10:52] Das ist ja logisch. Und genau das passiert hier im ersten Vers. Ich erzähle kurz die Geschichte, bis wir dann mit Lesen weiterfahren. Der Mann aus dem Stamme Judah, aus Bethlehem, der Elimelech, der packte seine Familie zusammen, weil es da eine Hungersnot gab und er erhoffte sich, bessere Zeiten im Feindesland in Moab zu finden.

[11:17] Ich möchte diese Tat gar nicht moralisch bewerten, weil unser Bibeltext tut es so auch nicht. Ich möchte einfach herausstreichen, was dann genau passiert ist.

[11:31] Wir sehen im weiteren Verlauf der Geschichte, dass der Preis für Brot in Moab sehr hoch war. Wir sehen nämlich, der Preis für einen gedeckten Tisch waren drei Leichen.

[11:43] Das klingt jetzt ein bisschen makaber, aber wenn wir die Geschichte kennen, wissen wir, dass es letzten Endes so war. Und am Ende steht die Noemi alleine da mit zwei heidnischen Schwiegertöchtern, hat die beiden Söhne Kilion und Machlon verloren.

[12:00] Die sind gestorben, ohne Nachkommen zu zeugen. Und zehn Jahre zuvor hat sie ihren Ehemann verloren. Was gibt es da anderes als eine Umkehr?

[12:11] Keine Perspektive mehr in Moab für die Noemi. Und wir sehen dann die Umkehr. Und diese Umkehr, die findet eigentlich in zwei Phasen statt. Wir sprechen zum einen von einer physischen Umkehr.

[12:23] Sie packt zusammen und sie kehrt zurück in ihre Heimat nach Bethlehem. Zum anderen werden wir aber auch sehen, dass eine innerliche Umkehr noch ausstehend war.

[12:35] Sie kehrte zwar physisch zurück, innerlich war sie aber weiter von ihrem Gott entfernt als je zuvor. Da kommt aber nun eine zweite und eine dritte Person ins Spiel und auf die möchten wir nun kurz unser Augenmerk legen.

[12:51] Wir sehen nämlich diese beiden Schwiegertöchtern, die Orpa und die Ruth. Und ich möchte jetzt den Dialog lesen, der diese Geschichte von der physischen, aber auch von der geistlichen Umkehr von der Ruth in sehr schöner Art und Weise zeigt.

[13:07] Und wir lesen ab Vers 7 im Kapitel 1. Das findet statt, als die Noemi sich entschieden hat, sich von Moab abzukehren zurück in ihre Heimat.

[13:19] Da heißt es, so verließ sie den Ort, wo sie gewesen war, und ihre beiden Schwiegertöchter mit ihr. Und sie machten sich auf den Weg, um wieder in das Land zurückzukehren. Noemi aber sprach zu ihren beiden Schwiegertöchtern, Geht hin, kehrt um, jede zum Haus ihrer Mutter.

[13:36] Der Herr erweise euch Güte, wie ihr es an den Verstorbenen und an mir getan habt. Der Herr gebe euch, dass sie Ruhe findet, jede im Haus ihres Mannes.

[13:49] Und sie küsste sie zum Abschied, da hoben sie ihre Stimme und weinten. Und sie sprachen zu ihr, wir wollen mit dir zu deinem Volk gehen. Zunächst sah es so aus, als würden die beiden Schwiegertöchter, die Orpa und die Ruth der Noemi, zurückfolgen wollen in ein Land, was sie nicht kannten.

[14:09] Dass die Noemi zurückgeht, liegt irgendwie auf der Hand, denn wir lesen zuvor im Vers 6, dass die Noemi im Feindesland mitbekommen hat, dass der Herr sein Volk heimgesucht hat und Brot geschenkt hat.

[14:24] Dass sie zurückkehrt, scheint logisch. Was will sie allein in Moab? Aber die beiden Schwiegertöchter, die sagen, wir kommen mit dir. Obwohl da keine weiteren Söhne gewesen wären, die sie hätten heiraten können.

[14:37] Eigentlich ganz schön, wenn wir das so vor Augen haben. Und so machen sie sich beide zunächst einmal mit auf den Weg. Die Ruth, beziehungsweise die Noemi, die will sich verabschieden von den beiden Schwiegertöchtern, will sie zurückschicken.

[14:51] Aber die beiden sagen, wir wollen mit dir zu deinem Volk gehen. Es scheint hier zunächst, dass wir hier eine Umkehr haben in Form von drei Personen.

[15:03] Aber wir sehen dann, wie die Geschichte weitergeht. Die Noemi dringt in ihre Schwiegertöchter und ratet ihnen dringend davon ab, mit ihr nach Bethlehem zu ziehen.

[15:14] Denn sie sagt in Vers 11, Aber Noemi sprach, kehrt um meine Töchter, warum wollt ihr mit mir gehen? Trage ich denn noch Söhne in meinem Schoß, die eure Männer werden könnten?

[15:26] Kehrt um meine Töchter und geht heim, denn ich bin zu alt, um noch einen Mann zu heiraten. Und wenn ich auch spreche, es ist zu hoffen, dass ich schon diese Nacht einen Mann bekomme und sogar Söhne gebäre.

[15:38] Wolltet ihr deshalb warten, bis sie gross geworden sind? Wolltet ihr deshalb euch einschliessen und keinen Mann heiraten? Nicht doch, meine Töchter, denn mir ergeht es noch viel bitterer als euch, weil die Hand des Herrn gegen mich ausgestreckt ist.

[15:56] Da erhoben sie ihre Stimme und weinten noch mehr, und Orba küsste ihre Schwiegermutter zum Abschied. Ruth aber hing ihr an. Ja, die Noemi, wir haben es gelesen, sie unternimmt alles, um ihren beiden Schwiegertöchtern aufzuzeigen, dass es ein kapitaler Fehler wäre, wenn sie mit ihr zusammen nach Judah ziehen würden.

[16:22] Und da kommt die Orba an einen Punkt, wo sie anfängt zu rechnen. Und das ist der Punkt, den ich heute Morgen ganz bewusst machen möchte und auch uns in unsere Mitte rufen möchte.

[16:37] Wie viele Menschen sind auch heute in unserer Zeit scheinbar mit uns zusammen unterwegs ins gelobte Land? Äusserlich sind sie auf derselben Strasse, genau wie Orba.

[16:52] Sie kommen mit, obwohl ihr gesagt wurde, du mach das besser nicht. Sie kommen trotzdem mit. Aber wir sehen, dass die Orba an einem Punkt kam, da hielt sie still.

[17:05] Da hat es begonnen nachzudenken. Da hat sie begonnen zu rechnen. Und die Noemi sagt ihr ganz klar, was hast du in Bethlehem zu suchen? Du hast keine Kinder von mir mehr zu erwarten.

[17:21] Da gibt es nichts, was du von mir bekommen könntest. Und da merken wir plötzlich, dass die Orba verstand, was sie alles aufgeben würde, wenn sie auf dieser staubigen Strasse Richtung Judah weiterziehen würde.

[17:37] Sie würde ihre Hoffnung auf Familie, auf Wohlstand, auf soziale Sicherheit usw. aufgeben und in Moab zurücklassen. Denn was will sie als Heidin in Judah?

[17:52] Die Chancen auf eine Zukunft sind für sie als Moabiterin wesentlich höher in Moab. Das ist und das war der Punkt, wo die Orba gerechnet hat und erkannt hat, der Preis für diesen Weg ist für mich zu hoch.

[18:09] Sie wendet sich ab, sie küsst die Noemi zum Abschied getraurig zurück und verschwindet aus der Geschichte und wird am Schluss in Kapitel 4 im Gegensatz zu ihrem verstorbenen Ehemann nicht mehr erwähnt.

[18:22] Was sich hier einfach wie eine Geschichte anhört, ist in der heutigen Zeit oft eine tragische Wahrheit. Menschen sind mit uns auf dem Weg, bis sie an den Punkt kommen, wo das Glaubensleben, wo die Nachfolge einen Preis verlangt.

[18:40] Sie rechnen und sie kommen zum Punkt von der Entscheidung. Und sie müssen sich entscheiden. Entweder für die Nachfolge oder entweder gegen die Nachfolge.

[18:50] Wir haben hier zwei Personen, die stellvertretend uns diesen Weg aufzeigen. Bevor wir zurückkommen, ein, zwei Gedanken noch zur Orpa. Vor 3300 Jahren ungefähr spielt diese Geschichte.

[19:05] Sie hat sich vor ungefähr 2000 Jahren wiederholt, als unser Herr durch Israel zog und predigte und er hat auf die Volksmenge geschaut, die ihm nachfolgte. Und er hat sich darauf aufmerksam gemacht.

[19:17] Freunde, überprüft, ob ihr bezahlen könnt. Rechnet zuerst durch, bevor ihr euch auf den Weg macht. Die Füchse haben Höhlen, die Vögel des Himmels haben Nester.

[19:29] Der Sohn des Menschen hat nicht, wo er sein Haupt hinlege. Wer einen Turm baut, der prüft zuerst, was habe ich auf meinem Konto, kann ich vollenden? Denn ich will ja nicht zum Gespött werden.

[19:39] Wenn du in den Krieg ziehst, dann prüfe, ob du dem gewachsen bist, der mit der doppelt so großen Armee auf dich zukommt. Preis der Nachfolge.

[19:50] Jeder Mensch, ob er sich dessen bewusst ist oder nicht, er kommt in seinem Leben an einen Punkt, wo diese Entscheidung fällt. Es ist, als würde jemand vollgepackt mit Koffer und Rucksack an ein Drehkreuz kommen.

[20:04] Und er muss sich entscheiden. Lasse ich mein Gepäck zurück? Komme ich mit dem, was ich auf meinem Leib habe? Lasse der Nörd zurück und gehe durch diese Tür auf diesem neuen Weg?

[20:17] Oder ist der Preis, wie beim reichen Jüngling, zu hoch? Und ich gehe traurig davon und verschwinde in der Bedeutungslosigkeit der Geschichte? Das ist die Seite der Orpa.

[20:29] Sie schien auf dem Weg ins gelobte Land, bis sie verstand, was dies für sie bedeutet. Ein kleiner Nebensatz noch zur Noemi, der uns stellvertretend auch zeigt, in was für einer Verfassung sich das Volk Gottes befand.

[20:51] Wir haben hier eine Angehörige aus dem Volk Gottes, aus dem Stamme Judah. Und die sagt, frei übersetzt zu einer Heidin, bitte geh zurück zu deinen Götzen, weil von meinem Gott hast du nichts zu erwarten.

[21:07] Es geht dir allemal besser in der Welt. Und wir werden es gleich noch sehen. Die Noemi, sie war äußerlich, physisch auf dem Weg zurück. Innerlich war sie noch sehr weit davon entfernt.

[21:20] Aber sie war nicht wirklich ein Zeugnis, sie war nicht wirklich ein Segenskanal für die Heiden. Nicht wahr? Gott hat sich ein kleines, geringes Volk auserwählt, das durch dieses Volk der Segen in die ganze Umgegend fliessen soll.

[21:35] Und dann hören wir hier dieses Werkzeug von Gott, das eigentlich eine Heiden davon abratet, ihrem Gott nachzufolgen und zurückzugehen zu den Götzen.

[21:47] Die Noorpa, sie verschwindet. Wir haben aber die zweite Schwiegertochter vor uns und das ist die Ruth.

[22:01] Wir lesen weiter ab Vers 16. Nachdem die Noemi noch einmal in die Ruth dringt, kehre um deiner Schwägerin nach.

[22:12] Sie hat das gute Teil der Welt sozusagen. Dann antwortet die Ruth und das dürft ihr euch wirklich dick und fett unterstreichen in eurer Bibel. Dringe nicht in mich, dass ich dich verlassen und mich von dir abwenden soll.

[22:27] Denn wo du hingehst, da will ich auch hingehen. Und wo du bleibst, da will auch ich bleiben. Dein Volk ist mein Volk und dein Gott ist mein Gott.

[22:39] Wo du stirbst, da sterbe auch ich und dort will ich begraben werden. Denn der Herr tue mir dies und das und noch mehr, wenn nicht der Tod allein uns scheiden soll.

[22:49] Ich finde, diese Geschichte gibt uns eine sehr bildliche Darstellung und eine sehr schöne Antwort auf die Frage, wer ist denn ein Christ?

[23:04] Wer ist auf dem Weg ins gelobte Land? Es ist eine Person, die sagt, dein Gott ist mein Gott. Und dem auch Taten folgen lässt. Wir lesen dann, wie die Geschichte weitergeht.

[23:17] Da waren Früchte zu erkennen. Da kommt plötzlich ein Gutsbesichter, der sieht. Da ist zwar eine Heiden, aber in der ist was passiert. Die lebt ganz anders. Das hier ist der Anfang.

[23:29] Das war der Tag der Entscheidung. Die Ruth hat verstanden. Die Ruth hat sich entschieden. Auch wenn ich in Israel verhungern will, selbst wenn ich mit meiner Schwiegermutter dort sterben soll, es ist immer noch besser, als zurück zu meinen alten Götzen nach Moab zu gehen.

[23:47] Dein Volk ist mein Volk. Das auserwählte Volk sollen meine Brüder und Schwestern sein. Dein Gott ist mein Gott. Und sie lässt alles zurück, was sie hatte und folgt der Naemi mit nach Judah.

[24:04] Und das bewegt mich einfach tief, weil es zeigt uns einfach wirklich, was ist eine echte Umkehr. Und wenn wir jetzt das in den grösseren Kontext reinbringen, dann verstehen wir auch, weshalb ich eingangs so sehr die Gnade von Gott betont habe.

[24:20] Die Gnade von Gott, die eigentlich als leuchtendes, wirklich als großes Leuchtfeuer aus diesem Text herauskommt. Wir haben hier eine Frau und wir werden es unter Punkt 2, wenn wir die zweite Perle bergen, die sich nennt echte Gnade, noch ein bisschen weiter vertiefen.

[24:39] Die Ruth, sie hatte kein Anrecht, sie hatte keinen Anspruch, einen Teil an diesem Volk zu werden. Alles, worauf sie hoffen konnte, war die Gnade.

[24:51] Aber Gott schenkt ihr Licht, Gott schenkt ihr eine Umkehr, die sich dann wirklich auch in Früchten und in echten Taten zeigen wird. Doch dazu kommen wir gleich beim Thema echte Gnade bei unserer zweiten Perle.

[25:08] Wir möchten noch einen Augenblick bei der Naemi verweilen. Ja, äußerlich ist sie zurück auf dem Weg nach Bethlehem und da kommt sie schließlich auch an. Und in Vers 19 sehen wir dann die Leute, die sagen, oh, ist das nicht die Naemi?

[25:24] Es ist sie wirklich, sie kommt zurück nach über zehn Jahren. Physis ist sie da. Schauen wir uns die Antwort an von der Naemi im Vers 20. Und das zeigt, wie es in ihr drinnen aussah.

[25:36] Ja, sie aber sprach, nennt mich nicht Naemi, das bedeutet so viel wie die Liebliche, sondern nennt mich Mara, die Bittere, die Betrübte.

[25:48] Denn der Allmächtige hat es mir sehr bitter gemacht. Voll zog ich aus, aber leer hat mich der Herr wieder heimgebracht. Warum nennt er mich denn Naemi? Dadurch hat der Herr mich gedemütigt und der Allmächtige mich betrübt hat.

[26:02] Die Naemi befindet sich physisch in Bethlehem, physisch im gelobten Land, doch innerlich war sie einer Wüste und ganz weit von Gott entfernt.

[26:21] Auch hier, Gottes Gnade, wir sehen sie nicht nur dort, wo Gott Heiden, Ungläubigen, Licht, Busse schenkt, wo ihnen Gnade gibt, dass sie glauben können, sondern wir finden sie auch immer wieder in unserem Leben.

[26:34] Denn sind wir ehrlich, wie oft sind wir der Naemi ähnlich. Wir sind versucht worden, wir sind in Prüfungen, wir haben vielleicht einen Todesfall, wir haben unsere Arbeitsstelle verloren, wir haben eine Krankheit.

[26:47] Es gibt Situationen, die machen uns das Leben schwer. Und ich glaube, wir können uns alle mehr oder weniger mit dem inneren Zustand der Naemi, wir kennen das aus unserem eigenen Leben, wir können uns damit identifizieren.

[27:07] Doch was wir hier auch wieder hervorheben können, das ist auch die Gnade, die Gott auch der Naemi schenkt, die er seinen Kindern gibt, wie er auch seinen Kindern mit der Zeit Licht schenkt, damit sie wieder erkennen können.

[27:22] Und bei der Naemi durfte dies passieren. Und ich greife vor, indem ich schon ins zweite Kapitel hüpfe. Es begab sich dann, dass die Naemi, beziehungsweise die Ruth, sorry, es sind ein bisschen viele Frauen da, die Ruth, die geht zum Ehrenlesen und kommt am Abend mit großem Rucksack nach Hause.

[27:42] Und die Naemi erkundigt sich, ja, wo hast du das alles gefunden? Die Ruth erklärt, dass sie auf dem Feld von Boaz war und so weiter. Und dann sehen wir diesen sehr bemerkenswerten Ausspruch in Vers 20.

[27:54] Dieselbe Naemi, einige Tage später. Da sprach Naemi zu ihrer Schwiegertochter, gesegnet sei er, das ist der Boaz, von dem Herrn, der seine Gnade den Lebendigen und den Toten, direkte Anspielung auf die Söhne und auf ihren Mann nicht entzogen hat.

[28:14] Und Naemi sagte ihr, der Mann ist mit uns nahe verwandt, er gehört zu unseren Lösen. Der seine Gnade den Lebendigen und den Toten nicht entzogen hat.

[28:27] Was für ein Gesinnungswandel vom Kapitel 1 zu Kapitel 2. Wir sehen hier einfach, wie Gott in seiner Gnade der Naemi das Licht schenkte, dass sie die Situation, ihr persönliches Problem im richtigen Licht sehen und erkennen konnte.

[28:51] Und das führte sie dazu, dass sie so eine ganz andere Aussage macht in 2,20 als noch in 1,20. Und sie beginnt zu verstehen und sie beginnt zu sehen.

[29:02] Und das war ein Wendepunkt. Von diesem Zeitpunkt an ergreift sie die Initiative. Sie beginnt wieder zu lesen, sie beginnt zu leben und sie überlegt sich, wie können wir uns helfen?

[29:12] Und sie sagt, ja Ruth, mach etwas Tollkühnes, bade dich und geh auf die Tände und mach diesem Mann einen Heiratsantrag. Wir haben eine Chance und ganz eine andere Naemi sehen wir, wie sie von da weitergeht.

[29:26] Und wir können es zurückführen auf Gottes Gnade. Gottes Gnade, die uns auch in den dunklen Stunden unseres Daseins immer wieder Licht schenkt, damit wir einen neuen Blick bekommen können.

[29:38] Ich möchte, bevor wir die zweite Perle anschauen, das Ganze ganz praktisch noch anwenden auf uns.

[29:53] Eine echte Umkehr, meine Lieben, bedeutet auch eine Abkehr von etwas. Nicht wahr? Sie sind nach Moab gegangen, sie haben sich entschieden zurückzukehren, also haben sie sich von Moab wieder abgekehrt.

[30:09] Und auch in geistlicher Hinsicht ist es dasselbe. Die Orba hat verstanden, umkehren mit der Naemi nach Israel heisst abkehren von allem, was wir in Moab lieb ist.

[30:21] Und so ist es auch nicht anders für Leute, die zu Christus kommen wollen. Eine Umkehr zu Christus bedeutet eine Abkehr von etwas, was uns lieb ist.

[30:34] Das ist eine Botschaft. Wir können sie nicht oft genug hören. Denn oft laufen auch wir als wiedergeborene Christen wieder mit zwei Rollkoffern hinter uns her, mit Dingen, die auf diesem schmalen Weg eigentlich gar keinen Platz haben.

[30:46] Und Gott führt uns in Situationen, wo uns dies wieder bewusst wird, dass wir die nicht mitnehmen können, dass wir das nicht vereinbaren können mit dem schmalen Weg der Nachfolge.

[30:58] Lasst uns zwei Stellen kurz aufschlagen aus dem Neuen Testament, wo uns der Apostel ganz klar das sagt, was uns auch schon der Herr Jesus in seinen Evangelien immer wieder deutlich machte, dass eine Umkehr, ein neues Leben bedeutet, etwas abziehen und etwas Neues anzuziehen.

[31:17] Gehen wir ins dritte Kapitel vom Titusbrief. Titus Kapitel 3. Da schreibt der Paulus dem Titus auf Kreta, Vers 3.

[31:37] Wir waren einst unverständlich, ungehorsam, gingen in die Ire, dienten mannigfachen Lüsten und Vergnügungen, lebten in Bosheit und Neid, verhasst einander hassend.

[31:50] Das war unser täglich Brot. Und es war uns keine Last. Wir sullten uns darin. Er sagt, wir dienten mannigfachen Lüsten, Vergnügungen. Es hat uns Spass gemacht.

[32:02] Als aber die Freundlichkeit und Menschenliebe Gottes, unseres Retters erschien, da hat er uns nicht um der Werke der Gerechtigkeit willen, die wir getan hätten, sondern aufgrund seiner Barmherzigkeit, er rette durch das Bad der Wiedergeburt und durch die Erneuerung des Heiligen Geistes.

[32:19] Und so weiter. Epheser Kapitel 4, Vers 22. Epheser 4.

[32:33] Ich lese ab Vers 20. Ihr aber habt Christus nicht so kennengelernt, wenn ihr wirklich auf ihn gehört und von ihm gelehrt worden seid, wie es auch Wahrheit ist in Jesus Christus.

[32:47] Ich habe euch danach was vorenthalten. Lasst das Lesebändchen in Epheser 4 noch einmal zurück in Ruth 1. Denn da heisst es in Vers 18, und das ist genau das, was der Paulus hier eigentlich meint in Epheser 4.

[33:03] Da heisst es nämlich, als die Noemi begriff, als sie nun sah, sie bemerkte, sie stellte fest, dass sie, die Ruth, sich fest vorgenommen hatte, mit ihr zu gehen.

[33:17] Da liest sie davon ab, ihr zuzureden. Da war etwas passiert. Da sah die Noemi, es ist aussichtslos. Die will. Die hat sich entschieden. Die hat einen Gesinnungswandel durchgemacht.

[33:28] Die ist auf einem neuen Weg unterwegs und kehrt sich vom Alten ab. Und genau das sagt der Paulus hier in Epheser 4. Wenn ihr wirklich auf ihn gehört habt, markiert euch das.

[33:40] Wenn ihr wirklich, nicht wie die Orpa, nicht die äußerlich auf dem Weg wart. Das sind viele, die sind im Endeffekt auf dem Weg. Äußerlich, ja, aber ihr Wandel, der spricht nicht davon.

[33:52] Aber wenn ihr wirklich, wie eine Ruth, auf diesem Weg seid, dann, Vers 22, dass ihr, was den früheren Wandel betrifft, den alten Menschen abgelegt habt.

[34:02] Der sich wegen der betrügerischen Begierden verderbte. Dagegen erneuert werdet im Geist eurer Gesinnung. Und den neuen Menschen angezogen hat, der Gott entsprechend geschaffen ist, in wahrhaftige Gerechtigkeit und Heiligkeit.

[34:16] Und der Folge immer wieder, darum legt ab. Und darum zieht an, aus Auserwählte Gottes und so weiter. Das ist ganz ein entscheidender Punkt. Eine echte Umkehr bedeutet eine Abkehr von etwas, was vorher zu uns gehörte.

[34:34] Und dies geschieht nicht aus unseren Werken, Epheser 2. Es ist allein die Gnade von Gott, die in uns das bewirken kann. Und diese echte Gnade wollen wir noch ein bisschen vertiefen.

[34:47] In ganz praktischer Art und Weise sehen wir sie nämlich in Kapitel 2 und 3 am Leben von Ruth. Sie kommen zurück nach Bethlehem. Es war zu Beginn der Gerstenernte, Vers 22 von Kapitel 1.

[35:01] Und ja, da hatte sie nun, was sie gesucht hat, die Ruth. Einen leeren Tisch, ein leeres Haus, ein Acker, der verpfändet oder verpachtet war und nicht bestellt war.

[35:14] Sie mussten hungern. Sie mussten sterben, es sei denn, dass sie sich aufmachen würde und Ehrenlesen ging. Nicht wahr, Gott hat in seiner Güte und Vorsehung im Gesetz festgelegt, dass die Armen von den Ehren lesen sollten.

[35:30] Es soll keine Nachlese stattfinden. Also wenn ihr was liegen lässt, es ist gut so. Es ist für die Armen, für die Fremdlinge unter euch. Da hat Gott dafür gesorgt. Und die Noemi geht hinaus und geht aufs Feld.

[35:41] Und Gottes Gnade zeigt sich schon darin, dass sie rein zufällig aufs richtige Feld kommt. Vers 4. Es traf sich aber. Ja, es traf sich gut.

[35:52] Weil Gott in seiner vorsehenden Gnade in dieser dunklen Zeit der Richter wirkte. Es traf sich, dass die Ruth auf das Feld des Boas kam.

[36:04] Einleitend sehen wir an Kapitel 2, dass dieser Boas ein Verwandter war. Er war aus der Sippe des Elimelechs. Und er würde noch eine große Rolle spielen. Und Gott fügte es in seiner Gnade, dass die Ruth auf diesem Feld ehren ließ.

[36:18] Und das ist sehr bedeutend. Denn es waren, wie gesagt, schwierige Zeiten. Wir sehen es weiter hinten im Kapitel. Es war gang und gäbe, dass Frauen belästigt wurden bei der Arbeit.

[36:30] Sie mussten mit sexuellen Übergriffen, mit Gewalt rechnen. Aber Gott führte es so, dass die Ruth aufs Feld des gottesfürchtigen Boas kam.

[36:40] Ein Mann, der sich durch seine Tugenden und Taten wirklich unglaublich abhebt von diesem stark schwarzen Hintergrund, in dem er lebte. Und die Ruth arbeitet da den Morgen hindurch.

[36:53] Und irgendwann durch den Tag kommt der Gutsbesitzer, der Boas, und er fragt seine Knechte, was denn das für eine Frau sei. und sie geben dann bereitwillig Auskunft. Das ist die Ruth, die Frau, die mit Noemi aus dem Gebiet von Moab zurückgekommen ist, Vers 7.

[37:10] Und dann sehen wir, wie der Boas auf die Ruth zugeht, in Vers 8, und wie er ihr Anweisungen gibt. Bleibe auf diesem Acker, auf diesem Feldstück, weil hier bist du sicher.

[37:21] Der Boas hat seinen Knechten geboten, dass sie der Ruth nichts anhaben dürfen. Und er weist sie an, dass sie auch zwischendurch von den Garten, die sie gebunden haben, was rausziehen sollen und liegen lassen.

[37:35] Und das ist einfach auch ein schönes Bild. Gnade vermag mehr als das Gesetz. Das Gesetz sah vor, dass sie lesen sollten, was übrig blieb. Sie sollen keine Nachlese tun.

[37:47] Der Boas kommt aber, zieht was raus. Die Gnade tut mehr, als das Gesetz vermag. Und ganz praktisch im Leben von Ruth sehen wir auch die Gnade, wie Gott sie in dieser schwierigen Zeit, wo es ums Überleben ging, versorgt hat.

[38:02] Das Ganze führte dazu, dass sie am Ende des Tages, im Vers 17, mit einem Eva, ungefähr mit 22 Liter ausgedroschenen Körnern, nach Hause gehen konnte.

[38:15] plus dem, was sie vom Mittagessen, vom Boas erhalten hatte und übrig liess. Es hat mich einfach so gefreut, wenn wir das so bildlich vor uns haben.

[38:25] Sie bekommt vom Boas zu essen und sie liess übrig. Auch das ist etwas, was wir in der Bibel immer wieder sehen. Mein Becher fließt über. Johannes 1, aus seiner Fülle haben wir alle empfangen, Gnade um Gnade.

[38:42] Und das ist eben auch eine Konstante in der Geschichte. Gottes Gnade, dort, wo wir sie am wenigsten erwartet hätten, inmitten der Zeit der Richter, einer moabitischen Frau gegenüber, einer Frau, die laut dem Gesetz keinen Anteil am Gottesdienst haben konnte.

[39:01] Nicht die zehnte Generation soll ins Haus Gottes kommen, was ein Synonym dafür ist, für ewig. Wir wissen, dass die Moabiter in 4. Mose maßgeblich daran beteiligt waren, Israel in die Unzucht zu führen.

[39:15] Da fielen an einem Tag 24.000. Und schlagen wir kurz auf, Nehemiah Kapitel 13, wo uns das aufgezeigt wird, wie chancenlos eigentlich die Ruth war.

[39:30] Es heisst nämlich, da gab es ja das Problem von diesen Mischehen, Nehemiah 13, zu jener Zeit wurde vor den Ohren des Volkes im Buch Mose gelesen und da schring geschrieben gefunden, dass kein Ammoniter und Moabiter in die Gemeinde Gottes kommen sollte, ewiglich.

[39:49] Aber die Ruth ist da. Wie erklären wir das? Gnade. Gnade. Es gibt nichts anderes als Gnade.

[40:01] Die Ruth konnte nur auf Gnade hoffen. Sie konnte es sich nicht erarbeiten, sie hatte keinen Anspruch, aber Gott hat Gnade geschenkt. Und lesen wir in Vers 12 von Kapitel 2, und das ist ein ganz wichtiger Satz, der Boaz sagt zu Ruth, der Herr vergelte dir deine Tat und dir werde voller Lohn zuteile von dem Herrn, dem Gott Israels, zu dem du gekommen bist, um Zuflucht zu suchen unter seinen Flügeln.

[40:28] Keiner, der wirklich den Gott Israels sucht, wird hinausgestossen. Jeder, der zu mir kommt, keiner davon werde ich hinausstoßen.

[40:40] Genau das ist hier passiert. Und die Erklärung, wie ist das möglich? Es ist einfach echte Gnade. Und wir könnten jetzt durch diese Kapitel 2 und 3 in der Tiefe hindurchgehen.

[40:52] Dazu haben wir die Zeit nicht. Ihr kennt ja alle den Satz, Grammatik ist euer Freund. Ich würde ihn um einen Nebensatz erweitern, aber die Zeit ein Feind. Und solange das so ist, müssen wir uns hier eher allgemein mit diesem Thema befassen.

[41:07] Aber wenn wir durch diese Kapitel 2 und 3 hindurchgehen, sehen wir einfach etwas davon, was ist echte Gnade. Denn es geht weiter in Kapitel 3. Ich habe es gesagt, die Noemi fast neuen Mut.

[41:21] Sie sagt, geh hin, bade dich, denn der Boas, er ist unser Löser. Vielleicht ganz kurz eine Klammer auf. Gott hat auch hier im Gesetz dafür gesorgt, dass ein Erbteil nicht dauerhaft aus der Familie rausgeht.

[41:38] Grundbesitz, Eigentum ist ganz wichtig für eine Nation. Ich will jetzt nicht politisch werden, aber wir sehen das schon im Gesetz Mose. Und wenn es doch mal dazu kam, dass jemand sein Erbteil veräussern musste, so hat Gott dafür gesorgt, dass es im Jubeljahr, also alle 50 Jahre, wieder zurückging an den eigentlichen Besitzer und in der Zwischenzeit die Möglichkeit gab, dass ein Nahverwandter das Vorkaufsrecht hatte und er konnte es jederzeit zurückerwerben, wenn gewisse Bedingungen erfüllt waren.

[42:14] Und so war es auch hier, der Boas, das war ein Nahverwandter, der konnte quasi das Grundstück, das dem Elimelech und seinen Söhnen gehört hatte, zurückkaufen.

[42:24] Was aber der Haken dran ist, werden wir gleich noch unter Punkt 3, echte Erlösung, anschauen. Aber in diesem Kapitel 3 geht die Gnade weiter. Und wir sehen, wie die Ruth sich aufmacht.

[42:36] Sie geht auf die Tenne, der Boas war dabei, die Gerste, den Weizen auszudreschen, und dann hat man das auf große Haufen geschichtet, ja, und hat es dann bewacht in der Nacht, weil es waren ja feindliche Stämme, da waren ja die Midianiter, wo wir davon lesen, zur Zeit Gideons, die kamen rein und nahmen alles, was nicht nagelfest war, mit.

[42:56] Und so war der Boas draussen auf der Tenne und bewachte seinen Weizen, seine Gerste, und da kommt die Ruth in der Nacht und macht ihm diesen Heiratsantrag. Und auch hier, sie konnte wiederum nur hoffen auf Gnade.

[43:10] Es war relativ unorthodox, was die Ruth machte, aber ihr wurde diese Gnade zuteil, und sie wurde von Boas gelobt, in Kapitel 3, dass sie jetzt noch edler gehandelt hat, als zuvor, Vers 10, dass du nicht den jungen Männern nachgelaufen bist, weder den Armen noch den Reichen.

[43:28] Und so sehen wir einfach durch dieses Kapitel hinweg immer wieder, wie Gottes Gnade über diese moabitischen, heidnischen Frau aufleuchtet und wie Gottes Gnade eben auch der verblendeten, ursprünglich verbitterten Naemi neues Licht schenkt.

[43:49] Ja, gehen wir auch noch kurz ins Kapitel 4, wo wir eine dritte Perle finden, neben der echten Umkehr von der Ruth und von der Naemi und der Gnade, die ganz praktisch in ihrem Leben zuteil wurde, sehen wir auch Gottes Gnade in Kapitel 4 in Bezug auf die echte Erlösung.

[44:10] Und zunächst das Ganze kurz im Kontext der Geschichte. Kapitel 4 spricht jetzt, wie dieser Prozess stattfand, dass da der Boaz rauf geht ins Stadttor, mit demjenigen verhandelt, der eigentlich noch das Vorkaufsrecht hatte vor ihm, weil er näher verwandt war und wie es dann dazu kommt, dass er das Grundstück zurückkaufen kann, um so dem Elimelech und seinen Kindern das Erbe zu erhalten und auch einen Nachkommen zu zeugen in der Linie vom Elimelech.

[44:41] Kapitel 4 spricht von dieser echten Erlösung. Wir sehen da zunächst in den Versen 1 und 2 den Vorsatz der Erlösung. Wir sehen dann die Bedingungen für Erlösung, die Verse 3 bis 6.

[44:54] Wir sehen weiter den Preis der Erlösung und schlussendlich die Auswirkungen der Erlösung, die Verse 11 und 12. Und dieses Kapitel 4 zeigt uns anhand einer uralten Geschichte, was echte Erlösung wirklich ist.

[45:09] Das Ganze beginnt mit einem Vorsatz. Da war ein Mann, der steht auf, der geht zum Stadttor, weil er etwas erledigen will. Der Vers 18 von Kapitel 3 sagt uns ganz klar, der Mann wird es zu Ende bringen heute.

[45:23] Der hat sich etwas vorgesetzt und er wird nicht ruhen, bis der Handel über die Bühne gegangen ist. Der Vorsatz zur Erlösung, das ist das eine.

[45:34] Das andere ist, dass da eine Notwendigkeit besteht, dass da jemand gelöst, erlöst werden muss. Nicht wahr, dass der Begriff Löser erlösen, das bedeutet so viel wie freilassen nach Bezahlen eines Preises.

[45:48] Und genau das war hier der Fall. Die Ruth und die Naemi, die hatten wirklich eine Notwendigkeit, eine innere Dringlichkeit, dass sie erlöst wurden. Es ging um ihre Existenz.

[45:59] Und daraus entstand der Vorsatz von Boaz, diese Frauen zu lösen beziehungsweise einen Preis zu zahlen, ein Grundstück zu erwerben, damit sie leben konnten.

[46:12] Ich glaube, wir können das ganz gut auf uns anwenden. Auch bei dir gibt es eine Notwendigkeit für Erlösung. Bei Ruth und Naemi wäre sehr bald Lichterlöschen gewesen, wenn dieser Deal nicht zustande gekommen wäre.

[46:28] Aber bei dir hat gar nie erst ein Licht gebrannt. Du bist tot in Sünde gewesen, Epheser 2. Wir sind unter die Sünde versklavt, Römer 3. Wir sind Sklaven der Sünde.

[46:41] Wir sind Feinde Gottes. Alle mangeln an dem Ruhm, den sie vor Gott haben sollten. Daraus entsteht die Notwendigkeit für Erlösung.

[46:51] Und wir sehen weiter, wie es diesen Vorsatz gab, dass du hoffnungslos verarmter Ausländer erlöst werden kannst. Und das ist mit dem Vorsatz, mit dem Entschluss von Gott.

[47:05] Wir lesen davon in 1. Petrus 1, 18-20. Wir sehen es in Epheser 1, die Verse 1-11. Und wir sehen es auch in Römer 8, 28-30.

[47:18] Gott nahm sich vor, in Jesus Christus dich zu erlösen gegen Bezahlung eines Preises. Doch allein dieser Vorsatz von Boas, allein der Vorsatz von unserem Gott und Vater im Himmel vor Zeit und Raum allein genügte nicht.

[47:37] Es geht weiter. Es mussten Bedingungen erfüllt werden. Gemäss dem Gesetz musste er nahe verwandt sein. Er musste in der Lage sein, zu lösen. Und da gab es das Problem, dass noch jemand war, der war vor ihm.

[47:51] Die konnten das Ganze dann regeln. wir werden das jetzt nicht mehr anschauen. Aber ich weiss nicht, ob du dir bewusst bist, dass es auch in Bezug auf deine Erlösung eben Bedingungen gibt.

[48:05] Du brauchst einen nahen Verwandten. Der Hebräerbrief spricht davon, dass er sich dem Samen Abrahams abnimmt. Bedenke, Engel, die gefallen sind, die haben diesen nahen Verwandten nicht.

[48:21] Da gibt es keinen Löser. Sie sind ewig gefangen und warten aufs Gericht. Aber in der Erschaffung des Menschen hat Gott bereits den Grundstein für deine Erlösung gelegt, weil du und ich, weil wir im Bilde Gottes geschaffen wurden und weil Christus als Mensch geboren wurde.

[48:43] Christus ist dein nächster Verwandter, weshalb er dich erlösen konnte und sämtliche Bedingungen nach dem Gesetz erfüllt hat, um dich zu lösen.

[48:58] Wir sehen weiter, was eine echte Erlösung ausmacht. Es ist ein Preis, der bezahlt werden muss. Über den Preis in unserer Geschichte wird stillschweigend vereinbart, aber etwas ist ganz entscheidend.

[49:12] Wenn wir in den Vers 10 hineinschauen von Kapitel 4, so sehen wir etwas, was sehr bemerkenswert ist. Der Boaz hat verstanden, was er hier tut.

[49:26] Ich sage es aus meinen Worten, der Mann gibt Geld aus, um das Erbe eines anderen zu sichern. Er sagt, dazu habe ich mir Ruth die Mabitrin, die Frau Machelons, zur Ehefrau erworben, um den Namen des Verstorbenen auf seinem Erbteil wieder aufzurichten, damit der Name des Verstorbenen nicht verschwinde aus der Mitte seiner Brüder.

[49:49] Der Mann zahlt Geld, um den Namen, um das Erbe eines anderen zu sichern. Daran scheiterte der So und So. Er hat verstanden, da ist plötzlich noch diese Ruth.

[50:01] Wenn ich Noemi heirate, das ist kein Problem, die ist zu alt, da kommen keine Kinder mehr, das Erbe wird meins sein, nach dem Tod der Noemi. Das sind keine anderen Verwandten mehr. Das ist ein Deal. Als er verstanden hat, dass da noch eine junge Frau ist und dass die Nachkommen dem Mann, der Ruth, in der Linie des Elimelechs gehören würden, merkte er, ich bringe mein eigenes Erbteil zugrunde.

[50:25] Auch er hat gerechnet und dieser Preis war ihm auch zu hoch. Nicht so der Boas. Er kannte den Preis und er hat ihn bezahlt. Ist es nicht auch noch viel eindrücklicher bei unserem Herrn Jesus Christus?

[50:43] Er hat sein eigenes Erbe mit dir und mir geteilt. Es ist eigentlich völlig absurd, was der Boas tat. Er zahlt das Geld für das Erbe eines anderen und wir sehen, das hat nicht viel mit Gesetz zu tun, sondern mit einem Akt der Liebe und der Gnade.

[51:04] Liebe und Gnade vermag mehr als das Gesetz. Und genauso hat auch Christus den Preis für dich und mich bezahlt, damit er sein Erbe mit dir teilen kann.

[51:18] Ist das nicht einfach unbeschreibliche Gnade, wenn wir uns darüber Gedanken machen, was denn echte Erlösung ist? Epheser 1, 7, Titus 2, 14, die sprechen davon, wie er den Preis zahlte.

[51:31] Boas zahlte aus seinem Überfluss. Christus ergab sein Leben für dich und mich. Und zuletzt sehen wir, was auch zu der echten Erlösung gehört, das sind die Auswirkungen.

[51:45] Die Auswirkungen ganz praktisch für Ruth, die sahen so aus. Zuerst einsam, dann gemeinsam. Zuerst verwitwet, dann verheiratet, kinderlos, dann Mutter, vom Ehrenlesen zur Grossgrundbesitzerin, von Armut zur Reichtum, von Sorge zur Sicherheit, Verzweiflung zur Hoffnung, vom kinderlosen Dasein hin zur Vorfahrin des Messias.

[52:13] Was für eine Gnade. Galater 4, 7, Römer 8, 17 und Epheser 3, 6 sprechen davon, welche unermessliche Gnade uns zuteil wurde, dass wir Miterben des Christus sein dürfen.

[52:33] Das ist eine Auswirkung von unserer Erlösung. Wir sind Miterben von Christus geworden. Eine zweite Auswirkung sehen wir aber auch ganz praktisch hier in Kapitel 4.

[52:46] Es ist der Dienst, denn die Ruth hat einen Sohn geboren, der heisst Obed und Obed bedeutet so viel wie Knecht, Diener.

[52:59] Und das angewandt auf uns. Erlösung heisst nicht nur Erbe, sondern auch Diener, wie es Martin gesagt hat, Arbeiter, es werden Arbeiter gesucht.

[53:11] Wir waren Sklaven der Sünde, nun sind wir aber Sklaven der Gerechtigkeit worden. Knechte Gottes, freigemacht durch die Gnade, um ihm dienen zu können.

[53:25] Ja, das sind Auswirkungen der echten Erlösung, wie wir sie hier in dieser Geschichte von Ruth vor uns haben. Ja, liebe Geschwister, das sind die drei Perlen, die wir ganz kurz beleuchten wollten in diesem düsteren Hintergrund.

[53:42] Sie sprechen von Gottes Gnade inmitten einer gottlosen, dunklen Zeit. Echte Umkehr ermöglicht durch Gottes Gnade. Echte Gnade für Kinder Gottes.

[53:54] Wenn wir das Licht nicht haben im Weg, Gott schenkt uns das Licht. Gott versorgt uns auch nach Leib und Leben in der heutigen Zeit, wie wir es auch in Ruth 2 und 3 sahen, und die echte Erlösung, was sie beinhaltet, was sie bedeutet, auch ganz praktisch.

[54:12] Diese drei Perlen, sie werden durch die Geschichte der Menschheit hindurch, von Adam bis zur Vollendung der Zeitalter, immer wieder sichtbar. Und an dieser Gnade wollen wir uns stärken, an dieser Gnade wollen wir uns festhalten, auch wenn morgen, Montagmorgen die Zeitungen wieder voll sind mit negativen Schlagzeilen.

[54:32] Denn wir haben etwas, was uns Halt, etwas, was uns Hoffnung, Trost und Mut für den Alltag gibt. Die Ruth, diese Geschichte steht mir sehr nahe, weil wir sehen, wie eine Ausländerin, eine, die fernab der Segnungen war, Teil vom Volk Gottes werden konnte.

[54:54] Genau wie wir. Der Paulus schreibt davon in seinen Briefen, im Römer, im Epheserbrief, wie auch uns diese Gnade geschenkt wurde. Und wenn wir einfach dieses Buch rückblickend betrachten, so sehen wir diesen unbegreiflichen Spannungsbogen von Gottes Gnade.

[55:15] Kapitel 1 vom Tod zu Kapitel 4 zum Leben. Unfruchtbar Kapitel 1 zu Fruchtbar in Kapitel 4 von der Hungersnot zum Überfluss.

[55:28] Es ist ein Buch der krassen Gegensätze. Elimelechs Familie, Not und Tod, Boas Familie, Segen und Leben. Wir sehen Noemi und die Frauen im Kapitel 1 Bitterkeit und wir sehen Noemi und die Frauen wieder im Kapitel 4 Freude.

[55:47] Gnade. Wie können wir diesen Wandel erklären? Und ich hoffe, du hast verstanden. Es gibt eine mögliche Erklärung und die nennt sich Gottes Gnade.

[55:59] Das ist diese goldene Tinte, mit der er auf diesen rabenschwarzen Grund von Bitterkeit, Not und Tod und Verzweiflung geschrieben hat.

[56:10] So, wie es nur Gott selbst kann. Und weisst du, das Beste daran ist, obwohl sich der Grund, auf den Gott schreibt, kein bisschen verändert hat, er mit derselben goldenen, herrlichen Tinte seiner Gnade auch heute noch deine Lebensgeschichte schreibt.

[56:30] Lass uns noch beten. Ja, großer Gott, wir rühmen deine Gnade heute Morgen aufs Neue. Wir sehen sie in dieser bewegenden Geschichte von Ruth, wie du ihr, einer Heidin, die Götzendienerin war, Gnade geschenkt hast, dass sie Teil deines Volkes werden durfte und dass sie in deine Abstammungslinie hineinkommen durfte.

[56:55] Es ist deine Gnade, die wir rühmen. Aber wir transportieren diese Geschichte in unsere heutige Zeit und sehen, dass deine Gnade immer noch über allem steht, wie sie in meinem Leben überaus gerühmt werden kann, wie viel Gnaden erweise du uns immer und immer wieder gegeben hast.

[57:13] auch dann, wenn wir meinen, wir sind kurz davor, zerrieben zu werden. Du schenkst uns Gnade, du hilfst uns auch in Zeiten, wo wir bitter sind, in Zeiten, wo wir das Licht nicht haben.

[57:24] Du schenkst uns neuen Mut, du schenkst uns Licht durch dein Wort und ich bitte dich, dass du uns das Licht schenkst durch dein Wort für den Alltag, für morgen, für die Prüfungen, für die Hungersnöte, in die wir hereingeführt werden, dass wir Licht haben dürfen, dass wir erkennen, deine Gnade steht über allem und dich wollen wir preisen.

[57:44] Amen.