[0:00] Vater im Himmel, wir danken dir, dass wir heute Morgen dich wieder preisen durften. Die schönen Lieder, die wir gesungen haben, lobe den Herrn meine Seele und was in mir ist, seinen heiligen Namen.
[0:11] Das wollen wir wirklich tun. Wir wollen dich auch lieben von ganzem Herzen und wir danken dir, dass du uns kennst, dass du uns liebst. Und dass du auch heute Morgen jetzt zu uns sprechen wirst durch dein Wort.
[0:27] Gott, bitte hilf uns zu hören. Bitte hilf uns, hilf mir, deine Worte weiterzugeben. Amen. Und wer von euch hat sich noch nie getäuscht?
[0:43] Das ist eine doofe Frage, nicht wahr? Wir täuschen uns alle immer wieder. Die einen täuschen sich in Menschen, die anderen in Situationen. Und auch ich habe mich vor zwei Wochen böse getäuscht.
[0:58] Es war nicht so schlimm, keine Angst. Aber eine meiner Töchter kam mit einem riesigen Berg von Paketen auf mich zu. Und sie strahlte über das ganze Gesicht. Und ich war im Büro und sie hat angeklopft.
[1:10] Und ich habe gedacht, was ist heute Weihnachten? Oder habe ich Geburtstag? Aber als sie näher kam, hat sie gesagt, Papi, das ist alles für dich. Im süßesten Ton. Mein Herz hat sich erfreut.
[1:22] Aber als ich ihr in die Augen blickte, habe ich den Schalk nicht übersehen können. Und als ich die Geschenke übernahm, merkte ich, die sind ja federleicht. Es ist gar nichts drin.
[1:33] Und so hat meine Tochter mich getäuscht. Aber das war nur, weil ich eben nur aufs Äußere schaute.
[1:45] Und im Leben ist es doch oft so. Vieles ist anders, als man auf den ersten Blick denkt. Und es geht dabei nicht nur um leere Pakete, sondern um viel wichtigere Dinge. Dass wir uns täuschen, das liegt daran, dass wir ein begrenztes Wissen haben.
[2:00] Dass wir in unserer Wahrnehmung beschränkt sind. Und dass unser Urteil nicht sehr gut ist. Und wie oft urteilen wir nur nach dem, was wir sehen.
[2:15] Und vergessen dabei, hinter die Kulisse zu schauen. Oder wir können es gar nicht. Und wir vernachlässigen, zu erkennen, was wirklich darin steckt. Wir lassen uns von Verpackungen beeindrucken, wie ich.
[2:30] Und dabei ist der Inhalt eigentlich viel wichtiger. Und das ist es auch, was wir gerade gelesen haben. In 1. Samuel, Kapitel 16.
[2:41] Und der Schlüsselvers hier ist so. Denn der Herr sieht nicht auf das, worauf der Mensch sieht. Denn der Mensch sieht auf das, was vor Augen ist.
[2:54] Der Herr aber, er sieht das Herz an. Das ist Vers 7, Kapitel 16. Und wir Menschen, wir lassen uns so leicht täuschen.
[3:05] Denn wir sehen nur, was vor Augen ist. Und deshalb sind wir total abhängig von Gott. Der den wirklichen Durchblick hat. Der wirklich sieht, was vor sich geht.
[3:17] Und heute werden wir sehen, wie sich viele Menschen getäuscht haben. Nicht nur in anderen Menschen, sondern in anderen Bereichen des Lebens auch. Und mein Ziel ist es deshalb heute, dass wir alle, dass ihr und ich demütig anerkennen, dass nur Gott, nur Gott alleine die Weisheit und den Durchblick hat.
[3:40] Und dass seine Wege und seine Gedanken meilenweit höher sind als unsere, wie es Jesaja 55 sagt. Und dies sollte uns dazu bringen, dass wir erstens gewarnt sind über unser eigenes Urteilsvermögen, aber zweitens auch Gott danken und staunen über ihn, der es so gut macht.
[4:05] Und darum habe ich den Titel so genannt, anders als gedacht, anders als gedacht. Ich habe die Predigt in drei Punkte geteilt.
[4:16] Der erste Punkt ist Gottes Fürsorge, anders als gedacht. Gottes Fürsorge. Der zweite ist Gottes Erwählte. Die sind auch anders als gedacht.
[4:29] Gottes Erwählte. Und der dritte, Gottes Zurüstung. Gottes Zurüstung ist ganz anders als gedacht. Und so wollen wir uns jetzt mit dem ersten Punkt, mit den ersten drei Versen aus Kapitel 16 beschäftigen.
[4:45] Ihr habt alle schon 1. Samuel 16, 1-3 aufgeschlagen. Und wir befinden uns jetzt in einem neuen Abschnitt des Buches Samuels.
[4:58] Ich will euch noch kurz in Erinnerung rufen. Die ersten sieben Kapitel von 1. Samuel, dort geht es um die letzten Richter, Eli und Samuel.
[5:09] Dann in der Mitte hatten wir Kapitel 8 bis 15. Da geht es um die Einführung des Königtums. Saul ist der erste König, der dort eingeführt wird.
[5:21] Und er besteht seine Prüfungen nicht. Er besteht vor Gott nicht. Er, der der König nach dem Herzen des Volkes war.
[5:32] Und nicht nach dem Herzen Gottes. Und dann kommen wir zum dritten Abschnitt aus dem ersten Buch Samuel. Das sind die Kapitel 16 bis 31, also bis ans Ende.
[5:45] Und hier wird Sauls Niedergang beschrieben, seine letzten Jahre. Und Davids Aufstieg, Davids Zubereitung, Davids Charakterschule, bis er dann in 2. Samuel König wird.
[5:57] Und Kapitel 13 zeigte uns, wie der Saul, der erste König Israels, Gottes Worte einfach missachtete und einfach nach seinem eigenen Gutdünken Opfer darbrachte.
[6:13] Und trotzdem, dass er von Samuel gewarnt wurde, wiederholte sich Sauls Ungehorsam immer wieder. Und zwar in Kapitel 15 sehen wir es nochmals, wo Saul den Befehl Gottes nur halbherzig und halbfertig durchführte, als er gegen die Amalekiter kriegen musste.
[6:33] Worauf Gott Saul durch Samuel sagen ließ, in Kapitel 15, Vers 28, da sprach Samuel zu ihm, Der Herr hat heute das Königreich Israel von dir abgerissen und es deinem Nächsten gegeben, der besser ist als du.
[6:52] Und danach ging Samuel heim. Wir lesen es, Vers 31, er kehrte um. Vers 35, er ging heim nach Rama und er sah Saul nicht mehr bis zum Tag seines Todes.
[7:06] Und das heisst in Vers 35, wieso? Denn Samuel, er trug Leid um Saul.
[7:18] Er war traurig. Am Anfang des Kapitels 15 war er noch wütend. Samuel war beides, er war wütend und er war traurig. Und so finden wir Samuel vor in Kapitel 16, Vers 1, als er Leid trägt immer noch um Saul und Gott zu ihm fast tadelnd sagt, Samuel, bis wann trägst du noch Leid um Saul, da ich ihn doch verworfen habe, dass er nicht mehr König sein soll über Israel.
[7:54] Und jetzt wollen wir uns ein bisschen beschäftigen mit den Sorgen Samuels, mit seiner, man könnte schon fast sagen, Depression, die er da hatte. Was war sein Problem? Was war seine Sorge da?
[8:06] Nun, er trauerte um Saul, den Mann, auf den Israel so große Hoffnungen gesetzt hatte. Und Israel hätte eine strahlende Zukunft vor sich gehabt mit diesem König, wenn er nur gut gewesen wäre, wenn er Gott gehorcht hätte.
[8:21] Er selbst, Samuel, hatte ihn zum König gesalbt, auf Gottes Geheiss. Er hatte mitgefiebert, er hatte für ihn gebetet, er hatte ihn immer wieder korrigiert. Doch nun war er verworfen worden.
[8:38] Ihr könnt euch ein bisschen in die Lage versetzen, wie ein Vater, der sein Kind immer wieder zu erziehen versucht, und es geht doch eigene Wege. Welch eine Tragödie.
[8:50] Wie konnte Saul so schlecht enden? Das war Samuels Sorge. Und er sorgte sich und er trug Leid auch, nicht nur um Saul, sondern auch um Israel.
[9:02] Ja, am Anfang war er zornig, wie ich gesagt habe. Was würde aus diesem Volk werden, wenn jetzt kein König da war, der wirklich gut regieren würde? Und Samuel, er war ein Beter.
[9:15] und ohne Zweifel brachte er die Situation Gott dar, mit Tränen und Flehen. Und nun ist eine Frage an uns, wie bewerten wir das?
[9:27] Soll man trauern, wenn Gott sagt, ich habe mir einen anderen König gesucht? Nun, Gott hat gesagt, es hat mich geräut, dass ich diesen Mann eingesetzt habe.
[9:43] Gott war selber traurig. Wie wir von Andi in der letzten Predigt gehört haben, Gott hat nicht seine Meinung geändert, aber er war traurig darüber. Und das ist es auch, was wir sein können.
[9:54] Wenn wir Situationen sehen, dann wollen wir uns mit Gottes Willen identisch machen. Wir wollen auch traurig sein, dort, wo Gott traurig ist. Wir wollen die Sachen aus Gottes Augen sehen.
[10:09] Und da ist die Frage, trauerst auch du über Sünde, die geschieht in deinem Leben, aber auch im Leben von anderen Christen? Oder Sünde, Böses, das geschieht in einer Gemeinde?
[10:22] In unserer Trauer vergessen wir oft die Verheißungen Gottes. Wir vergessen, das ist die andere Seite. Es ist gut, wenn wir mit Gott eins sind in seinem Willen, aber wir müssen auch unseren Blick auf Gott richten.
[10:38] Und Samuel hat ein bisschen was vergessen hier. Auch wir vergessen manchmal, dass Gott in Kontrolle ist. Wir vergessen, dass Gott immer einen Plan hat. Wir vergessen, dass Gottes Pläne immer gut sind.
[10:51] und wir vergessen, dass Gott sein Volk immer zum Ziel bringt. Egal durch welche Umstände. Und das ist die Spannung, die herrscht.
[11:05] Wir wollen, wir dürfen, wir sollen trauen über Sachen, die geschehen. Wir dürfen aber unseren Blick nicht von Gott abwenden. und es ist ein Trauern und trotzdem Freude.
[11:17] Es ist eine Spannung zwischen Zuversicht und traurig sein. Wir erkennen in unseren Situationen oft nicht, dass die Situation ganz anders ist als gedacht.
[11:30] So wie Samuel. Denn als Gott zu ihm redet, sehen wir, wie seine Antwort auf Samuels Trauer ist. Gott sagt ihm, es ist anders, als du denkst.
[11:42] Ich habe für Israel schon vorgesorgt. Es ist gerade so, als würde Gott sagen, hadere nicht mit Gottes Entscheidungen. Jedenfalls nicht mehr länger.
[11:56] Du hast es jetzt genug lang getan. Ich habe bereits jemanden ausersehen. Und er sagt ihm, Kapitel 16, Vers 1, der zweite Teil, Samuel, fülle dein Horn mit Öl und geh hin.
[12:11] Ich will dich zu Isai, dem Bethlehemiter senden, denn unter seinen Söhnen habe ich mir einen König ausersehen. Gott hat vorgesorgt.
[12:23] Er hat ausersehen. Gott hat schon gesehen und er sieht mehr als du, Samuel. Er sieht mehr als du, der du hier sitzt.
[12:35] Er sagt zu ihm, Samuel, du siehst die Tragödie, die drohende Gefahr, die Schande, die Unmöglichkeit, die vor dir liegt. Aber Gott hat gesehen.
[12:48] Und Gott war es, der schon immer ersehen hat. Erinnert ihr euch an die Geschichte in 1. Mose 22, als Abraham den Auftrag bekommt, er müsse seinen Sohn opfern?
[12:58] Und was sagt er zu seinem Sohn, als er ihn fragt, welches Opfer werden wir bringen? Er sagt, der Herr wird sich ersehen, ein Schaf zum Brandopfer.
[13:10] Und Gott war es, der das Schaf ersehen hat. Und genauso hat sich Gott auch für unser grösstes Problem, die Sünde, die alles ruiniert, hat er sich eine Lösung ersehen.
[13:25] Ein Lamm. Wer hätte das gedacht? Hätte niemand gedacht, dass Gott unser Sündenproblem beseitigt, indem er seinen eingeborenen Sohn hingibt und ihn kreuzigen lässt für uns?
[13:43] Hätte sich niemals jemand ausgedacht. Aber in deinem und in meinem Leben kommen auch immer wieder kleinere und grössere Tragödien vor und oft drohen wir in Sorgen zu versinken und wir denken, wie komme ich da wieder raus?
[14:00] Ich sehe keinen Ausweg. Doch Gott, er hat einen Ausweg. Er sehen für dich. Und so wollen wir aus diesen Betrachtungen merken, Gottes Fürsorge ist ganz anders, als wir oft denken.
[14:19] Und sie ist viel besser, als wir denken. Und darum lasst uns Gott vertrauen. Lasst uns Gott vertrauen in jeder Situation. Lasst uns versuchen, alle Situationen aus seiner Sicht zu sehen.
[14:35] Nicht nur aus unserer beschränkten Sicht. Und lasst uns unser Denken in Einklang bringen mit Gottes Denken. Wie tun wir das?
[14:47] Indem wir daheim sind in seinem Wort. Und wie bei Samuel ist es immer das göttliche Wort, welches uns aus Depressionen und aus Sorgen herausreißt.
[15:01] Es war Gott, der auf ihn zuging und der ihm gesagt hat, hör jetzt auf, es ist genug. Es ist Gottes Wort, das uns neue Perspektiven eröffnet, uns neuen Mut und neue Hoffnung gibt, wenn wir denn wirklich darauf hören und wirklich tun wollen.
[15:16] So wie Samuel schliesslich tat. Doch zuerst hat Samuel noch eine weitere Sorge und beachtet, wie Gott, unser Gott, gnädig auf diese Sorge Samuels eingeht und ihm auch hier eine Lösung gibt.
[15:30] Wir lesen die Verse 2 und 3. Samuel soll ja jetzt nach Bethlehem gehen und er sagt, Samuel aber sprach, wie soll ich hingehen?
[15:40] Wenn Saul es erfährt, so wird er mich töten. Und der Herr sprach, nimm eine junge Kuh mit dir und sprich, ich bin gekommen, um dem Herrn zu opfern.
[15:51] Und du sollst Isai zum Schlachtopfer einladen, ich aber will dir zeigen, was du tun sollst, so dass du mir den salbst, den ich dir nennen werde.
[16:04] Und in unseren Augen sieht die Situation oft bedrohlich aus. Auch der Auftrag, den Gott uns gibt, kommt uns manchmal so vor, als könnten wir ihn nicht erledigen.
[16:14] Aber es ist anders, als du denkst. In Gottes Augen ist die ganze Geschichte traurig, aber es ist keine Tragödie. Dein Ende ist in Gottes Augen erst der Beginn.
[16:33] Und der Beginn etwas viel Besseres. Aber nicht nur Gottes Fürsorge ist oft sehr anders, als wir es denken. Auch Gottes Erwählte sind ganz andere Menschen, als wir auf den ersten Blick denken würden.
[16:48] Und sie werden nach anderen Kriterien bestimmt, als wir denken würden. Und so kommen wir zum zweiten Punkt dieser Predigt. Gottes Erwählte, anders als gedacht.
[17:01] Die Verse 4 bis 13. Nun, wir lesen die nächsten Verse.
[17:12] und Samuel machte es so, wie es ihm der Herr gesagt hatte und begab sich nach Bethlehem.
[17:23] Da kamen die Ältesten der Stadt ihm zitternd entgegen und sprachen, bedeutet dein Kommen Frieden? Samuel war entgegen seiner Empfindungen von Trauer und Angst, hat er Gott gehorcht und sich auf den Weg gemacht.
[17:38] Und als er nach Bethlehem kommt, stehen dort die Dorfältesten, zitternd und weiß wie Leintücher. Wieso? Nun, es gab mehrere Gründe.
[17:49] Samuel hatte gerade erst vor einiger Zeit einen König in Stücke gehauen. Dann, wenn Samuel unverhofft auftauchte, dann war es wohl etwas, das er richten musste, denn er war Richter.
[18:01] Er hatte nicht gerade Freude. Und dann ein weiterer Punkt war noch, falls Samuel doch in guter Absicht käme, könnte es ja sein, dass er von Saul verfolgt wird und dass Saul dann auf einmal diesem Dorf einen Besuch abstattet.
[18:14] Und das Wort war ja überall rumgekommen, dass Samuel und Saul nicht gerade gut miteinander rauskamen im Moment. Nun, wir verstehen diese Angst.
[18:28] Aber als sie die junge Kuh sehen, die da an der Seite Samuels kommt, glaube, hat sich noch nie jemand so fest gefreut, eine junge Kuh zu sehen, denn Samuel hat ihnen gesagt, schau, das ist die junge Kuh, die werden wir opfern, ich komme nur wegen dem.
[18:42] Nur hat er nicht gesagt, aber ich komme wegen dem. Aber sie lassen sich so in Ruhe versetzen. Aber es ist anders, als sie denken.
[18:54] Auch sie haben sich wieder einmal getäuscht. Samuel kommt nämlich nicht nur wegen diesem Opfer. Es ist aber auch ganz anders, als Samuel denkt, wenn wir die Verse 5 bis 10 lesen.
[19:11] Er sagt ihnen, ja, Frieden, ich bin gekommen, um dem Herrn zu opfern. Heiligt euch und kommt mit mir zum Schlachtopfer. Und dann heiligte er Isai und seine Söhne und Luzi zum Schlachtopfer ein.
[19:25] Und es geschah, als sie hereinkamen, da sah er Eliab und dachte, gewiss ist hier vor dem Herrn sein Gesalbter. Aber der Herr sprach zu Samuel, schaue nicht auf sein Aussehen, noch auf seinen Wuchs, denn ich habe ihn verworfen.
[19:42] Denn der Herr sieht nicht auf das, worauf der Mensch sieht, denn der Mensch sieht auf das, was vor Augen ist. Der Herr aber, er sieht das Herz an. Und als Samuel jetzt, wir wissen nicht, wie das geschehen ist, vielleicht hat er das privat gemacht, bei Isai daheim.
[20:00] Ich denke nicht, dass das alle mitbekommen haben, denn bei Saul war es auch nicht so. Da hat er privat mit ihm geredet, am nächsten Morgen nach dem Fest und hat ihm gesagt, schau, ich salbe dich jetzt zum König.
[20:14] Auf jeden Fall, als Samuel diesen Eliab hereinkommen sah, hat er wohl schon sein Ölhorn gezuckt und wollte ihn schon beglücken mit diesem Ölbad.
[20:26] Aber, warum wollte er das tun? Nun, ich denke, er erinnerte sich zurück an die Situation mit Saul.
[20:37] Von Saul heisst es, Kapitel 9, Vers 2, Saul war jung und stattlich und niemand von den Söhnen Israel war schöner als er und er war ein Kopf grösser als alles Volk.
[20:48] Von Eliab haben wir etwas Ähnliches gelesen. Er sah Saul ziemlich ähnlich aus. Gäbe das nicht einen guten Ersatz?
[21:00] Schliesslich wird ja vom König verlangt, dass er im Krieg vorangeht und da muss er was darstellen. So ein athletischer Typ, ein Kopf grösser als alle anderen, jemand ein bisschen Power hat, das macht sich doch gut für einen König.
[21:15] Ein guter Krieger und fast hätte Samuel Israel in eine Katastrophe gestürzt, wenn er das gemacht hätte, was er gesehen hat und was er gedacht hat.
[21:28] Hätte er auf das Acht gegeben, was ihm seine Intuition sagte, sein Bauchgefühl, seine Erfahrung und sein Verstand.
[21:39] Doch wie wichtig ist es, dass wir fragen, gerade auch wenn es um Einsetzung von Leitern geht, die im Reich Gottes dienen, dass wir fragen, wie die Apostel, in Apostelgeschichte 1,24, die beteten und sagten, Herr, du Kenner aller Herzen, zeige an, welchen von diesen beiden du erwählen willst.
[22:02] Es ging dort um den Ersatz von Judas. Sie wussten, Herr, du kennst die Herzen, wir kennen diese Menschen, aber wir sehen nur, was vor Augen ist.
[22:14] Aber du kennst ihre Herzen, darum zeige du an. Und wie oft wird auch gerade in Gemeinden, zum Beispiel bei der Einsetzung von Ältesten oder bei der Aussendung von Missionaren oder anderen, mehr Wert auf das gelegt, was vor Augen ist, als auf das, was im Herzen ist.
[22:34] Sogar ein Samuel ließ sich täuschen, ein Prophet, der wirklich mit Gott lebte. Und wie wollen wir uns dagegen wehren, wenn sogar ein Samuel sowas passiert?
[22:47] Oft sieht es im Herzen nämlich ganz anders aus, als man zuerst denkt. Doch Gott will keinen zweiten Saul, Gott will keinen zweiten König nach dem Herzen des Volkes.
[22:59] Er will einen König nach seinem Herzen. Er will Leiter nach seinem Herzen. Nun, auf was schauen wir denn, wenn wir Leiter suchen?
[23:11] Schauen wir darauf, dass er gut reden kann? Schauen wir darauf, dass er selbst sicher auftreten kann? Das ist das, was die Welt darauf schaut. Jemand, der etwas darstellt, ist die Frage, ob er intelligent ist oder nicht.
[23:28] Kann er die Leute auf seine Seite bringen? Kann er Einfluss ausüben auf Leute? Das ist oft wichtig, wenn man einen neuen CEO einstellt. Kann er Vertrauen einflösen?
[23:39] Kann er Bewunderung auslösen? Ist er ein charismatischer Typ? Vielleicht fragt man sich auch, ist er nett? Das ist ja auch von Vorteil.
[23:51] Oder ist er ein Macher? Hat er Energie? Bringt er was zustande? Oder ist er ein geselliger Mensch? Doch das sind nicht die Fragen, die Gott wirklich interessieren.
[24:03] Diese Charaktereigenschaften oder diese Eigenschaften sind auch nützlich. Die helfen auch. Aber es ist nicht das, worauf Gott primär schaut. und zu Israels Wohl hat Gott hier eingegriffen und er instruiert Samuel als einen nach dem anderen, der insgesamt sieben Söhne an Samuel vorbeizieht.
[24:20] Sagt er ihm jedes Mal, dieser ist es nicht, dieser ist es nicht, dieser ist es nicht. So lesen wir Vers 8 bis 10. Vers 9 ist es.
[24:59] Ist es das Herrnwahl oder das Menschenwahl? Nun, Samuel ist ein bisschen stutzig. Hat nicht Gott zu mir gesagt, einer der Söhne Isais muss es sein und jetzt ist es keiner?
[25:11] Da zählt er eins und eins zusammen und sagt, Isai, du hast sicher noch einen Sohn. Das sehen wir hier in Vers 11. Und Samuel fragte den Isai, sind das alle jungen Männer?
[25:25] Nun, nicht nur die Dorfältesten hatten sich am Anfang getäuscht, auch nicht nur Samuel hatte sich getäuscht in Eliab, sondern auch Isai und seine Söhne hatten sich getäuscht.
[25:40] Auch für sie war alles anders als gedacht. Als Samuel ins Dorf gekommen war, hatte er nämlich Isai und seine Söhne rufen lassen und hat ihnen gesagt, heiligt euch und ich heilige euch und ich will mit euch ein Schlachtopfer essen und schnell hatte Isai seine Söhne von der Arbeit abgezogen, hatte ihnen gesagt, wascht euch, zieht die schönsten Kleider an, es gibt ein Fest.
[26:08] Aber den Jüngsten, der hatte er auf dem Felde gelassen, bei den Schafen. Nun, vielleicht hatten sie nicht einmal gross daran gedacht, weil er war noch so jung und schliesslich waren die Schafe, da müsste man ja jemanden schicken, der ihn ersetzt und der war vielleicht auch noch einige Minuten entfernt vom Dorf, das wäre ein bisschen zu viel gewesen.
[26:32] Er hätte sowieso nicht ganz mitbekommen, was das mit diesem Fest sollte. War zu jung, niemand würde ihn vermissen, so hat man ihn einfach dort gelassen.
[26:43] Dieser Hirtenjunge, der sollte einfach brav auf seinem Posten bleiben und am besten sagt man ihm nichts und dann gibt es auch kein Theater. Doch es kommt anders als gedacht.
[26:55] Und die Schrift verrät uns nicht, ob Isa und seine Söhne wussten, worum es bei dieser Salbung ging. Doch natürlich wollte jeder diesen speziellen Segen von Samuel erhalten.
[27:08] Und es liest sich jetzt fast wie eine Ausrede, wenn Isa zu Samuel sagt, Vers 11, er aber sprach, der Jüngste ist noch übrig und siehe, er hütet die Schafe.
[27:22] Der Jüngste, der Kleine, du kannst wohl kaum meinen, dass wir den rufen müssen. Außerdem ist er weit weg, weit weg vom Dorf.
[27:33] Das geht eine Ewigkeit, bis der hier ist und dann wird der Braten kalt. Ich habe Hunger, ich möchte jetzt essen. doch Samuel, er lässt sich nicht beirren und er spricht zu Isai, sende hin und lass ihn holen, denn wir werden uns nicht zu Tisch setzen, bis er hierher gekommen ist.
[27:52] Ausgerechnet der Kleine, auf den sonst niemand gewartet hätte, auf den sollen jetzt alle warten, wieso, was ist denn diesem Mann, diesem kleinen Jungen so speziell?
[28:03] Nun, der Herr, er sieht eben das Herz an. Die Menschen, die sehen nur, was vor Augen ist, Isai und seine Söhne auch. Und der Hirtenjunge ist für sie so unwichtig, dass sein Name erst in Vers 13 das erste Mal fällt.
[28:21] Und so war das erste Mal in der ganzen Bibel. Nachher wird er noch über 600 Male genannt, weil er für Gott so wichtig war. Doch Gott hat diesen kleinen Jungen gesehen.
[28:33] Er hat ihn ausersehen, um ihn zum König von Israel zu machen. Und übrigens viele Jahre später, nach diesem Hirtenjungen, bekam der Davids Sohn.
[28:47] Und David ist in vielerlei Hinsicht eine Vorschattung auf den Davids Sohn, den Messias, Jesus Christus. Der Messias, er kam wie David aus Bethlehem.
[28:59] In 1. Samuel 17, 28, sehen wir, dass David nicht gerade aus einem reichen Elternhaus kam, denn es heisst, Eliab spricht zu ihm, wem hast du die wenigen Schafe in der Wüste überlassen?
[29:12] Israel hat nicht viele Schafe. So war er aus einem nicht so reichen Elternhaus genau wie Jesus, aber im Gegenteil zu Saul, der ein sehr, sehr reicher und angesehener Vater hatte.
[29:25] In Markus 6, 3, reklamieren die Leute in Jesu Heimatdorf und sagen, dieser ist doch nur einer von uns. Was will denn speziell sein an dem?
[29:36] Genauso wie sie über David geredet haben am Anfang. Die anderen sagen über Jesus, als er nicht fastet, sondern normal isst und trinkt, sagt er, er ist ein Fresser und ein Säufer, der hat zu viel Freude, der fastet ja nicht mal, Matthäus 11, 18 bis 19.
[29:56] Andere haben behauptet, Jesus, du kommst nicht aus dem richtigen Ort, du solltest aus Bethlehem kommen, aber du kommst ja aus Galiläa, steht in Johannes 7, 42.
[30:09] Und als Jesus am Kreuz hing, sagten sie, nun, Messiasse, die hangen nicht am Kreuz, die leiden nicht so, wie du jetzt tust, also kannst du keiner sein, steht in Matthäus 27, 42.
[30:21] So haben sie sich völlig getäuscht. Doch es ging in Erfüllung, was in Psalm 118, Vers 22 steht, wo steht, der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden, zum Wichtigsten.
[30:41] Vom Herrn ist das geschehen und es ist wunderbar in unseren Augen. Und hier kommt die Frage zurück an uns und an dich, siehst du, wer Jesus ist, siehst du wirklich, wer er ist?
[30:59] Oder denkst du immer noch so klein von ihm, wie man über David gedacht hat? Oder wie Leute über Jesus gedacht haben? Die Leute damals in Jerusalem und in Judäa.
[31:12] Erinnerst du dich an die Predigt von letztem Sonntag? Einige Leute, die Pharisäer, die lehnten Jesus vollkommen ab, aber die meisten waren ein bisschen fasziniert von ihm. Aber die Frage ist wirklich, hast du Jesus als den König, als den Retter, als den von Gott eingesetzten Erlöser erkannt und an ihn geglaubt?
[31:34] Das ist die wirkliche Frage hier. Nun in 1. Samuel 16 7 steht, dass die Menschen nicht wirklich in dein Inneres schauen können.
[31:46] Doch Gott erkannte dich, er sieht dein Herz und er sieht wie du zu ihm stehst, er sieht wie du denkst über Jesus Christus.
[32:01] Nun wir haben gesehen, wie sich alle täuschten. Die Dorfältesten zuerst, die haben sich getäuscht. Samuel hat sich getäuscht. Isai und seine Söhne haben sich getäuscht.
[32:14] Und nur Gott, der Kenner der Herzen, er täuscht sich nie. Er sieht immer klar und er sieht bis ins Herz hinein, bis in die verborgenen Gedanken.
[32:26] Und schlussendlich wurde David doch geholt, Vers 12 lesen wir, da sandte er hin und ließ ihn holen. Und er war rötlich.
[32:37] Das heisst, es kann sein, dass er braungebrannt war, vom draussen sein, oder dass er rötliche Haare hat. Wir wissen es nicht genau. Er war auch mit schönen Augen.
[32:49] Nun, schöne Augen heisst nicht, dass es so ist, wie wenn wir von einer Frau sagen, sie hätte schöne Augen. Das wäre nicht so ganz passend für einen Mann dort. Aber es heisst sicher, dass er lebhafte, wachsame, aufmerksame Augen hatte, hippen Augen, die gewohnt waren, Sachen und Dinge wahrzunehmen.
[33:09] Er war kein Träumer in dem Sinn. Er war nicht bekifft, so rumgehangen. Er war auch von gutem Aussehen, steht dort.
[33:21] Und der Herr sprach, auf, salbe ihn, denn dieser ist's. Und dann nahm Samuel das Ölhorn und salbte ihn mitten unter seinen Brüdern. Endlich kann Samuel sein Ölhorn hervornehmen und seinen Auftrag erledigen.
[33:38] Und das ist übrigens einer der letzten Aufträge, den Samuel erledigt. Und dann ist seine Lebensaufgabe erfüllt und Gott lässt ihn in Frieden sterben, dass er nicht mit Kummer und Not in sein Grab sinken muss über Saul, sondern er weiss, es ist einer da und Gott ist mit ihm.
[34:00] Nun, wusste David wohl, wozu diese Salbung war? Das ist eine Frage. Ich denke, er wusste es bestimmt nicht weniger als Saul, es damals wusste.
[34:12] Denn Samuel hatte Saul in Kapitel 10 Vers 1 gesagt, hat dich nicht der Herr zum Fürsten über sein Erbteil gesalbt? Ich denke, so viel wusste David auch.
[34:25] Und als der Geist Gottes dann zu David kam, hat er ihm das sicher auch gezeigt. Doch wie Eliab wird von David gesagt, dass er auch von gutem Aussehen war.
[34:44] Eliab sah gut aus. David sah auch gut aus. Was sollen wir davon halten? Gott hat doch gesagt, er sieht nicht auf das Äussere, er sieht nicht auf das Aussehen. Nun, was wir hier lernen, ist einfach, es kommt Gott gar nicht darauf an.
[35:03] Du musst nicht hässlich sein, damit Gott dich gebrauchen kann. Du darfst auch schön sein, so wie Gott dich gemacht hat. David war auch schön. Aber wonach hält der Herr denn wirklich Ausschau im Herzen eines Menschen?
[35:18] Wonach durchstreift der Herr die ganze Erde? 2. Chronik 16, Vers 9 sagt uns, denn die Augen des Herrn durchstreifen die ganze Erde, um sich mächtig zu erweisen an denen, deren Herz ungeteilt auf ihn gerichtet ist.
[35:36] Gott wird der Herr sucht Leute, deren Herz ungeteilt und einfältig auf ihn gerichtet ist. Nicht Gott und noch ein bisschen Welt und Gott noch ein bisschen dieses da, sondern das Herz muss ganz auf Gott gerichtet sein.
[35:56] Das sind die Menschen, die Gott in seinem Reich gebrauchen will, nicht wie Saul, der es auf seinen eigenen Ruhm abgesehen hatte. Gott will Leute, die nicht eigenmächtig handeln, wie Saul, sondern Leute, die halten, was der Herr ihnen gebietet.
[36:13] Gott will Leute, die nicht wie Saul ihre Pläne ohne Gott machen, wie wir in Kapitel 14, Vers 19 gesehen hatten, sondern er will solche, die in Abhängigkeit von ihm leben und die nach ihm fragen.
[36:29] Das heisst es mit ungeteiltem Herzen auf Gott ausgerichtet zu sein. Gott will auch nicht Leute, die wie Saul nur oberflächliche Buße tun, wenn sie gesündigt haben, um dann doch noch vom Volk geehrt zu werden.
[36:46] Wir haben es gelesen, Kapitel 15, Vers 30, sondern er will Leute, die, wenn sie gesündigt haben, wenn sie Gottes Gebote missachtet haben, in echter und in aufrichtiger Reue zu ihm kommen und auf seine Vergebung vertrauen.
[37:05] Leute wie David, die treu ihre von Gott gegebene Arbeit tun und nachgehen, egal was die Leute von ihnen halten, egal ob sie angesehen sind oder nicht.
[37:18] Solche Leute sucht Gott. Und es ist nicht interessant, wie Paulus auch die Gläubigen in Korinth beschreibt, wenn er sagt, 1. Korinther 1, Vers 26, seht doch eure Berufung an, ihr Brüder, da sind nicht viele Weise nach dem Fleisch, nicht viele Mächtige, nicht viele Vornehme, sondern was hat Gott erwählt?
[37:40] Das Törichte der Welt hat Gott erwählt. Die, worüber alle sagen, der, nein, den kann man nicht gebrauchen. Das Törichte der Welt hat Gott erwählt, um die Weisen zu Schanden zu machen und das Schwache der Welt hat Gott Starke zu Schanden zu machen und das Unedle der Welt und das Verachtete hat Gott erwählt, um das, was nichts ist, damit er zunichte mache, was etwas ist.
[38:05] Wieso macht Gott das? Wieso benutzt er solche Leute, die nicht viel darstellen, oft? Es heißt in Vers 29, damit sich vor ihm kein Fleisch rühme, damit niemand stolz sein kann.
[38:22] Durch ihn aber seid ihr in Christus Jesus, der uns von Gott gemacht worden ist, zur Weisheit, zur Gerechtigkeit, zur Heiligung, zur Erlösung, damit es geschehe, wie geschrieben steht, wer sich rühmen will, der rühme sich seiner selbst.
[38:37] Ich war gut, ich habe es gut gemacht. Nein, es heißt, wer sich rühmen will, der rühme sich des Herrn. Darum erwählt Gott das Schwache, darum erwählt Gott ganz anders, als wir es tun würden, als die Welt das tun würde.
[38:54] Und nun haben wir gesehen, Gottes Führung, im ersten Punkt, sie war ganz anders als gedacht. Und im zweiten Punkt haben wir gesehen, Gottes Auserwählte, sie sind komplett anders als gedacht, anders als die Welt denkt.
[39:12] Und nun werden wir sehen, im dritten Punkt, wie Gott David zurüstet, für seine zukünftige Aufgabe als König und wie diese Zurüstung ganz anders aussieht, als wir denken würden.
[39:24] Das bringt uns zum dritten Punkt, Gottes Zurüstung anders als gedacht, sind die Verse 13 bis 23. Lesen wir Vers 13b.
[39:38] Und der Geist des Herrn kam über David von diesem Tag an und weiterhin Samuel aber machte sich auf und ging nach Ramah.
[39:50] Nun, nachdem David jetzt gesalbt worden ist von Samuel, kommt der Geist Gottes über David und bei Sauls Salbung geschah etwas ziemlich ähnliches.
[40:03] Damals hatten wir gesehen, dass der Geist Gottes im Alten Testament oft über Amtsträger gekommen ist. Zum Beispiel über die Richter Gideon, Jephtha, Simson.
[40:14] oder über Propheten oder über Könige. Wieso kam der Geist Gottes dahin? Weil er sie befähigen musste, damit sie ihr Amt richtig und gut ausführen konnten.
[40:28] Und nun denken wir, ja, David hat jetzt den Geist Gottes bekommen und jetzt wird alles gut. Ist das richtig? Ich habe auch eine Falle gestellt.
[40:42] Sicher wird alles gut und trotzdem genau ab diesem Zeitpunkt fangen alle Probleme an in Davids Leben. Vorher hatte er ein gemütliches Leben als Hirtenjunge, konnte zu seinen Schafen schauen und ab diesem Zeitpunkt werden die Probleme ein bisschen grösser.
[41:01] Und es kommt eben ein bisschen anders als gedacht. Gottes Geist ist da, es wird alles gut, ja, aber ein bisschen anders als wir denken. Nun, David ist ungefähr 15 Jahre alt, die einen sagen 15 bis 20 und bis er König wird, ist er 30 Jahre alt.
[41:21] Das heisst, zwischen 10 und 15 Jahre ist jetzt seine Zubereitung. Er wird in diesen Jahren an Bekanntheit und Beliebtheit gewinnen, aber von diesem Moment an, wo der Geist zu ihm durchdringt, werden seine Probleme auch grösser in dieser Zeit.
[41:40] Und in Kapitel 17 erlegt er einen Riesen, wird dann zum Volksheld und das schürt die Eifersucht in Saul. Und von da an verfolgt er David.
[41:53] Und fortan muss sich David verstecken in Wüsten und in Höhlen und er muss durch viele Probleme und Trübsale hindurch und es ist Gottes Charakterschule durch die er David hindurch bringt.
[42:06] Genauso Jesus, als er getauft worden war. Und der Geist wie eine Taube auf ihn herabkam. Dann heisst es unmittelbar nachher in Markus 1 Vers 12 Und sogleich treibt ihn der Geist in die Wüste hinaus.
[42:21] Und er war 40 Tage dort in der Wüste und wurde von dem Satan versucht. Auch nicht gerade das, was wir uns vorstellen. Und ihr seht, Gott befähigt seine Diener zum Dienst.
[42:37] Dies tut er durch seinen Geist. Doch dieser Geist, er bringt seine Kinder, also Gott bringt durch diesen Geist auch seine Kinder immer wieder in Wüsten und in Prüfungen, damit sie von Gott, von Gottes Durchtragen in der Wüste erzählen können.
[42:54] Und erzählen können, wie Gott ihnen Hilfe gesandt hat, in diesen schwierigen Situationen. Es heisst nämlich in Markus 1 Vers 13 müssen.
[43:32] Und die ist nicht immer einfach. Es gibt Prüfungen in Schulen und in Gottes Schule gibt es auch Prüfungen. Und die Kapitel 16 bis 31 von 1.
[43:44] Samuel, also die bis zum Ende, die zeigen uns die Charakterschule, in die Gott David sendet, bevor er offiziell als König eingesetzt wird.
[43:55] Und so sehen wir auch hier, Gottes Zurüstung ist anders als gedacht. Nun, David ist nach seiner Salbung wieder aufs Feld zu den Schafen zurückgegangen und er hatte nicht das Gefühl, ich bin für eine spezielle Aufgabe ausgewählt, ich bin jetzt nicht mehr würdig, um zu den Schafen zu schauen.
[44:14] Nein, er blieb dort so lange und zwar treu, bis Gott ihn wegführte von den Schafen. Und er hat sich wohl oft gefragt, wie wird das wohl gehen?
[44:26] Ich bin nur ein, sagen wir mal, ein 15 jähriger Hirtenjunge, wie soll ich jetzt König werden? Ich habe keine Ahnung von Staatsführung, ich habe keine Ahnung von Krieg, doch Gott bringt ihn in ganz interessanter Weise an den Königshof und da lesen wir ab Vers 14 Aber der Geist des Herrn wich von Saul und ein böser Geist von dem Herrn gesandt schreckte ihn.
[44:52] Da sprachen Saus Knechte zu ihm, siehe doch, ein böser Geist von Gott pflegt dich zu schrecken. Unser Herr, sage doch deinen Knechten, die vor dir stehen, dass sie einen Mann suchen, der auf der Harfe zu spielen versteht, damit er, wenn der böse Geist von Gott über dich kommt, mit seiner Hand spielt, damit es dir besser geht.
[45:14] Da sprach Saul zu seinen Knechten, seht euch um, nach einem Mann, der gut auf Seiten spielen kann, und bringt ihn zu mir. Nun, zu dieser Geschichte mit dem Geist, mit dem bösen Geist, müssen wir folgende Dinge beachten.
[45:30] Der Heilige Geist, der Geist des Herrn, hat Saul verlassen, weil Saul auch den Herrn verlassen hatte. Wir lesen in Kapitel 15, Vers 23, denn Ungehorsam ist wie die Sünde der Wahrsagerei und Widerspenstigkeit ist wie Abgötterei und Götzendienst, weil du, Saul, nun das Wort des Herrn verworfen hast, so hat er dich verworfen, dass du nicht mehr König sein sollst.
[46:06] Also es war also eine Konsequenz davon, dass Saul Gott verworfen hatte. Gott hatte lange Geduld gehabt mit Saul. Samuel hatte Saul mehrere Male gewarnt und Saul hatte viele Chancen gehabt, wieder umzukehren zu Gott, doch er hat sie alle einfach in den Wind geschlagen.
[46:25] Gott ist sehr geduldig, doch Gottes Gnade für unbusfertige Sünder hat ein Ende irgendwann. Mit Gott kann man nicht einfach verstecken spielen.
[46:40] Und Gott ist auch konsequent. Aufgrund Sauls kontinuierlicher Rebellion und aufgrund seines Ungehorsams schickt Gott ihm sein Gericht, einen bösen Geist.
[46:53] Und wir lesen immer wieder davon in der Bibel, wie Gott die Macht hat, auch über böse Geister, um sie einzusetzen, wie er will. So sehen wir, dass Gott auch dieses Mittel hier benutzt, um Sauls die Konsequenzen spüren zu lassen von seinen früheren Entscheidungen.
[47:15] Doch in all dem ist Gott und er bleibt gerecht, sogar in seinen Gerichten. Es ist nicht so, dass Gott den Saul durch den bösen Geist versucht, dass er ihm diesen schickt, damit Saul endlich sündigt und er ihn dann irgendwie für das verantwortlich machen kann.
[47:35] Das ist nicht das, was Gott macht. Denn Jakobus 1,13 sagt uns, niemand sage, wenn er versucht wird, ich werde von Gott versucht. Denn Gott kann nicht versucht werden zum Bösen und er selbst versucht auch niemand.
[47:52] Später heisst es dann, dass wir von unseren eigenen Bösen, Begierden und von unseren eigenen Lüsten versucht werden. Und wenn wir denen nachgehen, dann sündigen wir.
[48:04] Da kann man Gott nicht die Schuld in die Schuhe schieben und sagen, Gott hat mir nicht geholfen, Gott hat mich versucht, Gott hat mir dieses und das in mein Leben hineingetan, darum habe ich gesündigt.
[48:15] Es wird nie jemals einer sagen können. Doch was wir daraus lernen, ist kontinuierliche Rebellion und ungehorsam gegen Gott. Das ist so, wie wenn du ein kleines fünfjähriges Kind mit Benzin und einem Feuerzeug spielen lässt.
[48:34] Irgendwann geht es in die Luft. Irgendwann muss es die Konsequenzen tragen. Zumindest denken wir jetzt, hat Saul liebe Knechte, die sich um ihn kümmern.
[48:49] Sie haben ihn beraten. Aber das sind miese Ratgeber, denn anstatt einen Musikanten zu bestellen, sollten sie Saul lieber anraten, auf der Stelle umzukehren zu Gott, Buße zu tun und Gott wirklich um Vergebung zu bitten.
[49:06] Und anstatt selbst in sein Herz zu schauen, täuscht auch Saul sich selbst. Und er willigt ein und sagt, ja, geht solch einen Musikanten holen. Und wen wundert es?
[49:18] David, der Hirtenjunge, ist die Lösung. Und wenn Gott dich zu einer Aufgabe beruft, so wie er David berufen hat, dann schenkt er dir auch die Gelegenheiten, die du brauchst, um dann zugerüstet zu werden.
[49:35] Das ist genau das, was wir jetzt hier bei David sehen. Wir lesen Vers 18. Da antwortete einer der Burschen und sprach, siehe, ich habe einen Sohn Isais des Bethlehemiten gesehen, der das Seitenspiel versteht und auch ein tapferer Mann ist und tüchtig zum Kampf.
[49:58] Wir werden in Kapitel 17 noch sehen, dass er David Bären und Löwen getötet hatte. Das war wohl nicht ganz unbemerkt geblieben. Und dieser Mann ist verständig in seiner Rede und schön und der Herr ist mit ihm.
[50:14] Was wir hier sehen ist einfach eine Lobeshymne, um den König zu überzeugen, diesen musst du jetzt wirklich haben, der kann dir das bringen, was du willst. Aber der Herr ist mit ihm, das ist das Wichtige.
[50:28] Das haben sogar diese Knechte gemerkt. Vers 19. Da sandte Saul Boten zu Isai und ließ ihm sagen, sende deinen Sohn David, der bei den Schafen ist, zu mir. Da nahm Isai einen Esel, beladen mit Brot und einem Schlauch Wein und ein Ziegenböcklein und sandte es Saul durch seinen Sohn David.
[50:46] So kam David zu Saul und diente ihm und er gewann ihn sehr lieb und er wurde sein Waffenträger. Und Saul sandte zu Isai und ließ ihm sagen, lass doch David vor mir bleiben, denn er hat Gnade gefunden vor meinen Augen.
[51:04] Wenn nun der böse Geist Saul fand Erleichterung und es wurde ihm wohl und der böse Geist wich von ihm.
[51:17] Wer nun ein bisschen mitgedacht hat, der sagt sich, ist das nicht gefährlich, was David hier macht? Was passiert, wenn Saul herausfindet, dass der David dieser verheissene Thronfolger ist, der ihn ersetzen soll?
[51:35] Nun, Saul wird es früher oder später auch herauskriegen, wir den Moment belassen wir jetzt David dort an dem Königshof. Er dient dem König, einem König, der launisch und böse ist, einem Mann, der gottlos und rebellisch ist, einem König, der überhaupt nicht tut, was ein König von Gottes Volk soll, nämlich Gottes Volk unter die Herrschaft Gottes zu bringen.
[52:01] Und David dient nicht einfach irgendwie, nein, er macht seine Aufgabe treu und er macht dieses Mannes Sauls und so findet er Gnade vor Saul und wird sogar zu einem sehr engen Vertrauten dem Waffenträger.
[52:20] Sprüche 16, 17 Vers 7 sagt uns, wenn die Wege eines Menschen dem Herrn wohlgefallen, so lässt er selbst seine Feinde mit ihm in Frieden leben.
[52:35] Und was wir auch noch in diesem letzten Abschnitt gesehen haben, wie alle anderen Menschen in dieser Geschichte täuscht sich auch Saul noch. Er meint, der kleine Hirtenjunge, der kann mir jetzt einen Gefallen tun, der wird für mich spielen, dass ich wieder beruhigt werde und dass ich wieder normal weiterleben kann.
[52:53] Und das tut er ja auch, denn Gott ist gut, Gott ist gnädig. Er schenkt in seiner Güte Saul einen David, der für ihn spielt und ihm hilft.
[53:07] Und wisst ihr was, Römer 2, 4 sagt, es ist Gottes Güte, die dich zur Busse leitet. Und hier sehen wir, Gott versucht Saul wieder einmal mehr zur Busse zu bringen. Doch Saul hat sich getäuscht.
[53:20] Vielmehr tut Saul dem David eigentlich einem Gefallen. Denn hier kann der kleine Hirtenjunge, der unbeachtet war bis jetzt, mal beobachten, was so ein König alles macht.
[53:32] Er kriegt vieles mit, was dort am Königshof passiert. Und wenn Saul das wüsste, dann hätte er ihn nie an den Königshof geholt. Ist das nicht irgendwie schon fast ironisch?
[53:46] Vieles ist anders als gedacht in dieser Geschichte. Und nur Gott allein erkennt alle Hintergründe, erkennt alle Motive, erkennt alle Herzen. Und dies ist eine äusserst wichtige Wahrheit, die wir nie, nie vergessen sollten.
[54:01] Und wenn uns nun Situationen begegnen, wenn Gott uns in Prüfungen schickt, wie den Samuel, der getrauert hat über gewisse Sachen, oder wenn wir es mit Menschen zu tun haben, wenn wir mit unseren Kindern reden, dann lasst uns immer bewusst sein, wir sind von Gott total abhängig.
[54:24] Wir können von uns aus nichts so beurteilen, wie es beurteilt werden sollte. Und wir müssen Gott um Hilfe bieten, dass wir alles, wirklich alles mit seinen Augen ansehen können.
[54:38] Situationen müssen mit seinen Augen angesehen werden, Menschen müssen mit seinen Augen angesehen werden und Gottes Wege mit uns, wie er uns führt, müssen mit seinen Augen angesehen werden.
[54:51] Führe mich Führe mich.
[55:24] Führe mich. Führe mich. Herr, erforsche mein Herz, denn nur du siehst wirklich, wie es aussieht in meinem Herzen. So wollen wir zum Schluss noch beten.
[55:41] Vater im Himmel, wir danken dir für diese Geschichte, wo wir sehen, wie du im Hintergrund alles gewirkt hast. Wir sehen, wie du immer einen Plan hast und wie deine Pläne immer gut sind.
[55:55] Wir sahen aber auch, wie viele Menschen sich getäuscht haben. Und wir denken oft, was wir sehen, das sei wirklich das, so wie es ist. Doch wenn wir mit deinen Augen sehen würden, würden wir sehen, wie es anders ist.
[56:12] Und so bitte hilf uns, hilf uns als allererstes, unser Herz mit deinen Augen zu sehen. Hilf uns aber auch, Situationen in unserem Leben zu sehen, so wie du sie siehst.
[56:25] Dass wir nicht anfangen zu jammern und zu murren, sondern immer den Blick auf dich haben und dir dankbar sind für das, was du tust. Danke dir, Herr, dass du auch jetzt an diesem Tag heute mit uns bist und mit uns in diese Woche gehst. Amen.