Jesus lehrt den Lehrer

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Prediger

Thomas Sardi

Datum
14. Januar 2024

Transkription

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[0:00] Guten Morgen, liebe Gemeinde. Ich wollte euch heute Morgen fragen, ich will dich persönlich fragen, warum bist du hier? Was ist der Grund, weshalb du hier bist?

[0:15] Was bewog dich hierher zu kommen? Wieso hast du Interesse an der Gemeinschaft mit den Gläubigen hier in der Gemeinde? Wieso tust du dir das an, fast eine Stunde lang eine Predigt zuzuhören?

[0:32] Hättet ihr nichts anderes zu tun heute bei diesem schönen Wetter? Die einen könnten ausschlafen, die anderen würden sicher einen schönen Spaziergang machen, die dritten würden Skifahren gehen oder eine Schneeschuh-Tour.

[0:48] Die einen von euch haben sich vielleicht ganz gut überlegt, wieso sie heute hier sind und die anderen sind einfach hier. Doch jeder von uns hat einen Grund, weshalb er heute Morgen da ist.

[1:01] Und vielleicht bist du heute hier, weil du einfach zur Gemeinde gehörst. Vielleicht bist du aber auch hier, weil es zur Gewohnheit geworden ist, dass du am Sonntagmorgen hier bist.

[1:13] Vielleicht hast du einen Dienst in der Gemeinde und wenn du nicht da wärst, würde man dich vermissen. Deshalb bist du hier. Vielleicht freust du dich, deine Freunde und deine Geschwister zu sehen in der Gemeinde.

[1:28] Und das ist der Grund, weil du gekommen bist. Vielleicht bist du ja eingeladen worden oder bist einfach aus Neugier hier. Nun, zu Jesus kamen auch ganz viele Leute.

[1:41] Und was genau wollten die Menschen von ihm? Wieso kamen sie zu Jesus? Auch Pharisäer kamen zu Jesus.

[1:55] Aber nur einmal kam ein Pharisäer, um wirklich zu lernen von Jesus. Und Jesus hat einen zweiten Pharisäer verfolgt und hat ihn zur Rede gestellt.

[2:05] Wisst ihr wer? Paulus auf dem Weg nach Damaskus. Und die anderen Pharisäer kamen nur, um sich lustig zu machen oder Jesus zu fangen. Der erste war Nikodemus.

[2:19] Er kam zu Jesus, um zu lernen. Und ich hoffe, dass du auch heute hierher gekommen bist, um zu lernen, um Lehre zu hören. Nicht von mir, sondern aus Gottes Wort.

[2:31] Um zu hören, was Gott sagen möchte. Denn was wir heute zusammen anschauen, aus Gottes Wort, ist von höchster Wichtigkeit. Nicht, dass Gottes Wort sonst nicht wichtig wäre.

[2:46] Aber es geht um eine zentrale Botschaft. Es geht um die Rettung. Es geht darum, wo der Grundstein unseres Glaubens liegt. Es ist eine Schlüsselstelle, die wir heute betrachten werden aus Johannes 3.

[3:01] Und es geht um die Neugeburt. Oder auch um die Wiedergeburt. Das ist ein bekannter Begriff. Doch viele Menschen verstehen ganz Unterschiedliches darunter.

[3:13] Fragt mal einen Buddhisten, was er unter Wiedergeburt versteht. Fragt mal einen Zeugen Jehovas oder einen Katholiken, was er unter Wiedergeburt versteht.

[3:23] Und das ist nicht genau das, was wir hier heute anschauen werden. Es wäre zu viel, auf das einzugehen. Aber ich will euch kurz zeigen, in welchem Rahmen wir uns befinden.

[3:35] Es ist das zweite Werk Gottes in der Rettung. Was ist das erste Werk, das Gott tut? Es ist die Erwählung. Gott hat vor Grundlegung der Welt, hat er jeden, den er retten will, erwählt.

[3:50] Und er beruft ihn. Und dann gibt er ihm ein neues Leben. Das ist das zweite Werk Gottes. Und erst dann erwartet Gott von uns auch eine Antwort.

[4:03] Es passiert meistens im gleichen Zeitpunkt, aber der Mensch kann nicht antworten, ohne dass Gott ihn ruft. Und dann erst kommt die Heiligung und die Verherrlichung und was sonst noch ist.

[4:18] Und ich habe gesehen, ihr habt Johannes 3 schon aufgeschlagen, die meisten von uns, von euch. Und hier haben wir einen Mann, Nikodemus. Er kommt zu Jesus mit einem Grund. Er will mehr wissen über ihn.

[4:30] Nikodemus ist ein Mann, der erkannt hat, dass er nicht alles weiß. Und er kommt zu Jesus und er will von ihm belehrt werden. Und so wollen auch wir heute Morgen zu Jesus kommen und seinen Worten zuhören.

[4:43] Den Worten des ewigen Lebens. Und wir lesen Johannes 3, die Verse 1 bis 10. Es war aber ein Mensch unter den Pharisäern namens Nikodemus, ein Oberster der Juden.

[5:00] Der kam bei Nacht zu Jesus und sprach zu ihm. Rabbi, wir wissen, dass du ein Lehrer bist, der von Gott gekommen ist. Denn niemand kann diese Zeichen tun, die du tust, es sei denn, dass Gott mit ihm ist.

[5:16] Jesus antwortete und sprach zu ihm. Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, wenn jemand nicht von Neuem geboren wird, so kann er das Reich Gottes nicht sehen. Nikodemus spricht zu ihm.

[5:30] Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Er kann doch nicht zum zweiten Mal in den Schoß der Mutter eingehen und geboren werden. Jesus antwortete, wahrlich, wahrlich, ich sage dir, wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, so kann er nicht in das Reich Gottes eingehen.

[5:50] Was aus dem Fleisch geboren ist, das ist Fleisch. Und was aus dem Geist geboren ist, das ist Geist. Wundere dich nicht, dass ich dir gesagt habe, ihr müsst von Neuem geboren werden.

[6:02] Der Wind weht, wo er will. Und du hörst sein Sausen, aber du weisst nicht, woher er kommt und wohin er geht. Und so ist jeder, der aus dem Geist geboren ist.

[6:15] Nikodemus antwortete und sprach zu ihm. Wie kann das geschehen? Jesus erwiderte und sprach zu ihm. Du bist der Lehrer Israels und verstehst das nicht?

[6:33] So will ich, bevor wir anfangen, mit der Predigt noch beten. Ja, Vater im Himmel, wir danken dir für das, was du uns hier in Johannes 3 aufgeschrieben hast.

[6:46] Herr Jesus, wir danken dir, dass du dieses Gespräch mit Nikodemus gehalten hast und uns hier zeigst, was notwendig ist, um in dein Reich zu kommen. Bitte hilf mir, das zu erklären.

[6:58] Hilf uns allen, das besser zu verstehen und hilf uns selber zu prüfen. Amen. Nun, wir werden heute Morgen nicht alle zehn Verse im Detail betrachten.

[7:10] Wir werden uns die ersten drei Verse im Detail anschauen. Aber ihr habt gemerkt, es handelt sich hier um eine Diskussion. Es ist eine Diskussion zwischen Nikodemus, einem Gelehrten, dem Lehrer Israels und Jesus.

[7:28] Nikodemus, wir haben es gelesen, er ist ein Pharisäer, er ist ein Oberster der Juden und er ist der Lehrer Israels, nicht einfach irgendein Mann. Er ist ein Mann von brillantem Verstand.

[7:43] Er ist ein geehrter Mensch. Wenn er durch den Marktschritt, haben sich die Leute fast verbeugt vor ihm. Wenn er etwas gesagt hat, dann haben ihm alle zugehört, weil dieser Mann gewichtige Worte sprach.

[8:00] Sogar wenn er etwas Falsches erzählt hat, das offensichtlich falsch war, hat er gesagt, etwas ist zu meiner Linken und alle haben gesehen, es ist hier, hat ihm niemand widersprochen, weil sie ihn so geehrt haben.

[8:12] So gingen sie mit den Pharisäern und mit den Schriftgelehrten um zu dieser Zeit. Er war ein Mann, der jede theologische Frage diskutiert hatte, seit Jugend.

[8:24] Und er konnte dir alles beantworten, was in dem Alten Testament stand. Jedenfalls meinte er es. Doch wie kam es, dass ein solcher Mann Jesus aufsucht?

[8:37] Und dazu noch bei Nacht? Und was bewog ihn, den Lehrer Israels, Jesus aufzusuchen? Eine andere Frage, was tat Jesus jetzt mit so einem Mann?

[8:50] Was hat er so einem prominenten Gast zu sagen? Diesen Fragen wollen wir heute nachgehen. Und so habe ich die Predigt mit folgendem Titel versehen, Jesus lehrt den Lehrer.

[9:04] Jesus lehrt den Lehrer. Und wir werden zwei Punkte anschauen, die Sorge des Sünders, und die Antwort des Erretters.

[9:17] Die Sorge des Sünders und die Antwort des Erretters. Nun kommen wir zum ersten Punkt, die Sorge des Sünders.

[9:33] Um wirklich zu verstehen, was Nikodemus zu Jesus treibt, müssen wir uns ein bisschen mit dem befassen, was vorher geschehen ist. Und wir befinden uns hier im dritten Kapitel des Johannes.

[9:47] Einige von euch wissen, was das Ziel Johannes war, als er das Johannes-Evangelium aufgeschrieben hat. Es steht in Johannes 20, Vers 30 bis 31 und dort steht, dass sein Ziel ist, zu zeigen, dass Jesus der Messias ist.

[10:05] Gottes Sohn, der Gesandte, der gekommen ist. das ist das eine Ziel. Das zweite Ziel, das Johannes hat, ist ein evangelistisches Ziel. Er will, dass wenn man erkannt hat, dass Jesus Gottes Sohn ist, dass man an ihn glaubt und durch den Glauben an ihn gerettet wird.

[10:24] Also zwei Ziele. Erstens zu zeigen, wer Jesus ist. Zweitens, dass man errettet wird durch den Glauben an ihn. Und im ersten Kapitel fängt Johannes gleich an, wenn er da kurz hinblättert, Kapitel 1.

[10:41] Er zeigt uns dort, dass Jesus das ewige Wort ist, dass er Gott ist, dass er das Licht der Welt ist, dass er in die Welt gekommen ist, um die Finsternis zu erhellen, um die Sünde der Menschen aufzuzeigen und ihnen einen Weg zum Leben zu zeigen.

[10:56] Und dann zeigt Johannes, wie sich dieses Licht immer mehr ausbreitet. Dieses Licht, das heisst die Erkenntnis über Jesus, wer er ist.

[11:09] Und man sieht ab Vers 19, wie Johannes der Täufer ihn erkennt und sagt, dieser ist der Sohn Gottes, dieser ist das Lamm Gottes. Und dann sehen wir ab Vers 37, wie die Jünger, die bei Johannes dem Täufer waren, erkannt haben, dieser Mann, dem müssen wir nachfolgen.

[11:29] Und sie gehen mit ihm und sagen, dürfen wir einen Tag mit dir verbringen? Wir wollen von dir lernen. Wir wollen deine Worte hören. Und hier eine kleine Bemerkung.

[11:40] Das ist das Merkmal wahrer Jünger. Jünger, sie sind nicht auf Zeichen aus, auf Wunder aus. Sie wollen Jesus kennen.

[11:52] Sie wollen seine Worte hören. Sie wollen mit ihm Zeit verbringen. Und das ist es, was sie einen ganzen Tag lang dürfen. Und dann laden sie ihre Freunde ein und sagen, kommt und seht, dieser ist der Messias.

[12:03] Überzeugt euch selbst. Und dann sehen wir in Kapitel 2, wie Jesus das erste Wunder tut. Ein Schöpfungswunder. Er macht Wasser zu Wein und zeigt somit, ich bin Gott.

[12:16] Ich bin der, der die Welt schon geschaffen hat vor Ewigkeiten. Und was lesen wir von den Jüngern in Vers 11, 2 Vers 11, und seine Jünger glaubten an ihn.

[12:28] Das Zeichen, das er dort getan hat, war einfach zur Bestätigung von dem, was sie sowieso schon glaubten. Und sie glaubten an ihn. Und danach sehen wir, wie er ab Vers 13, 2 Vers 13, nach Jerusalem hinaufkommt, denn es ist das Passa und er wird dort mehrere Wochen verbringen, weil nach dem Passa kommt noch das Wochenfest.

[12:54] So denke ich, ist er mindestens 4 Wochen dort in Jerusalem. Und als erstes räumt er den Tempel aus und die Leute haben ein bisschen Mühe mit dem. Und sie fragen ihn, was, wieso kannst du dies tun?

[13:07] Was ist die Autorität? Zeige uns, wieso darfst du das tun? Und sie wollen Zeichen sehen. Die Juden wollen Zeichen und die Griechen wollen Weisheit, aber Christus, der Kreuzigste, ist ihnen eine Torheit.

[13:21] So sehen wir die Zeichen, die die Juden sehen wollen. Es geht ihnen nicht um die Worte, sondern um die Zeichen. Aber die Jünger wiederum, das lesen wir von ihnen, Vers 22.

[13:34] Als er nun aus dem Toten auferstanden war, dachten seine Jünger daran, dass er ihnen dies gesagt hatte. Und sie glaubten der Schrift und dem Wort, das Jesus gesprochen hatte. Seht ihr?

[13:45] Echten Glauben gründet auf das Wort Jesu und auf das Wort Gottes in der Schrift. Und jetzt kommen wir zum Vers 23. Als er, Jesus aber, am Passafest in Jerusalem war, glaubten viele an seinen Namen, weil sie seine Zeichen sahen, die er tat.

[14:09] Und Jesus, er hat dort mit Zeichen bestätigt, dass er das tun durfte. Und wir wissen, dass Jesus, wenn er Zeichen tat, auch predigte. Aber es interessierte sie nur die Zeichen.

[14:23] Sie glaubten nicht seinen Worten. Und Nicodemus, er sagt ja zu Jesus dann, was sie von Jesus glaubten. Wenn ihr Kapitel 3, Vers 2 anschaut, er kam zu ihm und er sagt, Rabbi, wir wissen, dass du ein Lehrer bist, der von Gott gekommen ist.

[14:43] Denn niemand kann diese Zeichen tun, die du tust, es sei denn, dass Gott mit ihm ist. Also sie wussten und diese Leute dachten, diese Leute aus Vers 23 und Nicodemus wussten, dass Jesus ein vollmächtiger Lehrer ist.

[15:00] Sie wussten, dass er von Gott gekommen ist. Wenn jemand von Gott kommt, dann sollte man ihm besser zuhören. und sie wussten auch die Begründung wieso, nämlich du tust Zeichen, die niemand sonst tun kann.

[15:15] Und wir können hier ganz leicht die Frage erkennen, die das Volk mit sich im Herzen herumträgt. Sie fragen sich, bist du der Prophet, der kommen soll? Sie fragen sich, bist du vielleicht der Elia, der den Weg des Messias vorbereitet?

[15:33] Oder könnte es sein, dass du sogar vielleicht der Messias bist? Wir haben gelesen, sie glauben an seinen Namen.

[15:44] Sein Name, Jesus, bedeutet, der Herr ist Rettung. Sie glaubten, dass irgendwie Rettung kommen würde durch diesen Menschen. Aber es war 400 Jahre her, seitdem der letzte Prophet, nämlich Malachi, gesprochen hatte.

[16:00] Und seither gab es keine Propheten mehr. Zeichen und Wunder waren schon länger her, wohl zur Zeit Elisas und Elias. Und jetzt auf einmal steht einer da, der macht ein Zeichen nach dem anderen und er predigt vollmächtig und wird als ein Prophet anerkannt.

[16:18] Lukas 3,15 sagt uns, das ganze Land war in gespannter Erwartung auf den Messias. Das war die Lage dort. Doch was macht Jesus mit dieser Menschenmenge, die an ihn glaubt?

[16:32] Wir sehen es Vers 24, Kapitel 2. Jesus selbst aber vertraute sich ihnen nicht an. Der Grund, weil er alle kannte.

[16:44] Und weil er es nicht nötig hatte, dass jemand von den Menschen Zeugnis gab, denn er wusste selbst, was im Menschen war. Nun, das Wort, das hier benutzt wird, für sich anvertrauen, in Vers 24, das heisst in griechisch Pisteu, und das heisst einfach Glauben oder Anvertrauen.

[17:05] Es wird auch schon in Vers 22 und Vers 23 benutzt. Das heisst, mit anderen Worten könnte man sagen, Jesus glaubte nicht an ihren Glauben. Jesus glaubte nicht, er wusste, dass ihr Glaube nicht echt war.

[17:20] Er war zu wenig tief, er war zu oberflächlich, er hätte nicht standgehalten. Wieso wusste er dies?

[17:32] Nun, weil er alle kannte, denn er weiss, was im Menschen ist. Und hier ein Hinweis von Johannes, dass Jesus Gott ist. Jesus weiss alles.

[17:45] Der Herr wusste stets alles. Er wusste, wovon er redete, Kapitel 3 Vers 11. Er wusste, was er tun wollte, Kapitel 6 Vers 6. Er wusste, wer nicht an ihn glaubte, und er wusste sogar, wer ihn verraten würde.

[18:00] Kapitel 6, Vers 64. Und als seine Stunde gekommen war, um zu sterben, da wusste er, dass die Stunde gekommen war. Und er wusste, was auf ihn wartete, als er sich der römischen Kohorte auslieferte.

[18:15] Und er wusste, dass alles schon vollbracht war, als er im Kreuz rief, es ist vollbracht. und er machte und er drängt uns hier, drängt sich eine Frage auf, eine erste wichtige Frage, was ist falsch an diesem Glauben, den die Menschen gehabt haben?

[18:39] Denn wie damals gibt es auch heute viele Menschen, die genau so an Jesus glauben, wie diese es getan haben. Es gibt Leute, die haben ein großes Interesse, eine Faszination für die Person Jesu.

[18:56] Nun, man fühlt sich gut um solche Personen herum, man fühlt sich mächtig, man wähnt sich in Sicherheit. Man ist vorne dabei, mitten im Geschehen.

[19:09] Und so haben viele Menschen eine hohe Wertschätzung von Jesus, eine Faszination für seine Person. Wie konnte dieser Mann so weise reden? Wie konnte er all diese Wunder tun?

[19:20] Überall, wo er hinkam, hat er Barmherzigkeit geübt, hat Leute angerührt, sie geheilt, so viel Gutes getan. Er war ein edler Mensch, er war ein Reformer.

[19:31] Er hat die Dinge gesehen, die falsch lagen, hat sie angesprochen. Er trat den Pharisäern entgegen, er führte eine sanfte Revolution wie etwa ein Gandhi. Er hat sich über die Armen und Ausgestoßenen erbarmt, über die Aussätzigen.

[19:51] Was für ein Redner war er, wenn er den Mund auftat, da konnte er Massen von Leuten anziehen. Was für ein Prediger, was für ein Stratege, er hatte immer einen Plan.

[20:04] Was für ein Menschenfischer war er, was für ein Evangelist. So können wir von Jesus fasziniert sein. Und etliche Menschen, auch Menschen werden so in den Himmel gejubelt.

[20:17] Ein Gandhi, wie eben erwähnt, ein Nelson Mandela, eine Mutter Teresa, irgendwer, der ein bisschen gut reden kann und die Leute ein bisschen anführen kann und so entstehen Kulte.

[20:28] und dann verspricht man und dann folgt man diesem Menschen und dann folgt man vielleicht auch Jesus und verspricht sich ein einfacheres, besseres Leben.

[20:42] Man verspricht sich, wenn ich mit dem bin, dann habe ich gute Tipps für den Umgang mit meinen Problemen. Oder vielleicht gehöre ich zu einer Gruppe, wo wir gute Gemeinschaft zusammen haben.

[20:55] Oder dieser Mensch kann einem auch einen Sinn ins Leben geben. Aber die Worte Jesu interessieren einen nicht wirklich. Es kann sein, dass man, wenn man sie hört und sie versteht, Anstoß daran nimmt und sagt, wieso sollte ich dem folgen?

[21:13] Ich finde ihn toll, ja, aber nicht alles will ich annehmen. Es ist einfach zu viel verlangt. Doch wir haben gesehen, Jesus hat kein Interesse an solch einem Glauben.

[21:25] Kein Interesse. Er kennt alle und er kennt auch dich, der du hier sitzt heute morgen. Er weiss, aus welchem Grund du heute hier sitzt und er weiss, wie du zu ihm stehst.

[21:40] Er kennt deinen Glauben und er sieht, was dich wirklich bewegt und er kennt dein Innerstes. Und hier die zweite große Frage.

[21:53] Hat er ein Interesse an deinem Glauben? Hat er Interesse an dem Glauben, den du hast? Das ist die große Frage, nicht wahr? Nicht nur kennst du ihn, sondern kennt er dich.

[22:11] Vertraut er sich dir an? Hast du Gemeinschaft mit ihm? Oder besser gesagt, hat er Gemeinschaft mit dir? Oder lässt er dich einfach machen, was du willst?

[22:24] Wisst ihr, wenn Jesus Gemeinschaft mit dir hat, wenn er ein Interesse an dir hat, so ist es genauso, wie es in Hebräer 12 heisst, wenn Gott als Kind annimmt, den erzieht er, den züchtigt er auch manchmal, weil er ihn nicht einfach gehen lässt.

[22:44] Kannst du sündigen, kannst du irgendwelche Sachen machen, ohne dass Gott dir nachgeht? Kannst du diese Sachen wochenlang, monatelang wegschieben und es stört dich nicht?

[22:59] Dann ist es eine Frage, hat Gott, hat Jesus Interesse an deinem Glauben? Wenn du an ihn glaubst, wenn er ein Interesse an dir hat, dann wird er dich auch prüfen, Jakobus 1, 2 bis 4.

[23:14] Er prüft uns, um unsere Ausdauer, um unser Ausharren hervorzubringen, damit wir sehen, dass wir wirklich gläubig sind. Und er wird dich auch durch dunkle Täler führen, Psalm 23, 4.

[23:29] Doch dort heißt es, dass er immer bei dir sein wird. Sein Stecken und sein Stab, die trösten dich, auch in diesen Momenten. Das sind nur einige, wenige Fragen, woran wir prüfen können, ob Gott wirklich ein Interesse an uns hat.

[23:46] Und wir sehen, es gibt einige, die einfach aus Faszination Jesus folgen und sie versprechen sich ein leichteres Leben, sie versprechen sich vielleicht Ansehen, einen guten Lebensstandard und das ist die Sorge, das ist die Sorge der Massen.

[24:02] Das ist die Sorge der Massen, die wir hier gelesen haben. Aber dann kommen wir zu Nikodemus, Kapitel 3, Vers 1, heisst es hier, es war aber ein Mensch.

[24:14] Es war ein anderer Mensch hier, unter diesen Menschen gab es einen, der wollte kommen, er wollte mehr wissen, er wollte lernen.

[24:27] Er war ein Pharisäer, er war mit grossem Eifer und Einsatz seit jungen Jahren dem Gesetz gefolgt. Und wir könnten sagen, wenn einer wirklich glaubte, dann sicher dieser, würden wir meinen.

[24:45] Denn er vorstehende Schriften und er versuchte, das alles zu tun. Doch, was war seine Sorge? Was war seine Sorge? Nun, er hat viel Wissen über Gott angesammelt, durch das Studium der Schriften.

[25:02] Er hat die Bibel gekannt. Und so können auch wir die Bibel kennen. Bevor wir die Pharisäer zu arg verurteilen, bevor wir Nicodemus zu arg verurteilen, möchte ich nur herausstellen, er könnte einer von uns gewesen sein, der in einem gläubigen Elternhaus aufgewachsen ist, der das Evangelium sozusagen in die Wiege bekommen hat, der in die Sonntagsschule gegangen ist, seine Kindheit lang, in den Unterricht, in die Jugi, in der Gemeinde mitmacht, vielleicht sogar mitdient.

[25:37] Nicodemus hat es sogar noch weiter getrieben, er war einer, der oben hinaus schoss, er wurde sogar Lehrer, er wurde Oberster, er wurde Pharisäer. Nun, es gibt viele Leute wie Nicodemus, die so viel von der Bibel vielleicht auswendig können und die korrekte Antwort geben können, doch Jesus sagt zu den Leuten, die so sind, Johannes 5, Vers 39, Er erforscht die Schriften, weil er meint, in ihnen das ewige Leben zu haben und sie sind es auch, die von mir Zeugnis geben.

[26:18] Sie erforschen die Schriften mit Recht, aber Jesus sagt ihnen und doch, wollt ihr nicht zu mir kommen, um das Leben zu empfangen. Was nützt es, viel zu wissen und kein Leben zu haben?

[26:33] Tot zu sein? Doch, es kann auch sein, dass etwas anderes deine Sorge ist. So wie Nicodemus vielleicht eine andere Sorge gehabt hat, nämlich, dass er angesehen ist im Kreis der gottesfürstigen Leute in Israel, dass er bekannt ist als einer, der ein besonders heiliges Leben führt.

[26:56] Johannes 3,1 Es war aber ein Mensch unter den Pharisäern namens Nicodemus, ein Oberster der Juden. Nicodemus hatte es wirklich weit gebracht.

[27:08] Ausserbiblische Quellen sagen, er gehörte zu den reichsten und einflussreichsten Leute in Jerusalem. Und er gehörte zu den Obersten, also zum Sanhedrin.

[27:20] Es waren um die 70 Leute, die eigentlich dort regierten. Und das Gremium war aus Ex-Hohepriestern, aus Pharisäern und anderen Leuten zusammengestellt. Nicodemus war aber nicht nur der Lehrer Israels und Oberster der Juden, sondern auch ein Pharisäer.

[27:38] Es waren etwa 6000 Leute zu diesem Zeitpunkt. Und das war ein Ehrentitel, wenn man Pharisäer genannt wurde. Das war ein Ehrentitel. Und ich zitiere aus dem Kalver Bibellexikon etwas über die Pharisäer.

[27:51] Sie, die Pharisäer, wollten nichts anderes sein als die Echten, der Schrift, völlig gehorsamen Söhne Israels und waren mit grosser Energie bestrebt, das ganze Volk in allen seinen Gliedern in derselben Weise dem Gesetz untertan zu machen, wie sie selbst ihm dienten.

[28:10] Und dazu sonderten sie sich ab von den übrigen Leuten, dadurch, dass sie in ihrer Gesetzeserfüllung über das hinausgingen, was die Mehrzahl der Leute beobachtete. Sie hatten ein peinlich genaues, extrem gewissenhaftes Heiligungsbestreben.

[28:31] Und weil sie so heilig waren, wichten sie den anderen Leuten aus, die ja so unrein waren. Die Pharisäern waren von der Überzeugung durchstrungen, dass die Existenz und das Glück Israels in Zeit und Ewigkeit von der Beobachtung des Gesetzes abhänge, dass man also das Gesetz peinlich genau machen müsse, damit es gut kommt mit Israel.

[28:55] Und das war ihr erstes Anliegen, das Gesetz zu erfüllen, um sich das ganze Leben, um das drehte sich das ganze Leben in Jerusalem. Aber wann ist dann das Gesetz erfüllt?

[29:09] Das war eine der Fragen, die sie herumtrieb. Wann ist das Gesetz erfüllt? Was enthält es, das Gesetz als göttliche Forderung an Israel?

[29:20] Das war die Frage, die in den Schulen verhandelt wurde und deren Beantwortung die Schriftgelehrten nachforschten. Nun, es konnte niemand die Hunderte von Gesetzen einhalten, die die Pharisäer aufstellten, ausser man befasste sich täglich mit dem, wie es die Pharisäer taten.

[29:44] Und so erhoben sie sich in eigene Sphären. So wie manchmal wir. Und wir denken, ja, die Leute, die anderen wissen ja nichts von Jesus, die können ja nichts wissen und so weiter.

[29:56] Aber wir finden hier auch viele Beispiele in der Geschichte, zum Beispiel Luther, der genau das getan hat. Luther erschloss sich in ein Kloster ein und er studierte und betete stundenlang, er kasteite sich, er geißelte sich, er fastete, er verbrachte ganze Nächte und es hat ihm alles nichts gebracht, gar nichts, bis er endlich Gottes Gnade kennenlernte und Gott ihm neues Leben gab.

[30:26] Ähnlich John Bunyan, wer das Buch kennt, Grace Abounding, Grace Abounding for the Chief of Sinners. Das ist überfließende Gnade für den Allergrössten der Sünder.

[30:42] Ich habe das mal gelesen und da war es so bedrückend zu lesen, wie dieser Mann unter diesem Gesetz war, wie er versuchte zu Gott zu kommen, aber ihn immer mehr von sich, immer mehr sich von Gott entfernte, weil er gemerkt hat, er konnte das Gesetz nicht halten.

[31:03] Und so war Nicodemus auch unterwegs. Seine Sorge war, dass er das Gesetz zwar kannte, aber es nur äußerlich hielt und innerlich war er ein Heuchler.

[31:24] Und wir wissen auch, dass die Pharisäer es waren, welche die erbittersten, erbittersten Gegner Jesu waren. Überall, wo sie nur konnten, stellten sie sich ihm in den Weg. In Matthäus 23 spricht Jesus ein äußerst vernichtendes Urteil über sie aus.

[31:38] Das könnt ihr gerne daheim lesen. Aber er sagt ihnen sechsmal in diesem Kapitel, ihr Heuchler, ihr seid Heuchler. Ihr verschließt das Reich der Himmel vor den Menschen und lasst die anderen nicht hineintreten, sondern haltet sie davon ab, in das Reich der Himmel zu kommen.

[31:58] Ihr legt den Menschen schwere Lasten auf mit euren Gesetzen und selber haltet ihr sie nicht einmal. Ihr verzehntet den Anis und den Kümmel, aber das andere Zeug interessiert euch nicht.

[32:10] Ihr siebt die Mücke aus und verschluckt das Kamel. Und es ist ein sehr vernichtendes Urteil, dass Jesus über sie spricht. Und in Johannes 12, 42 spricht er auch über sie.

[32:26] Johannes 12, 42 wenn er ihnen sagt oder wenn Johannes sagt, doch glaubten sogar von den Obersten viele an ihn, an Jesus, aber wegen der Pharisäer bekannten sie es nicht, damit sie nicht aus der Synagoge ausgeschlossen würden.

[32:49] Seht ihr, sie haben sogar die Obersten davon abgehalten, zu Jesus zu kommen. Nun, solcher Pharisäer kommt jetzt zu Jesus und was ist wohl seine Sorge?

[33:03] Es ist wohl seine Sorge. Er hatte alles erreicht, er hatte Ansehen, Reichtum, er kannte die Schriften, er war gesetzlich gut unterwegs, aber er wusste, dass er ein Heuchler war.

[33:17] Und wisst ihr, was es ist mit Heuchlern? Die sagen, dass sie etwas sind und sie wissen genau, sie sind etwas anderes. Sie haben Angst, ein Heuchler hat Angst, dass er herausgefunden wird, dass es auf einmal offenbar wird, dass er nicht so ist, wie er vorzugeben scheint.

[33:38] Er weiß auch, dass es nicht reicht. Er weiß, dass es nicht reicht. Nicodemus weiß, dass sein äußerliches Gesetzehalten nicht reicht, um in das Reich der Himmel zu kommen.

[33:52] Und er weiß, dass er mit abgesägten Hosen dasteht, wenn das Reich Gottes offenbar wird. Nun, auch Nicodemus kam, weil er die Zeichen gesehen hatte.

[34:07] Und es könnte auch sein, dass Nicodemus gekommen ist, weil er dachte, ich will den anderen eine Nasenlänge voraus sein. Ich will jetzt mit Jesus privat reden. Vielleicht kann ich mir einen Vorteil sichern, wenn er wirklich der Messias ist und jetzt das Reich aufbaut für uns, dann will ich zumindest ein Ratgeber sein, dann will ich mit ihm regieren, eine gute Position verschaffen.

[34:32] Aber Jesus erkannte ihn, er kennt alle. Und so kam er bei Nacht und die Schrift sagt uns nicht genau, wieso er bei Nacht kam und es haben viele Leute vieles darüber geschrieben und sie sind sich nicht ganz einig, aber ich weiß, wieso, was es bedeutet.

[34:53] Nein, ich weiß einfach, dass es sicher nicht hell war, das heisst es, dass es bei Nacht gekommen ist. Es war nicht hell, es war dunkel und die Gründe sind verschieden.

[35:08] Es kann sein, dass er tagsüber beschäftigt war, er war ein beschäftigter Mann. Es kann auch sein, dass er ungestört mit Jesus reden wollte und es kann auch sein, dass er nicht wollte, dass die anderen Pharisäer ihn sahen, als er zu Jesus gekommen ist.

[35:23] Auf jeden Fall kam er und Jesus, er nahm sich Zeit für diesen Menschen, er nahm sich Zeit für diesen Heuchler. Johannes 6,37 sagt Jesus, alles, was mir der Vater gibt, wird zu mir kommen und wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.

[35:46] Egal, wer du bist, egal, wie dein Leben aussieht, egal, ob du auch ein Heuchler bist, wenn du zu Jesus kommst, werde dich nicht hinausstoßen.

[36:00] Und so kommt Nicodemus zu Jesus und spricht die Namen mit Rabbi und das zeigt, dass er Jesus mindestens als ebenbürtig anschaute und er sagt ihm so, damit, du bist mein Lehrer, ich will von dir lernen und das ist der Anfang.

[36:16] Wer seine geistliche Armut erkennt, wie es in Matthäus 5, Vers 3 heisst, wer merkt, ich bin nicht tauglich, für in das Reich Gottes zu kommen.

[36:29] Und wer erkennt, was ich selber zu bieten habe, das reicht nicht. Was ich geleistet habe, das reicht nicht, um in das Reich der Himmel zu kommen. Wer erkennt, dass er keinen Frieden hat, sondern dass er Angst hat, dass er keine Ruhe hat, über die zukünftigen Dinge, der darf zu Jesus kommen und dort ist er nicht fehl am Platz.

[36:54] Und er wird nicht abgewiesen werden. Er zu Jesus sagt, sei du mein Lehrer, ich will von dir lernen. Und so nimmt sich der Herr Jesus dem Nicodemus an, ganz wie Jesaja über Jesus geweissagt hatte, Jesaja 42, Vers 3, das geknickte Rohr wird er, Jesus, nicht zerbrechen und den glimmenden Docht, der nun noch so ein bisschen flemmelt, wird er nicht auslöschen.

[37:22] Sondern er wird wahrheitsgetreu das Recht hervorbringen. Und so haben wir gesehen, was die Sorge des Sünders ist. Was auch die korrekte Haltung ist, die ein Menschen dazu bringen soll, zu Jesus zu kommen.

[37:40] Und so wollen wir jetzt schauen, wie Jesus mit diesem Mann umgeht. Wir kommen zum zweiten Punkt, die Worte des Erretters. Was wir hier vor uns haben, Kapitel 3, Vers 1 bis 21, ist wohl nur die Kurzversion dieses Gesprächs zwischen Nicodemus und Jesus.

[38:01] Das ganze Gespräch, das hat wohl mehrere Stunden gedauert, vielleicht bis tief in die Nacht. Doch was uns erstaunt, sind die Worte, die Jesus in Vers 3 zu ihm sagt.

[38:12] Ich meine, da kommt einer und sagt, Rabbi, wir wissen, dass du so und so. Manche von uns hätten gesagt, ja, schön, dass du zu mir kommst. Ja, ich will dich belehren. Ja, sitz mal ab, ich nehme mal die Bibel hervor und ich zeige dir jetzt mal, was ich weiss.

[38:26] Haben wir vielleicht nicht gerade gesagt. Jesus interessiert das gar nicht. Es heisst einfach hier, Jesus antwortete und sprach zu ihm. Hatte Nicodemus überhaupt eine Frage gestellt?

[38:41] Es heisst hier, Jesus antwortete ihm. Welche Frage hat Nicodemus gestellt? Wir wissen es nicht ganz genau. Doch, wir lesen die Antwort Jesu.

[38:55] Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, wenn jemand nicht von Neuem geboren wird, so kann er das Reich Gottes nicht sehen. Nicodemus und das ganze Volk Israels, sie warteten auf das Heil.

[39:11] Sie warteten, dass das Reich Gottes kommen würde. Sie erwarteten, dass der langersehnte Messias kommen würde. Der wäre ein Mann, ein Nachkomme Davids, des Königs, der Israel wieder groß machen würde unter den Nationen, der ihnen Reichtum verschaffen würde, der ihnen Wohlstand verschaffen würde, der ihnen helfen würde, wieder zu herrschen über die Völker um sie herum, damit sie nicht mehr unter den Römern versklavt wären.

[39:40] Und sie erwarteten dieses Friedensreich und diesen Gesandten mit großer Ehrfurcht. Die Pharisäer beteten jeden Tag, damit das Reich Gottes kommen möge. Und in diesem Reich würden sie, die Juden, die Privilegierten sein.

[39:55] Und ohne Zweifel wären die Obersten und die Pharisäer die, die mitherrschen würden. Ja, der Messias wäre ein bisschen grösser, aber sie wären so die Unterkönige. Und das erwarteten sie.

[40:09] Und doch muss Jesus zu Nicodemus um belehrt zu werden. Und Jesus sagt ihm wahrlich, wahrlich. Das griechische Wort hier ist Amen, Amen. Und das heisst, so sei es.

[40:22] Ich sage dir, hör gut zu. Jesus benutzt das, oder Johannes benutzt das im Johannes-Evangelium 25 Mal, lässt er Jesus wahrlich, wahrlich sagen.

[40:33] Und das heisst eigentlich, ich, der wahrhaftige, der treue Zeuge, spreche jetzt von etwas, das du vielleicht schwerlich begreifst, von etwas, das du nicht kennst, aber hör gut zu.

[40:45] Pass auf. Und was sagt er, Nicodemus? Wenn jemand nicht von Neuem geboren wird, so kann er das Reich Gottes nicht sehen.

[40:59] Nicodemus, du kannst das Reich Gottes nicht einmal sehen. du kannst es nicht begreifen. In Vers 5 sagt er ihm auch, du kannst in das Reich Gottes nicht hineingehen.

[41:14] Ausser, du wirst von Neuem geboren. Du musst ein neues Leben haben. Es versetzt euch in die Lage dieses Mannes. Das war ein riesiger Schlag für ihn.

[41:26] Seit er klein war, hat er sich angestrengt, ganz vorne mit dabei zu sein, einer der Besten zu sein. Wenn das Reich kommen würde, wäre er sicherlich der, der gewählt werden würde.

[41:38] Und was sagt ihm Jesus? Ah, das ist nichts. Es ist gar nichts. Es reicht nicht einmal, dass du eine biologische Abstammung als Israelit hast.

[41:51] Es reicht nicht. Reicht es denn auch nicht, dass ich gläubige Eltern habe, in einem gläubigen Elternhaus aufgewachsen bin, ein moralisches Leben geführt habe, Gesetze gehalten habe?

[42:06] Reicht es nicht, dass ich jeden Tag für das Reich Gottes gebetet habe, dass es kommen möge? Ist all das nichts wert? Muss ich von neuem geboren werden und wieder von vorne anfangen?

[42:17] Wie ein kleines Kind? All das ist nichts. Reicht es auch nicht, dass die Leute mich so hoch wertachten, dass ich ihr Lehrer bin, dass sie von mir viel halten und die Meinung dieser Leute ist, dass ich alles weiss?

[42:36] Das ist alles nichts in deinen Augen, Jesus? Das reicht nicht, um in das Reich Gottes zu kommen? Ja, alles nichts wert.

[42:50] Nun, wir sehen, Nikodemus hat ein falsches Verständnis vom Reich Gottes. Was ist denn das Reich Gottes, wo Jesus davon spricht? Offensichtlich versteht er etwas anderes als Nikodemus darunter.

[43:03] Jesus versteht nämlich das Reich Gottes als ein zukünftiges Reich, das aufgebaut werden würde, ein kommendes Reich, aber auch ein Reich, das jetzt schon da ist, das man aber noch nicht anfassen kann, ein geistliches Reich.

[43:21] Das zukünftige, das kommt, wird sichtbar sein, aber das jetzige ist noch ein geistliches Reich. Johannes, der Täufer, der hatte ausgerufen, tut Buße und bekehrt euch, denn das Reich der Himmel ist nahe gekommen.

[43:35] Mit Jesus Christus ist das Reich der Himmel auf die Erde gekommen. Das geistliche Reich ist dort angebrochen. Und von dem redet Jesus. Du kannst nicht in dieses Reich kommen, du kannst mich nicht erkennen, du kannst nicht sehen, was dieses Reich ist, du kannst nicht wissen, wer ich bin und in echter Weise an Wieso muss denn diese Neugeburt entstehen, um dort hineinzukommen, um dieses Reich zu sehen, wieso?

[44:07] Nun, Jesus redet von diesem geistlichen Reich. Es ist in erster Linie kein irdisches Reich, wo wir durch irdische Abstammung, wenn wir ein Israelit wären oder ein Jude oder so, hineinkommen könnten.

[44:24] Wir können auch nicht durch irdische Werke, durch gute Werke dort hineinkommen, das nützt alles nichts, denn wir sehen es ja nicht einmal. 1.

[44:36] Korinther 2,14 sagt uns, der natürliche Mensch, das heisst, du und ich, wenn wir nicht ein neues Leben haben, nur ein natürliches, der natürliche Mensch aber nimmt nicht an, was vom Geist Gottes ist, denn es ist ihm eine Torheit und er kann es nicht erkennen, weil es geistlich beurteilt werden muss.

[44:53] Und wenn ihr Johannes lesen würdet, dann seht ihr, wie viel mal die Leute ihn, Jesus, missverstanden haben, weil sie kein neues Leben hatten, keine geistliche Sicht, sie konnten das Reich nicht sehen.

[45:06] Der natürliche Mensch kann nicht begreifen, wie dieses Reich ist, wie man hineinkommt, und er kann nichts sehen, weil er blind ist für die Dinge Gottes, und er kann auch nicht hineingehen, weil er tot ist in Übertretungen, sagt uns Epheser 2,1 und Kolosser 2,13.

[45:21] es ist schlichtweg unmöglich, in dieses Reich zu kommen und das ewige Leben zu bekommen, ausser man wird von Neuem geboren.

[45:35] Das ist die Botschaft, die Jesus ihm sagt. Was meint denn Jesus, wenn er von dieser neuen Geburt spricht? Wieso benutzt er dieses Bild?

[45:47] Es ist ein Bild, das er hier benutzt, ein Bild von einer Geburt. Nun, das Wort, das hier gebraucht wird für neue Geburt, das heisst im griechischen Anothen.

[45:59] Und Anothen kann auch mit von oben gezeugt oder von oben geboren übersetzt werden. Er sagt Nikodemus also, ein Mensch muss von Neuem oder von oben geboren werden, von Gott gezeugt werden, aus Gott geboren werden.

[46:19] Es muss ein neues Leben her. Und als Jesus mit Nikodemus redet, benutzt er dieses Bild der Geburt. Was will er damit klarstellen? Nun, erstens, neues Leben von uns beginnt immer mit Zeugung und Geburt.

[46:40] Jeder von euch ist irgendwann gezeugt worden und geboren worden. Und was Jesus hier sagt, ist, dein Leben muss von vorne beginnen. Es muss ganz von vorne beginnen.

[46:52] Und all das Alte ist nichts wert für das Reich Gottes. Nichts. Es ist so wie mit einem alten, verfaulten Haus. Wenn du das kaufst, dann nützt es nichts, wenn du hingehst, die Fassade neu streichst, ein paar neue Fenster reinbaust, vielleicht noch einen Ofen reinbaust, dass du ein bisschen warm hast.

[47:14] Gott. Denn wenn der nächste Sturm kommt, das ein bisschen heftiger wird, dann fällt dir das Haus auf den Kopf, dann bist du tot. Genauso ist es, wenn wir das alte Leben aufpolieren wollen und denken, es reiche, um in das Reich der Himmel hineinzukommen.

[47:32] Genauso wenig wie dieses Haus taugt das alte Leben, um ins Reich Gottes zu kommen. Es muss ein neues her. Das alte Haus muss abgerissen werden.

[47:42] Das und ein neues muss gebaut werden. Genauso muss ein neues Leben her. Denn das alte Leben, es ist feindlich gesinnt gegen Gott, sagt unser Römer 8, 7.

[47:59] Es ist feindlich, es ist gegen Gott und es kann Gott nicht wirklich erkennen. Es kann nicht mit Gott in Verbindung treten, weil es geistlich tot ist. Aber wenn wir so ein neues Leben bekommen, dann bekommen wir dadurch eine neue Natur.

[48:19] Die alte sündige Natur muss weg. Es muss eine neue göttliche Natur kommen. Wir bekommen durch das neue Leben auch ein neues Lebensprinzip.

[48:30] Das alte Prinzip war das Prinzip der Sünde. Wir folgten der Sünde und der Sündelohn ist der Tod. Und das neue Leben wird nach dem Prinzip des Geistes, nach dem Gesetz des Geistes geführt, welches ewiges Leben ist.

[48:50] Es müssen nicht nur eine neue Natur und neue Prinzipien her, es muss auch neue Neigungen und neue Vorlieben her. Das sind Merkmale des neuen Lebens.

[49:02] Das alte Leben, es liebte die Sünde, es liebte die Sünde ins Geheim und es hasste Gott. So wie Luther Gott immer mehr gehasst hat, weil er gemerkt hat, ich kann Gott nicht befriedigen mit meinen äußerlichen Züchtigungsritualen.

[49:21] Aber das neue Leben hat neue Neigungen, das neue Leben, es hasst die Sünde und es liebt Gott. Es heisst nicht, dass wir nie mehr sündigen, aber es heisst, dass wir nicht einfach so weiterleben können.

[49:37] Dass wir das hassen. Das neue Leben hat auch neue Ziele. Was war das Ziel des alten Leben? Das alte Leben, es hat zum Ziel, sich selbst zu dienen.

[49:54] Es hat zum Ziel, sich selbst groß zu machen. Das neue Leben, es hat zum Ziel, Gott zu verherrlichen, Gott groß zu machen, ihm zu dienen, das zu tun, was er will.

[50:08] Das neue Leben richtet sich aus an Gott selbst. Nun, das neue Leben beginnt mit Zeugung und Geburt. Ein weiteres Merkmal, das neue Leben beginnt immer ohne dein zu tun.

[50:25] Wer von euch war dabei, als er gezeugt wurde? Wer hat etwas aktiv mitgemacht? Wer von euch hat mitgeholfen bei der Geburt und hat gesagt, jetzt ist der Zeitpunkt, wo ich raus will?

[50:40] Keiner. Ihr konntet noch kaum denken. Ich weiss nicht, wie viel so ein Baby schon denken kann, aber das Wachstum im Bauch der Mutter geschah ohne jegliches Zutun von euch.

[50:55] Es ist einfach passiert, niemand hat dich gefragt. Du warst nicht aktiv, sondern total passiv dabei. Und das ist es, was hier Jesus sagt. Wenn jemand nicht von Neuem geboren wird, so kann er das Reich Gottes nicht sehen.

[51:09] Es ist ein Passivsatz. Er sagt nicht, du musst dich selbst von Neuem gebären. Es geht nicht. Es ist kein Imperativ. Du musst etwas tun. Jesus macht hier nur eine Aussage.

[51:22] Du kannst nicht ins Reich Gottes kommen. Die Bedingung ist, dass du neu geboren wirst. Und ebenso ist es genau wie bei unserer Geburt, auch bei der Neugeburt.

[51:36] Es ist eine Geburt von oben, gezeugt von Gott. Hervorgebracht durch den Geist. Wir lesen es hier in Vers 8. Der Wind weht, wo er will, und du hörst sein Sausen, aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er geht.

[51:49] So ist jeder, der aus dem Geist geboren ist. Und du kannst nichts dazu tun. Du kannst Gott nicht einmal zwingen, dir ein neues Leben zu schenken. Nun, wir müssen von neuem geboren werden.

[52:04] Und wenn jemand nicht von neuem geboren wird, so kann er das Reich Gottes nicht sehen. wir müssen von oben geboren werden. Und Johannes schreibt es schon in den ersten Versen des ersten Kapitels, Kapitel 1, Vers 12, allen aber, die ihn aufnahmen, denen gab er das Anrecht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben, die nicht aus dem Blut, das heisst nicht von Abstammung her, nicht Jude, noch aus dem Willen des Fleisches, denn dem Fleisch kommt es niemals in den Sinn, zu Gott wirklich zu gehören, noch aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind.

[52:51] Aus Gott geboren sind. Nun, dies ist die Antwort, die Nikodemus von Jesus erhielt. Jesus belehrte den Lehrer Israels und das Gespräch zwischen den beiden geht weiter in Johannes 3, Vers 4 und es gibt noch vieles zu sagen zu dieser neuen Geburt von oben, aber das müssen wir auf ein anderes Mal verschieben.

[53:15] Doch was wir heute von Jesus gelernt haben, ist folgendes, du musst von neuem oder von oben geboren werden. Und dies ist Gottes Antwort auf unsere Unfähigkeit, das Reich Gottes zu sehen und ins Reich Gottes hinein zu kommen.

[53:31] Und es ist Gottes Antwort auf unsere verdorbene Sünden Natur, auf unseren geistlich toten Zustand, den wir seit Geburt haben. Aber die Frage, die sich jetzt dir und mir stellt, ist, bist du wieder geboren?

[53:50] Bist du wirklich, hast du neues Leben aus Gott erhalten? Kennst du die Merkmale dieses neuen Lebens? Kennst du die Beweise, dass du von Gott neu geboren wurdest?

[54:04] Nun, der erste Johannesbrief ist eine gute Anlaufstelle, um dies zu überprüfen. Dort heisst es sechsmal, was aus Gott geboren ist.

[54:18] Die Redewendung aus Gott geboren kommt sechsmal vor und dann kommen Kriterien, wo man sieht, wie ein Mensch ist, der aus Gott geboren ist. Was kennzeichnet jemanden, der neues Leben hat?

[54:31] Und ich will euch anhalten dazu, wenn ihr nicht wisst, seid ihr von neuem geboren oder nicht? Oder auch sonst, geht immer wieder mal dorthin, lest das durch, prüft euch selber vor Gott.

[54:46] Denn wir haben gesehen, Jesus stößt den nicht hinaus, der wirklich zu ihm kommt, um zu lernen. Und jeder, der zu ihm kommt, wird der Licht geben.

[54:58] So wollen wir zum Schluss beten. Vater im Himmel, wir danken dir viel mal für diese Worte, die du uns gibst.

[55:11] Ich bitte dich, Herr, dass du uns zeigst, wer wir sind, in deinen Augen. Es ist, dass wir als natürliche Menschen ganz blind, ganz verloren und tot sind.

[55:21] Wir können nicht zu dir kommen, wir können gar nichts tun. Deshalb brauchen wir dich, deshalb brauchen wir es, dass du uns zeigst, wer wir sind. Ich bitte dich, Herr, dass du das tust, dass wir zu dir kommen und Gnade empfangen aus deiner Hand.

[55:39] Amen.