Themen: Not, Gottes Wesen, Suveränität, Treue, Gottes Wort
[0:00] Ja, auch von meiner Seite einen schönen guten Morgen. Ich habe eigentlich Jeremiah 17, die Verse 9 und 10 als Predigtext gewählt.
[0:11] Dort spricht Jeremiah über das trügerische, menschliche Herz. Doch als ich in meinen Vorbereitungen für diese Predigt war, da erreichte auch mich die Nachricht von Damaris' Erkrankung.
[0:26] David und ich, wir waren ja zusammen in der Seelsorgeklasse. Und das hat auch mich zutiefst getroffen. Und von da an habe ich mir die Frage gestellt, kannst du denn zu einer Gemeinde, die in einer solchen schwierigen Situation steckt, über das böse Herz sprechen?
[0:40] Natürlich, Gottes Wort ist immer aktuell, es passt immer. Das macht es auch so einzigartig. Und trotzdem dachte ich mir einfach, manchmal gibt es Situationen, da brauchen wir Ermutigung umso dringender als die Ermahnung.
[0:55] Und ich war ein bisschen zerrissen in mir, die Zeit war langsam vorgerückt, ich musste eine Entscheidung fällen, was ich heute machen will. Und da habe ich einfach konkret um Weisheit gebetet.
[1:08] Das war an dem Morgen, wo ich wusste, heute ist wirklich die Deadline, heute Abend muss ich drauf los, wenn das noch was werden soll, mit einem anderen Text. Und ich habe aufgehört zu beten und fünf Minuten später klingelte das Telefon.
[1:21] Ich war auch gar nicht so entsetzt zu gucken, es war eine 079 Nummer, also ein Anschluss von dieser Erde. Und es war kein Engel am anderen Ende, sondern meine Firma. Und die haben mir gesagt, die Baustelle ist zugeschneit, wir können heute nicht arbeiten, willst du frei machen?
[1:36] Ja, ich wollte, denn ich hatte jetzt gerade ein Zeitfenster von weiteren 10 Stunden bekommen und ich dachte mir, das kann ich doch nützen, um einen Predigtext vorzubereiten.
[1:48] Ja, deshalb würde ich sagen, Jeremiah 17 machen wir das nächste Mal und wir befassen uns heute mit dem Thema Not. Und wenn das jetzt wie eine selber, wie ich mich jetzt selber eingeladen habe, das war nicht so gemeint, aber wie sagt man so, Christen, die sehen sich nie das letzte Mal.
[2:03] Wenden wir uns nun dem Thema von heute Morgen zu, das lautet die richtige Perspektive in großer Not. Doch ich möchte noch einmal beten mit uns.
[2:17] Herr Jesus Christus, wir stehen heute Morgen hier vor dir und wir danken dir, dass du uns dein Wort gegeben hast und wir bitten dich um deinen Segen, dass du uns Gnade schenkst, damit wir dein Wort verstehen können. Amen.
[2:30] Alles Ansichtssache. Es kommt auf die Perspektive darauf an, wie wir eine bestimmte Sache beurteilen. Beispielsweise würde ein Basel oder ein Ibe-Fan dasselbe Spiel nie gleich beurteilen, obwohl sie im selben Stadion saßen, dasselbe Spiel angeschaut haben.
[2:50] Sie werden sich wohl kaum darüber einig, welche Mannschaft besser war, wer vom vermeintlichen Unparteiischen bevorzugt wurde. Weshalb? Es liegt an ihrer Brille.
[3:01] Die eine ist rot-blau und die andere schwarz-gelb gefärbt. Oder nehmen wir ein aktuelles Thema, die Klima-Fanisch. Mr. President und Frau Klimajugend beurteilen die Lage nicht ganz identisch.
[3:16] Sie atmen dieselbe Luft ein. Sie leben auf demselben Planeten. Sie werden von derselben Sonne gewärmt. Und doch kommen sie zu einem ganz unterschiedlichen Ergebnis, wenn es um die Klimafrage geht.
[3:29] Der eine, der reist mit Jumbos, Helis und Panzerlimos zum Güblechtreffen. Die andere fährt Segelschiff, RHB oder geht zu Fuß. Also wir merken, wie ein Mensch eine Sache beurteilt.
[3:44] Das hängt mit seiner Perspektive zusammen. Und diese Perspektive, die wird durch das Umfeld, durch den Hintergrund und die Gesinnung einer Person geschmiedet.
[3:55] Und daher ist es auch ein bisschen verwunderlich, dass Christen gesellschaftliche Entwicklungen, Weltereignisse ein bisschen anders beurteilen als Ungläubige.
[4:07] Hashtag Coronavirus zum Beispiel. Doch wie sieht es aus, wenn es persönlich wird? Wie sieht es aus, wenn auch du in deinem Leben mit Leid konfrontiert wirst?
[4:21] Wenn du in eine ganz bestimmte, notvolle Situation hineingeführt wirst, sollte sich deine Perspektive nicht auch von der der Ungläubigen unterscheiden?
[4:35] Diese Frage wollen wir heute Morgen beantworten. Und wir wollen dies tun, indem wir uns mit einigen Versen aus dem Propheten Habakuk beschäftigen werden. Wir werden das Buch Habakuk als Grundlage nehmen.
[4:51] Ich werde nur einige Verse daraus lesen, derzeit halber. Aber wir werden auch andere Stellen noch in unsere Überlegungen mit einbeziehen.
[5:03] Vorab möchte ich noch betonen, ich beabsichtige nicht, jetzt Vers für Vers auslegend durch diese Verse zu gehen, jeden Stein umzudrehen und auf jedes Detail hinzuweisen. Vielmehr möchte ich versuchen, euch das große Ganze zu zeigen.
[5:19] Lasst uns zunächst einmal die ersten vier Verse gemeinsam lesen im Buch Habakuk im ersten Kapitel. Der Ausspruch, der Habakuk, der Prophet, geschaut hat.
[5:32] Wie lange, Herr, habe ich gerufen, und du hörst doch nicht. Ich schreie zu dir, Gewalttat, und du rettest doch nicht. Warum lässt du mich unheil sehen und schaust Mühsal an, und Verwüstung und Gewalttat sind vor mir, und Streit entsteht und Hader erhebt sich.
[5:51] Darum wird das Gesetz kraftlos, und das Recht kommt niemals hervor. Denn der Gottlose umzingelt den Gerechten. Darum kommt das Recht verdreht hervor.
[6:02] Dieser Text hier, der zeigt uns eine ganz bestimmte, notvolle Situation, die aus drei verschiedenen Perspektiven betrachtet wird.
[6:15] Also nicht nur diese einleitenden Verse, sondern auch die folgenden, die wir dann auch noch hinzunehmen werden. Und ich möchte dir heute Morgen die richtige Perspektive zeigen, damit du nicht an deiner Not zerbrechen musst.
[6:27] Und wir beginnen hier mit der Perspektive, die uns allen naheliegt, mit der wir bestens vertraut sind. Es ist die menschliche Perspektive.
[6:40] Und der Prophet Habakuk steht hier in diesen ersten vier Versen für diese menschliche Perspektive. Habakuk, er war Prophet im Südreich Israels, in Judah, gegen das Ende der Königszeit.
[6:52] Und da eure Gemeinde ja ziemlich eng mit dem EBCC verbunden ist und das Buch Habakuk Thema ist während der Predigerausbildung, denke ich, habt ihr auch in den letzten Jahren schon das eine oder andere über Habakuk gehört.
[7:05] Und deshalb werde ich hier nicht weiter über seine Person und über den Hintergrund des Buches sprechen, außer dem, was wir benötigen, damit wir die Situation von Habakuk etwas besser verstehen können.
[7:17] Ja, dieser Habakuk, dieser Prophet, der war in einer großen Not. Das kam in diesen Versen 2 bis 4, die wir gelesen haben, deutlich zum Ausdruck.
[7:29] Doch bevor wir uns kurz darüber Gedanken machen, was genau das Problem von Habakuk war, was genau seine Not war, möchte ich kurz darauf verweisen, was Habakuk mit seiner Not tat.
[7:41] Vers 2. Wie lange, Herr, habe ich gerufen? Habakuk tat im Grunde das einzig Richtige. Er kam zu Gott. Er hat seine Not Gott gebracht.
[7:54] Er setzte quasi 1. Petrus 5, Vers 7 in die Tat, bevor es geschrieben wurde. Das nenne ich geistlich. Betest du in der Not?
[8:06] Und ich meine jetzt nicht, wenn es wirklich schwierig wird, wenn die Situation wirklich problematisch ist, sondern auch in deinen ganz alltäglichen Nöten. Stau auf der Autobahn, aber du hast gar keine Zeit dafür, weil der nächste Termin ansteht.
[8:20] Oder wenn dich deine Kinder wieder einmal an den Rand des Wahnsinns treiben. Durch Gebet drückst du deine Abhängigkeit von Gott aus. Es ehrt Gott, wenn du zu ihm kommst und ihm deine Sorgen groß und klein bringst.
[8:36] Wenn du gerade mit den kleinen Sörgeli des Alltags zu ihm kommst. Du drückst dadurch aus, Herr, ich brauche dich. Und das tun wir wirklich.
[8:48] Doch manchmal stellt uns da einfach auch unser Stolz im Wege, dass wir zu Gott gehen. Ich muss aber betonen, wenn du betest, heißt das nicht, dass sich die Situation schlagartig verändert.
[9:01] Es passiert nicht immer das, was wir in Apostelgeschichte 12 von Petrus lesen, dass die Gemeinde betete und Petrus kam kurz darauf frei. Es gäbe viele biblische Beispiele, die uns eigentlich zeigen, dass das genauso nicht passiert ist.
[9:14] Auch hier bei Habakuk nicht. Gebet verändert nicht zwangsläufig deine Situation, aber es kann sich in dir etwas verändern. Damit meine ich deine Perspektive, wie du deine Situation siehst.
[9:28] Nur ganz kurz, du der Not von Habakuk. Wir möchten uns nicht so sehr mit seinem Leid beschäftigen heute Morgen. Ich möchte dir heute vielmehr das Prinzip zeigen, das wir hier in Habakuk finden.
[9:44] Und das auf dich heute, auf deine Situation und auf deine Not anwenden. Denn deine Not ist eine andere als die von Habakuk. Die Dinge, die dir heute den Schlaf rauben, die sind anderer Natur als die von Habakuk.
[10:00] Doch egal, wie groß die Not ist, wir müssen alle dasselbe lernen, nämlich mit der richtigen Perspektive auf diese Not schauen. Habakuk, wir haben es gelesen, er litt unter der Sünde im Land Israel.
[10:15] Die Verse 3 und 4 zeigen uns das deutlich auf. Sie zeigen uns den geistlichen Zustand von Gottes auserwähltem Volk. Israel war das Volk Gottes, und durch dieses Volk hätte Gottes Segen zu den Nationen fließen sollen.
[10:30] An Israel hätten die Heiden erkennen sollen, Gott ist heilig und gerecht und darüber hinaus ist er ein guter, ein liebender Gott und es ist eine Freude, ihm zu dienen. Diesen Auftrag hat Israel leider, größtenteils aber, nicht wahrgenommen.
[10:47] Vielmehr wurde gerade durch das Verhalten von Israel, der Name von Gott, gelästert unter den Nationen. Und nun hier am Ende der Königszeit, wo wir uns befinden, war Israel in einem so desolaten Zustand, dass Habakuk wirklich darunter litt.
[11:05] Und er konnte einfach nicht verstehen, dass Gott hier nicht handelt, dass Gott nicht eingreift. was passiert, wenn du und ich, wenn wir Gottes Handeln in unserem Leben nicht verstehen?
[11:21] Was ist, wenn wir unter einer bestimmten Not leiden und den Eindruck haben, Gott unternimmt einfach nichts? Wir stehen echt in der Gefahr, dass wir Gott anklagen, dass wir ihn beschuldigen, dass wir unzufrieden sind und ihn irgendwie für alles, was in unserem Leben schief läuft, verantwortlich machen.
[11:46] Habakuk er ging es hier eigentlich nicht anders. Er sagt eigentlich nichts anderes als, ich habe das Problem erkannt, ich schreie zu dir, aber du handelst nicht und weil du nicht handelst, da wird alles nur noch schlimmer.
[11:56] Die Sünde nimmt überhand. Und wir wollen uns keinen Fall heute Morgen über Habakuk, über sein Verhalten erheben. Denn solche Gedanken, die sind uns doch nahe.
[12:08] Wir sind doch bestens mit solchen Gedanken vertraut. Weshalb? Es ist eben die natürliche Perspektive. Es ist die menschliche Perspektive.
[12:20] Eine Perspektive, die wir uns nicht zuerst anzueignen brauchen. Nein, die haben wir einfach. Wir sehen etwas, wir haben ein Problem oder wir leiden unter einer großen Not in unserem Leben und wir arbeiten instinktiv an einer Lösung für dieses Problem.
[12:35] Und diese Lösung präsentieren wir dann Gott auf dem Silbertablett des Gebets und warten darauf, dass er so handelt und antwortet. Aber dabei haben wir etwas ganz Grundlegendes nicht bedacht.
[12:49] Gott ist nicht ein Geldautomat, wo ich einzippen kann, wie viel Geld ich abheben möchte und in welchen Noten ich das gerne tue. Und er ist auch nicht mein Diener, der nur darauf wartet, dass ich ihm meine Wünsche äußere.
[13:04] Vielmehr ist es so, dass Gott dir sagt, was zu tun du schuldig bist. Aber auch dies ist eine einseitige Darstellung. Auf der anderen Seite sehen wir wirklich, dass Gott uns kleine Menschlein dazu auffordert, zu ihm zu rennen, wie ein Kind zu seinem liebenden Vater rennt.
[13:24] Und Gott ist der liebende Vater in Person. Doch vergiss dabei nicht, dass er auch Gott ist. die natürliche Perspektive, sie ist menschlich, sie liegt uns nahe, aber sie ist völlig unzureichend.
[13:42] Sie macht die Situation nicht einfacher, nein, sie macht sie umso schwerer. Sie hilft uns nicht weiter. Und in dieser Perspektive unterscheiden wir uns oft gar nicht mehr von unseren ungläubigen Mitmenschen, die den Gott anklagen, wenn sie in Not sind, dessen Existenz sie ansonsten leugnen.
[14:02] Doch die Frage ist, wie kommen wir an den Punkt, an dem wir über den Tellerrand unserer Sorgensuppe hinaussehen, durch positives Denken, aus eigener Willenskraft, aus Entschlossenheit.
[14:18] Und dies mag eine gewisse Zeit tatsächlich funktionieren. Doch wenn es wirklich richtig schwierig wird in deinem Leben, wird dieses Gerüst zusammenbrechen. Du brauchst etwas anderes.
[14:31] Nämlich eine neue Perspektive. Und auf dem Weg zu dieser neuen, ich nenne sie zu dieser richtigen Perspektive, treffen wir mit der zweiten Perspektive in unserem Abschnitt zusammen.
[14:45] Und diese Begegnung, das ist der Schlüsselpunkt, das ist der Wendepunkt. Und über diese Perspektive müssen wir uns nun etwas ausführlicher Gedanken machen, damit sich auch in deiner Sicht der Dinge etwas ändern kann.
[14:58] Und es geht hier um die Perspektive Gottes. Ich lese weiter mal Vers 5 und Vers 6 in Habakkuk 1. Seht unter den Nationen und schaut und erstaunt.
[15:13] Staunt, denn ich wirke. Ein Werk in euren Tagen, ihr würdet es nicht glauben, wenn es erzählt würde. Denn siehe, ich erwecke die Kaldäer, das grimmige und ungestüme Volk, das die Breiten der Erde durchzieht, um Wohnungen in Besitz zu nehmen, die ihm nicht gehören.
[15:33] Beachte einmal den Wechsel in Vers 5. In Vers 4 sehen wir noch die Klage von Habakkuk und in Vers 5 sehen wir dann die Antwort von Gott auf Habakuks Klage.
[15:44] Und diese Antwort streckt sich hin bis zu Vers 11 und dann ergreift Habakkuk erneut das Wort. Der Gott, der laut Habakkuk nicht hört und deshalb nicht antwortet, der hört also doch und er ist bereits damit beschäftigt zu handeln.
[16:04] Aber jetzt kommt's, dieses Handeln muss nicht zwingend deinem Gusto entsprechen. Wir werden uns gleich einige Minuten Zeit nehmen, um über Gottes erhabenes Wesen und über sein damit verbundenes Handeln Gedanken zu machen.
[16:24] Doch vorher bleiben wir zuerst noch kurz hier im Kontext. Habakkuk erklagt ja über die Sünde Israels und die damit verbundene zunehmende Gottlosigkeit von Judah.
[16:38] Ihr kennt eure Bibel gut, ihr wisst, dass Gott Judah für seinen anhaltenden Götzendienst damit bestrafte, dass er sie in die babylonische Gefangenschaft führte.
[16:49] Er ließ die Babylonier aufkommen. Und hier steht die babylonische Gefangenschaft kurz bevor. Und genau dies eröffnet Gott dem Habakkuk hier in den Versen 5 bis 11.
[17:04] Ja, Gott antwortet. Gott handelt tatsächlich. Und er war bereits damit beschäftigt. Aber handelte er ein bisschen anders, als es sich Habakkuk vorstellte.
[17:19] Seine Entsetzung darüber kommt dann ab Vers 13 zur Geltung. Und er verstand nicht, weshalb Gott sein auserwertes Volk durch ein noch gottloseres, hochmütiges Volk wie die Babylonier oder die Kaldäer, wie sie hier im Text genannt werden, züchtigt.
[17:37] Doch dazu später noch mehr. Wir sehen hier, Gott erhandelt und er ist keineswegs passiv. Gott handelt immer. Doch tut er dies manchmal sehr unkonventionell, aus menschlicher Perspektive betrachtet.
[17:55] Darf er das? Ja, das ist eine rhetorische Frage, doch damit wollen wir uns jetzt einen Augenblick beschäftigen. Wir wollen versuchen, einen schwachen Einblick in diese erhabene göttliche Perspektive zu tun.
[18:12] Und obwohl dies nur sehr begrenzt möglich ist, gibt es zahlreiche Bibelstellen im Alten wie im Neuen Testament, die uns dabei helfen. Und die grösste Hilfe dabei ist für uns, wenn wir das Wesen Gottes in der Bibel studieren.
[18:27] Wenn wir uns Gedanken über seine Eigenschaften machen, oder wie es Charles Reary ausdrückte, über die Vollkommenheiten Gottes machen. Denn Gottes Eigenschaften sind allesamt vollkommen.
[18:38] Aber dabei dürfen wir zwei Fehler nicht begehen. Erstens, wir dürfen uns nicht einen Gott basteln, der praktisch in unsere Handtasche passt und unserer menschlichen Logik entspricht.
[18:53] Und zweitens dürfen wir auf keinen Fall eine Wesensart von Gott gegen die andere ausspielen. Gott gibt es nur als Ganzes.
[19:03] Ich kann nicht einfach das G und die beiden T nehmen, aber das O liegen lassen. Ich kann Gott nicht einfach auf seine Liebe, Treue, Langmut, Gnade und Barmherzigkeit beschränken.
[19:15] Dies führt nicht zu wahrem Gottesdienst, sondern vielmehr zu Götzendienst, weil wir uns einen eigenen Gott zusammenbauen, der meiner menschlichen Perspektive entspricht.
[19:26] Gott Wenn du Gott wirklich kennenlernen willst, wenn du Gottes Wesen wirklich umfassend studieren willst, dann brauchst du deine ganze Bibel, denn nur so bekommst du ein ausgewogenes Bild von der Größe Gottes.
[19:42] Und nur so kannst du immerhin ansatzweise etwas von Gottes Handeln verstehen. Doch sei dir gesagt, dass du hier nie den Durchblick haben wirst, auch nicht im Himmel, denn an dem Tag, wo du Gott erklären kannst, wo Gott für dich erfassbar ist, wäre er nicht mehr Gott.
[20:01] Und dies wird Gott sei Dank nie passieren. Aber diese Tatsache soll uns auch nicht davon abhalten, dass wir ihn wirklich studieren wollen, dass wir uns wirklich mit seinem Wesen beschäftigen wollen.
[20:14] Doch weshalb ist dies im Zusammenhang mit unserem heutigen Thema so grundlegend wichtig, dass wir uns Gedanken über das Wesen von Gott machen? Eigentlich liegt es auf der Hand.
[20:26] Wenn du einen Weg gehen musst, der schwierig ist, und du nicht verstehst, warum du diesen Weg gehen musst, dann ist es doch wichtig, dass du dem, der dich auf diesen Weg geschickt hat, dass du dem vertrauen kannst.
[20:41] Du musst doch wissen, dass der keine Fehler macht. Du musst nicht verstehen und was er sich überlegt hat, aber du musst wissen, er hat sich was überlegt dabei, und das, was er sich überlegt hat, das ist gut, weil sein Wesen durch und durch gut und vollkommen ist.
[21:01] Ich denke, ihr kennt die bekannte Stelle aus dem Buch Jesaja, Kapitel 55, was heißt, meine Gedanken sind nicht eure Gedanken und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der Herr, sondern so hoch der Himmel über der Erde ist, so Gedanken als eure Gedanken.
[21:22] Hast du gehört, so viel höher der Himmel über der Erde ist? Das ist ziemlich viel. Ich schlage dir vor, hör auf zu fragen, warum Gott, weshalb schon wieder ich Gott, sondern beginn einfach diesem Gott zu vertrauen.
[21:44] Dem Gott, dessen Gedanken so viel höher sind, als die Gedanken des intelligentesten Menschen, der auf dieser Erde lebt, der ist doch eigentlich ganz vertrauenswürdig. Und umso mehr, da wir wissen, dass dieser Gott gut ist, dass dieser Gott die Liebe in Person ist, und dass dieser Gott Geduld mit deinen Schwachheiten hat.
[22:09] Und wir müssen uns dabei auch vor Augen führen, Gott ist nicht wie wir, an Raum und Zeit gebunden. Gott wusste von der Not, in der du dich heute befindest, ehe du geboren wurdest.
[22:22] Als Menschen stehen wir gewissermaßen immer so unter einer Art Nebeldecke. Als ich letzten Herbst einmal von der Arbeit nach Hause fuhr, es war wunderschönes Herbstwetter, ich befand mich auf ungefähr 800 Metern und ich sah das ganze Alpenpanorama, Eigen, Mönch, Jungfrau und wie sie alle heißen, Nebeldecke.
[22:41] Ich empfehle euch das mal selber vor Ort zu erleben. Wir leben quasi in einer Postkarte, das ist ganz schön. Aber dann plötzlich ging es bergrunter und ich fuhr in den Nebel hinein.
[22:52] Und mit einem Schlag war diese Aussicht weg, es war richtig grau und finster. Ich sah noch knapp 100 Meter weit. Die Berge, sie waren alle verschwunden. Und dieses Bild stand mir heute oder in der Vorbereitung auf diese Predigt wieder vor den Augen.
[23:08] Wir Menschen befinden uns in dieser Nebeldecke. Wir sehen nicht weit. Wir sehen die Berge nicht. Aber da ist einer, der steht über dieser Nebeldecke und der sieht das ganze alten Panorama und weit darüber hinaus.
[23:25] Wenn wir uns Gedanken zum Thema Not und Leid machen, so können wir dies kaum tun, ohne auch das Buch Hiob zu berücksichtigen. Ich möchte eine Stelle aus dem Buch Hiob Hiob Kapitel 23 Mitten in seinem großen Leid, in seinen Überlegungen, warum er denn nun so leiden muss, sagt Hiob Folgendes Kapitel 23 und Hiob ist hier noch nicht an dem Punkt angelangt, wo er sagt, ich verschließe meinen Mund, ich sage gar nichts mehr.
[24:00] Er sagt hier Kapitel 23, ich lese ab Vers 10 Denn erkennt den Weg, der bei mir ist, prüfte er mich, wie gold würde ich hervorgehen. An seinem Schritt hat mein Fuss festgehalten, seinen Weg habe ich bewahrt und ich bin nicht abgebogen.
[24:17] Vom Gebot seiner Lippen bin ich nicht abgewichen. Ich habe die Worte seines Mundes verwahrt, mehr als meinen eigenen Vorsatz. Doch er bleibt sich gleich und wer kann seinen Sinn ändern?
[24:29] Was seine Seele begehrt, das tut er. Denn er wird vollenden, was über mich bestimmt ist. Zeichen ist vieles bei ihm. Hiob sagt zuerst, ich bin gottreu nachgefolgt.
[24:47] Und er sagt auch, der Grund meines Leidens liegt nicht in einer offensichtlichen Sünde in meinem Leben. Damit sagt er, dass auch der Gerechte leiden muss.
[24:58] Dazu hätten uns die beiden Petrusbriefe einiges zu sagen. Auf was ich hier hinaus will, das ist das, was wir in Vers 13 und 14 gelesen haben. Und hier möchte ich drei Dinge kurz hervorheben.
[25:10] Erstens, Gott ist und bleibt Gott. Gott ändert sich nicht. Und wenn Gott gestern, als du reich gesegnet und fröhlich über diese Erde gingst, ein guter Gott war, dann ist er es auch heute noch, wenn du in Not und Leid leben musst.
[25:31] Zweitens, Gott tut, was seine Seele begehrt. Und ich frage dich, was kann ein heiliger, gerechter, liebender Gott anders wollen, als was nicht durch und durch gut wäre?
[25:46] Antworte selber. Und drittens, es gibt keine blinden Zufälle. Und du bist auch nicht in der Hand von Satan.
[25:56] Selbst Hiob, der war nicht wirklich in der Hand von Satan. Gott hat Satan lediglich erlaubt, eine gewisse Zeit beschränkt, an Hiob zu handeln. Doch du, egal in welcher Situation du dich befindest, du befindest dich nicht in der Hand Satans, du befindest dich nicht in der Hand eines Zufalls, des Schicksals, du bist in der Hand Gottes.
[26:19] Und Hiob sagt, er wird vollenden, was über mich bestimmt ist. Und diese Aussage, die schliesst jeden Zufall, jedes Schicksal aus. Wir sehen, dieser Vers führt direkt zurück zu Gott.
[26:35] Würden wir uns über Gottes Souveränität Gedanken machen, losgelöst von seinem ganzen Wesen, so müsste uns dieser Vers zugegebenermaßen ein bisschen Angst machen.
[26:47] Und ja, ich stelle immer wieder fest, dass einige Christen beim Gedanken an einen souveränen Gott irgendwie ein beklemmendes Gefühl empfinden. Weshalb nur?
[26:59] Denn richtig verstandene Souveränität Gottes ist für uns ein riesengroßer Trost. Und mit richtig verstanden meine ich nicht, dass wir sie verstehen, erklären, dass sie für uns passend und logisch ist, sondern vielmehr damit, dass wir glauben, dass ein liebender, heiliger, gerechter, vollkommener, ewiger Gott niemandem Rechenschaft ablegen muss für das, was er tut und wie und wo er handelt.
[27:29] Und weil Gott nichts wollen kann, was nicht durch und durch gut wäre und was nicht seinem Leben entsprechen würde, ist es auch gut so, dass der niemandem Rechenschaft ablegen muss.
[27:45] Das Problem, das liegt definitiv bei uns Menschen, wenn wir irgendwie unsere Schwierigkeiten mit einem souveränen Gott haben. Und die Lösung dieses Problems, die liegt einerseits nicht darin, dass wir die Souveränität Gottes als unser Predigtpony benutzen und Sonntag für Sonntag darauf rumreiten und von nichts anderem mehr sprechen als vom souveränen Gott.
[28:06] Und es liegt auf der anderen Seite auch nicht darin, dass wir sie wegdiskutieren, dass wir sie leugnen wollen. Nein, wir müssen sie lernen, damit wir sie glauben, damit wir sie lieben lernen, damit es praktische Auswirkungen auf mein Leben hat und auch praktische Auswirkungen auf die Situation, in der ich mich befinde.
[28:25] wenn ich wirklich weiss, der gute, liebende Gott, sein Handeln ist vollkommen und er handelt, wie er will. Gottes Handeln ist gut, nicht in Augen des Sünders, aber in Bezug auf sein vollkommenes, göttliches, ewiges Wesen.
[28:46] Und wer diese Güte Gottes in seinem Leben erkannt hat, geschmeckt hat, im Leben erlebt hat, der ist dankbar für diesen souveränen Gott.
[29:01] Ja, der ist dankbar, dass er nicht in den Händen des Blinden Zufalls ist. Der ist getröstet durch diese Worte, welche Hiob hier in den Versen 13 und 14 sagt, er wird vollenden, was über mich bestimmt ist, denn es ist gut, es ist richtig, in Gottes Augen.
[29:21] Wenn wir nun auf dem Weg von unserer menschlichen, irdischen Perspektive mit dieser göttlichen Perspektive zusammentreffen, so verändert dieses Denken über Gott nicht die Situation, in der wir uns befinden.
[29:36] Sie nimmt nicht einfach die Schmerzen, die wir vielleicht in einer Krankheit verspüren. Doch wir wollen das in unserem Text hier in Habakkuk weiter verfolgen.
[29:50] Die richtige Perspektive, die wir erlangen wollen, das ist die Perspektive des Menschen, der auf Gott vertraut. Und die vertrauende Perspektive, welche wir ab Vers 12 eigentlich bis zum Schluss des Buches finden, immer wieder mal blitzt sie auf, möchte ich wirklich noch einmal betonen, dass es nicht eine andere Situation ist.
[30:16] Und es ist auch nicht so, dass du alles verstehst, was Gott tut. Wenn wir die Verse ab Vers 13 bis 17 lesen würden, würden wir sehen, Habakkuk hat das nicht wirklich verstanden, er konnte das auch nicht wirklich schlucken.
[30:27] Doch trotzdem, im Vers 12 kommt ganz klar eine neue Komponente hinzu. Ich lese Vers 12, da sagt Habakkuk, bist du nicht von Alters her, Herr?
[30:40] Mein Gott, mein Heiliger, wir werden nicht sterben. Herr, zum Gericht hast du es gesetzt und auf Fels zur Züchtigung es bestellt. Du bist zu rein von Augen, um Böses zu sehen und Mühsal vermagst du nicht anzuschauen.
[30:56] Beachte einmal, wie Habakkuk Gott hier in Vers 12 nennt. Er nennt den Herr Yahweh, es ist der Name des Bundesgottes von Israel.
[31:11] Habakkuk denkt an Gottes Bund mit Israel und daraus ergibt sich für ihn, Gott wird sein Volk nicht ausroten, er wird es nicht auslöschen. Wie könnte das Volk, in dem einmal der Messias geboren werden wird, wie könnte dies ausgelöscht werden?
[31:25] Habakkuk gedenkt an Gottes Verheißungen in früheren Zeiten und er erkennt, Gott will sein Volk züchtigen zurechtbringen, doch er will es nicht zerstören.
[31:38] Und ja, Habakkuk verstand das Mittel, die Wege von Gott nicht. Aber, wenn wir dann weitergehen und Kapitel 2, den Vers 1 lesen, so kommt auch dieser Ausdruck des Vertrauens wieder zum Vorschein.
[31:51] Dort sagt er, auf meine Warte will ich treten und auf den Turm mich stellen und will spähen, um zu sehen, was er mit mir reden wird und was ich erwidern soll auf meine Klage.
[32:04] Habakkuk hört auf, Gott zu beschuldigen und er wartet stattdessen geduldig, vertrauensvoll, wie Gott ihm antworten wird, wie Gott handeln wird, was er ihm als nächstes offenbaren wird.
[32:17] In Kapitel 2 sehen wir dann, wie Gott Gericht auch über die Kaldäer ankündigt. Vers 4 haben wir diesen Leuchtturm in dieser Gottlosigkeit, der Gerechte aber wird aus seinem Glauben leben.
[32:30] Und Kapitel 3, das gleicht an einem Psalm. Und am Ende von Kapitel 3, Vers 19 und 20 sehen wir einen Habakkuk, der so nichts mehr gemeinsam hat mit dem Habakkuk in Kapitel 1, Vers 2.
[32:44] Es hat sich was verändert in ihm. Er hat eine neue Sicht auf die Dinge bekommen, weil er an Gott gedacht hat, weil er sich an Gottes Wesen, an Gottes Verheißungen und Zusagen erinnert hat.
[32:59] Und erinnerst du dich an den Vergleich, die Nebeldecke und das Bergpanorama? die erste Perspektive, die menschliche, wir sind unter dieser Nebeldecke, wir sehen keine Berge, wir haben die göttliche Perspektive, welche das ganze Panorama sieht.
[33:15] Und wie sieht dann die Perspektive aus des Menschen, der auf Gott vertraut? Dieser Mensch sieht die Berge auch nicht, aber er weiss, da sind Berge und er weiss, da ist Gott, der sieht die Berge und er hat diese Berge gemacht, der vertraut darauf.
[33:30] Vertrauen heisst nicht sehen, fühlen, sondern Vertrauen heisst Glauben, Gott ist Gott und Gott handelt vollkommen. Die Verse 12 und 13 in Habakkuk 1, die lehren uns vier wichtige Dinge, die uns helfen, diese Perspektive für unser Leben zu erlangen.
[33:53] Erstens sehen wir dort, Gott ist wie gesagt, er ist souverän. Gott kann handeln, wie er möchte. wenn Gott die Chaldea hier in diesem Fall benutzen will, ja dann benutzt er die Chaldea.
[34:05] Wenn nicht, dann eben nicht. Zweitens, wenn Gott Zusagen und Verheißungen macht, wie in Bezug auf Israel, dann sind die unbereubar.
[34:21] Gott bleibt Yahweh, er hält an seinem Bund mit seinem Volk fest und gerade deshalb, weil er daran festhält, züchtigt er sein Volk hier im Abschnitt. Und denk daran, dass Gott auch keine der Verheißungen dir gegenüber auf die Erde fallen lässt.
[34:39] Er ist und bleibt Gott, er bleibt sich gleich. Drittens, wir sehen hier auch, Gott verfolgt mit seinem Handeln ein Ziel. Gott weiss, was er tut.
[34:51] Er handelt mit Absicht, in meinem, aber auch in deinem Leben. Und viertens, Habakuk beschreibt hier auch das Wesen von Gott und er sagt damit, Gott kann nicht ungerecht handeln, Gott kann keine Fehler machen, Gott ist heilig, Sünde hat nichts mit ihm zu tun.
[35:10] Und er Gott ist Gott lieber Bruder, liebe Schwester, wenn du jetzt heute in Not bist, wenn du heute schwere Wege gehen musst, dann erinnere dich daran, wer Gott ist.
[35:23] Er ist gut und alle seine Wege, die sind vollkommen. Und wenn du in einer schwierigen Prüfung stehst, so ist es einfach wirklich wichtig, dass wir nicht beginnen, an dieser Güte Gottes zu zweifeln, sie in Frage zu stellen.
[35:42] Und in Zeiten, wo unser Glaube aufs Besondere geprüft wird, ist es daher umso wichtiger, dass wir uns intensiv mit seinem Wesen, mit seinem Wort beschäftigen. Wenn jemand krank ist, dann braucht er die richtige Nahrung, um wieder zu Kräften zu kommen.
[35:57] Wenn jemand Ausdauersport macht und seinen Körper stark beansprucht, dann braucht er Energie, dann braucht er genügend Flüssigkeit. Und dann brauchst auch du die Kraft aus dem Wort Gottes.
[36:14] Du brauchst quasi das Wort Gottes intravenös. Du musst wirklich mit Gott verbunden sein, damit diese Worte auch dir zum Trost und zur Hilfe sein können. Lass uns dazu einen Vers in dem Psalm noch aufschlagen.
[36:27] Psalm 94 Vers 19 Hier sehen wir einen Psalmist, geplagt von Sorgen, der sich viele Gedanken macht und er sagt hier, bei der Menge meiner Gedanken in meinem Inneren erfüllten deine Tröstungen meine Seele mit Wonne.
[37:01] Und lass mich hier einfach eines wirklich noch unterstreichen. Ich stehe heute Morgen nicht hier vorne und sage dir, das ist alles gar nicht so schlimm. Tu doch nicht so. Was soll das? Reiß dich zusammen.
[37:12] Ich weiß, es gibt Situationen, die in dein Leben kommen können, die sind richtig, richtig schwer. Da fängt man an, sich Gedanken zu machen.
[37:24] Da kann man beginnen, zu zweifeln. Und ich will dir auch nicht sagen, bete einfach und es verändert sich einfach alles. Und ich weiß, Christen zitieren in solchen Situationen sehr gerne und oft 1. Korinther 10, Vers 13, wo es heisst, Gott wird uns nicht über unser Vermögen versuchen.
[37:45] Also ist doch alles nur halb so schlimm? Nein, keineswegs. Schlagen wir noch 2. Korinther 1 auf. Dort sehen wir derselbe Apostel Paulus, der uns etwas ganz anderes sagt.
[37:57] Er sagt dort den Korinthern im Vers 8, Denn wir wollen nicht, dass euch unbekannt sei, Brüder, dass unsere Bedrängnis, was unsere Bedrängnis betrifft, die wir in Asien widerfahren ist, dass wir übermäßig beschwert wurden, über Vermögen, so dass wir sogar am Leben verzweifelten.
[38:23] Wenn wir 1. Korinther 10, Vers 13 betrachten, im Kontext, so sehen wir dort, dass dort mit keiner Silbe von Prüfungen, von Nöten, von Krankheiten, von Verfolgung um Christi willen gesprochen wird.
[38:36] Im Kontext von 1. Korinther 10, Vers 13 geht es um Versuchung zur Sünde. Hier spricht Paulus aber von etwas anderem. Und es kann in deinem Leben Situationen geben, die sind für dich zu schwierig.
[38:48] Selbst der große Apostel Paulus, der ist hier am Leben verzweifelt. Doch lasst uns auch beachten, was er in den Versen 3 bis 7 sagt.
[39:00] Gerade in dieser großen Bedrängnis, wo er merkt, dass seine Kräfte reichen nicht mehr weiter, er zerbricht, es ist zu schwer für ihn. In dieser Bedrängnis ist der Trost Gottes über die Massen groß geworden in seinem Leben.
[39:19] Er schreibt in Vers 5, Denn so wie die Leiden des Christus uns gegenüber überreich sind, so ist auch durch den Christus unser Trost überreichlich geworden.
[39:29] Und Vers 7, Und unsere Hoffnung für euch ist fest, da wir wissen, dass wie ihr der Leiden teilhaftig seid, so auch des Trostes.
[39:41] Die Situation in deinem Leben, sie kann richtig schwer werden. Und du kannst menschlich gesehen daran wirklich zerbrechen. Es kann zu schwer sein. Aber dort, wo die Last für dich zu schwer wird, beginnt Gottes Kraft in deinem Leben zu wirken.
[39:55] Deshalb, ich sage dir nicht, es ist nicht so schlimm. Es kann schwer werden. Doch lasst uns auch daran denken, was er im Kapitel 12 sagt. Wir kennen die Stelle. Ich lese es nicht, aber Paulus sagt, Wenn ich schwach bin, bin ich stark, weil die Kraft in Christus dort zur Geltung kommt, wo ein Mensch nicht mehr weiter kann.
[40:17] Wie wirkt sich denn diese Kraft in deinem Leben aus? Ist es ein Gefühl, dass du dich plötzlich wirklich so getragen fühlst? Man sagt manchmal, ja, ich habe gefühlt, ich habe für mich gebetet.
[40:28] Und man fühlt sich so getröstet. Und das kann durchaus auch passieren. Es gibt Situationen, da sind wir wirklich getröstet. Wir fühlen uns nicht mehr ganz so schlimm, obwohl die Situation schlimm ist.
[40:43] Aber ich möchte dir heute auch sagen, dass du nicht darauf abstehen kannst. Es muss nicht immer so sein. Die Kraft von Gott ist nicht in erster Linie ein Gefühl in meinem Leben.
[40:55] Sondern es geht vielmehr darum, dass ich in seinem Wort lese und sehe, die Verheißungen, die Gott mir gegeben hat, er wird mich durchtragen. Und deshalb weiß ich, dass er mich durchtragt. Nicht, weil ich es jetzt fühle, weil es mir besonders gut geht, sondern weil es in seinem Wort geschrieben steht.
[41:11] Ob ich es fühle oder nicht, das ist eigentlich nebensächlich. Es mag Zeiten geben, da fühlst du was davon. Aber es mag Zeiten geben, da fühlst du nichts davon.
[41:21] Und trotzdem, es steht geschrieben. Und dann schlag deine Bibel auf und lies die Verheißungen, die Gott dir gegeben hat. Und glaube, dass er dich trägt, selbst wenn du seine Hand nicht spürst.
[41:39] Die Zeit ist vorgerückt. Ich muss langsam zur Landung ansetzen. Es ist ein sehr großes Thema. Und die Bibel spricht sehr viel über Leid, über Nöte, über Umgang mit Leid.
[41:52] Auch gerade das Neue Testament. Aber was ich dir heute Morgen einfach aufzeigen wollte, ist, erstens unserem Wesen entspricht es, dass wir in solchen Situationen falsch, menschlich, mit einer begärmsten Perspektive reagieren.
[42:08] Und dies führt so schnell dazu, dass wir beginnen, an Gott zu zweifeln, ihn in Frage zu stellen. Und wir haben gemerkt, diese Sicht der Dinge, die hilft uns nicht, die macht unsere Not, in der wir sind, noch schwerer, als sie ohnehin schon ist.
[42:23] Wir brauchen eine neue Perspektive. Wir brauchen einen anderen Blickwinkel. Und auf dem Weg dorthin sind wir heute Morgen mit Gott zusammengetroffen. Und wir haben gesehen, wir haben einen heiligen, vollkommenen Gott.
[42:38] Und er hat die Zügel, auch bei Habakuk, er hat schon längst begonnen zu wirken, selbst da, als der Prophet noch gerufen hat und gesagt hat, du tust dir gar nichts, Gott. Aber wie bei Habakuk, hat dieser Gott auch in unserem Leben manchmal eine Überraschung parat.
[42:53] Was machst du damit? Wie reagierst du, wenn Gott anders handelst, als du es dir so sehr gewünscht hast? Doch lasst uns einfach nie an der Güte und an der Weisheit von unserem Gott zweifeln.
[43:11] Lasst uns vielmehr immer wieder an dieses Bild denken vom Webteppich. Wir sehen nur die Rückseite. Wir sehen die Fäden, die kreuz und quer laufen durch unser Leben und das ergibt für uns keinen Sinn.
[43:23] Aber denkt daran, Gott ist auf der anderen Seite. Er ist der Weber. Er sagt, welches Muster ihm gefällt und er sagt, mit welchen Farben er dieses Muster weben will.
[43:35] Und es ist auch nicht so, dass wir einfach einmal im Himmel alles verstehen und uns tausend Schuppen von den Augen fallen und plötzlich ist alles klar. Wir werden viele Dinge klarer sehen. Aber es gibt selbst in der Ewigkeit Dinge, die bleiben für uns ein Geheimnis, weil Gott für uns letztendlich nicht bis ins letzte Detail zu ergründen ist.
[43:59] Doch dieser Gott, er ist heilig. Er ist voller Liebe. Und er ist, wie wir es jetzt bei Paulus gelesen haben, er ist der Gott allen Trostes. Doch, du musst bereit sein, dich unter die Hand dieses Gottes zu demütigen.
[44:15] Denn 1. Petrus 5, 7, wir kennen diese Stelle, alle Sorgen werft auf ihn. Doch wisst ihr auch, was in Vers 6 steht? Die Bedingung, in welchem Kontext dieser Vers 7 eingebettet ist, dort sagt Petrus, so demütigt euch unter die gewaltige Hand Gottes.
[44:31] Darum geht es. Denn nur wenn du das tust, wenn du bereit bist, dich Gott auszuliefern, unter seine Hand zu demütigen, dann kannst du wirklich deine Sorgen auch alle auf ihn abwerfen.
[44:43] Aber einen Gott zu vertrauen, das bedingt halt, dass du diesen Gott kennst, dass du dich mit diesem Gott beschäftigst, dass du sein Wesen studierst.
[44:57] Und wenn dies geschieht, wenn du diesen Gott besser kennenlernst und davon überzeugt bist, dass dein Handeln auch in deinem Leben gut und richtig ist, dann kann sich die Sicht der Dinge in deinem Leben auch verändern.
[45:13] Nicht die Situation, nicht die Schmerzen zwangsläufig, aber deine Perspektive darauf. Und in der Situation selbst kann das dir deine Hilfe sein.
[45:25] Und so kannst du mit Habakuk einstimmen, der am Schluss des Buches sagt, ich aber will mich freuen in dem Herrn und frohlocken über den Gott meines Heils. Gott, der Herr, ist meine Kraft.
[45:35] Er macht meine Füße denen der Hirsche gleich und stellt mich auf meine Höhen. Oder, wie es der Schreiber des Hebräerbriefs sagt, so werft nun eure Zuversicht nicht weg, die eine große Belohnung hat.
[45:47] Denn standhaftes Ausharren tut euch Not, damit ihr, nachdem ihr den Willen Gottes getan habt, die Verheißung erlangt. Denn noch eine kleine, ganz kleine Weile, und dann wird der kommen, der kommen soll, und er wird nicht auf sich warten lassen.
[46:03] Der Gerechte aber wird aus Glauben leben. Und im Kapitel 4 sagt er, so lasst uns nun mit Freimütigkeit hinzutreten zum Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit erlangen und Gnade finden zur rechtzeitigen Hilfe.
[46:19] Vater, wir danken dir für dein Wort, und wir danken dir für den Trost, den wir in deinem Wort finden. Und müssen wir heute durch Leiden und schwere Zeiten gehen, so haben wir gesehen, du bist Gott, du bist heilig, du bist gerecht, du bist gnädig und voller Liebe.
[46:38] Hilf uns, dass wir zu dir kommen, dass wir uns unter deine Hand demütigen, damit wir diese Hilfe erlangen. Lass uns wirklich immer zu diesem Thron der Gnade, der durch Jesu Blut offen steht für uns, hinzutreten.
[46:52] Lass uns wirklich auf dich vertrauen, dass wir nicht an deiner Güte und Gnade zweifeln. Und Herr, ich bitte auch dich wirklich, besonders, dass du bei David, bei Damaris, der Familie bist, dass du sie durchträgst, dass du ihnen Trost und Kraft gibst, damit sie mit dieser Perspektive des Vertrauens auf dich sehen können und getragen sein dürfen in ihrer Not.
[47:15] Danke, Herr, dass wir dich beten dürfen und Herr, ich möchte dich auch beten, dass du Damaris heißt. Amen.